Dies ist kein Thriller.
Diese Geschichte ist nicht einmal ein Krimi.
Es ist die tragische Geschichte einer jungen Frau, die voller Hoffnung in ein Familienleben startet, das als Katastrophe endet.
Valerie Marsh ist eine von jenen Frauen, die liebenswürdig naiv an das Gute im Menschen glauben, auch wenn das Schlechte ganz offensichtlich überwiegt.
Susan Sloan gelingt es brillant, die Züge und das Wesen der Protagonistin herauszuarbeiten.
Valerie Marsh heiratet frisch verliebt jenen Mann, den sie kaum kennt - nur wenige Wochen - und der ihre Zukunft zur Hölle werden lässt.
All die Träume, die die junge Frau einst hegte, haben nicht viel gemein mit den Träumen des jungen Jack Marsh, dessen Kindheit trostlos verlief und der seine ungezügelten Gewalt- und Zornesausbrüche nicht unter Kontrole hat.
Es ist eine Geschichte, wie man sie aus den Medien zu Hauf kennt.
Eine Frau, die sich prügeln und demütigen lässt und dennoch nicht in der Lage ist, ihren Mann zu verlassen.
Eine Frau, die ihre fünf Kinder über alles liebt und miterleben muss, wie sie eins nach dem anderen auf unterschiedliche Art und Weise verliert.
Susan Sloan beschreibt das Leben dieser Frau auf einer sehr charmante Art und Weise.
Solange man hier nicht erwartet, einen vor Spannung strotzenden Krimi zu lesen, erwartet den Leser eine Familiengeschichte, wie der Realität entnommen.
Eine traurige, wenn nicht gar dramatische auf jeden Fall sehr tragische Geschichte, die auf ihre eigene Weise in den Bann zieht.
Eine Geschichte, von falsch verstandener Liebe, viel Zorn und vielen Ängsten.
Und letztlich die Geschichte einer Mörderin, die straflos davon kommt, weil ihr halbes Leben Strafe genug zu sein schien.