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Was ist gute Literatur?: Wie man gute Bücher von schlechten unterscheidet
 
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Was ist gute Literatur?: Wie man gute Bücher von schlechten unterscheidet [Taschenbuch]

Hans-Dieter Gelfert
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, 26. September 2006 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Beck C. H.; Auflage: 2., überarbeitete Auflage (26. September 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406510981
  • ISBN-13: 978-3406510984
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 431.247 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hans-Dieter Gelfert
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Was ist gute Literatur? Gänzlich subjektiv kann die Antwort nicht sein, sonst wäre Literaturkritik eine Sache des privaten Gefühls. Objektiv und allgemeingültig kann sie aber auch nicht sein, sonst gäbe es unter Kritikern weniger Streit. Das Buch nimmt sich, ohne Fußnoten und wissenschaftlichen Jargon, alle geläufigen Bewertungskriterien vor und prüft sie an Beispielen auf ihre Tauglichkeit. In den Blick kommen berühmte und weniger gelungene Werke aus zweieinhalbtausend Jahren Erzählkunst, Lyrik und Drama - vom Gilgamesch-Epos bis zu den jüngsten Neuerscheinungen.

Über den Autor

Hans-Dieter Gelfert war bis zum Jahr 2000 Professor für englische Literatur an der Freien Universität Berlin. Er ist jetzt freischaffender Autor. Bei C.H.Beck sind von ihm erschienen: Typisch englisch (42002); Kleine Geschichte der englischen Literatur (1997); Max und Monty (1998); Kleine Kulturgeschichte Großbritanniens (1999); Shakespeare (2000); Typisch amerikanisch (22003); Englisch mit Aha! (2003).

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Was ist gute Literatur? Wir alle, Leserinnen, Lehrer, Kritikerinnen, Literaturförderer und Lektorinnen, würden uns niemals explizit auf diese Frage einlassen, aber implizit beantworten wir sie täglich. Nur zu gerne wüssten wir die Antwort, aber wir haben die Hoffnung aufgegeben, dass wir sie je erhalten werden. Wir alle begegnen diesem neuen Buch von Hans-Dieter Gelfert mit grösstem Misstrauen, aber wir brauchen es.

Hans-Dieter Gelfert, emeritierter Professor of English Literature and Culture, hat viele Bücher geschrieben, die uns das Leben erleichtern: Zum Beispiel die kleinen blauen Reclam-Anleitungen zur Interpretation von Gedichten, Romanen, Dramen und Kurzgeschichten. Oder eine Shakespeare-Monografie, die billig ist und nur 128 Seiten hat. Nun zeigt uns Gelfert, wie er gute Bücher von schlechten unterscheidet.

Er sucht die Wurzeln von Kunst und Literatur im Balzverhalten und im religiösen Kult. Der Rhythmus von Spannung und Entspannung erinnert ihn an andere «reflexartige Entlastungsvorgänge»: Orgasmus, Lachen und Weinen. Lustempfindung sieht er entstehen, wenn Kunst und Literatur im grösstmöglichen Chaos die grösstmögliche Ordnung schaffen.

Gelferts Beurteilungsraster umfasst 13 Punkte: Vollkommenheit, Stimmigkeit, Expressivität, Welthaltigkeit, Allgemeingültigkeit, Interessantheit, Originalität, Komplexität, Ambiguität, Authentizität, Widerständigkeit, Grenzüberschreitung und «das gewisse Etwas». Das Sieb ist engmaschig. Shakespeare, Goethe, Dickens, Proust, Joyce, Kafka passieren es problemlos, und Arthur Miller, denn er ist «der einzige lebende Klassiker und hätte als solcher längst den Nobelpreis verdient». Rilke schafft's nur teilweise: «Dort, wo er den Ton traf, schuf er Gedichte, die zum Schönsten gehören, was man in deutschen Anthologien findet. Wo er aber danebengreift, wird es so peinlich, dass man sich als Leser für den Dichter schämt.» Von Günter Grass passiert nur die Blechtrommel, denn danach hat er «einen Teil seiner poetischen Kraft auf dem Altar des politischen Engagements geopfert».

Die meisten Bücher, mit denen wir täglich zu tun haben, können vor Gelferts hohen Qualitätskriterien nicht bestehen. Harry Potter beispielsweise ist «Surrogatliteratur», «triviales Lesefutter» und «Kitsch». Gelferts Kulturpessimismus provoziert Widerspruch und sein Gattungsverständnis ist sehr klassisch. Manchmal hat man den Eindruck, Gelfert liest im abgesicherten Vergangenheitsmodus und kann und will aktuelle Entwicklungen nicht wahrnehmen. So erwähnt er etwa Hermann Hesse und Hans Carossa, die in den fünfziger Jahren mit Gedichtbänden hohe Auflagen (157. Tausend) erreichten; heute sei dagegen «volkstümliche Lyrik so gut wie ausgestorben». Nicht bekannt oder nicht erwähnenswert ist ihm beispielsweise Jörn Pfennig, der in den neunziger Jahren eine Million Gedichtbände mit Lebenshilfe-Lyrik verkaufte und der im Internet allenthalben präsent ist.

Innerhalb seines abgesicherten Vergangenheitsmodus schöpft Gelfert allerdings aus dem Vollen. So zeigt er beispielsweise, dass Conrad Ferdinand Meyer 22 Jahre lang feilen musste, um aus seinem Gedicht Der römische Brunnen ein Meisterwerk zu machen. An Goethes berühmtem Gedicht Wanderers Nachtlied demonstriert er durch kleine Eingriffe, wie wenig gute Kunst von schlechter und schlechte Kunst von Kitsch trennt.

Gelferts Buch erweitert die Perspektive und schärft den kritischen Blick. Und das ist nützlich, denn seit das kreative Schreiben in How-to-Büchern und an Akademien gelernt werden kann, tönen viele Texte gut. Gelferts Qualitätskriterien helfen uns, die besseren zu erkennen.

Sein Buch gehört zur Gattung der «expositorischen» Literatur und kann deshalb eigentlich nicht mit dem Massstab für «poetische» Literatur beurteilt werden, täte man es trotzdem, müsste man es wohl zur guten Literatur zählen, denn es ist abwechslungsreich, es bildet, es ist spannend, es bereitet Vergnügen, es provoziert, und es will im literarischen Alltag auf die Probe gestellt werden.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von RockBrasiliano TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
auch für Nicht-Germanisten verständlich, wobei man natürlich auf ein bißchen Vorbildung immer gut aufbauen kann.-Wie kann man Literatur bewerten? Was bleibt und was ändert sich? Dieser Frage wird hier nachgegangen und oft mit spitzer Feder und eigentlich immer sehr gut auf den Punkt gebracht, ergründet. Kleiner Abstrich bei dem Artikel über Kitsch, allerdings ein Spezialgebiet des Autors, der es verlangt, sich schon intensiver mit dem Thema zu befassen, was natürlich auch nicht immer nur schlecht sein muss. Das Buch beschäftigt sich vorwiegend mit guten Büchern, wer Verisse lesen möchte, kommt aber ebenso auf seine Kosten.
Zum Inhaltlichen (in Auswahl):
- Was ist Kunst?
- Urteile über Literatur
- Wieso Vergnügen an Kunst?
- Kriterien ästhetischer Wertung
- Stil
- Gedichte
- Erzählung
- Dramen
- Anspruchsvolle und Trivialliteratur
- Kitsch
- Erotik und Pornographie
- Weltliteratur
- Das typisch Deutsche
- Kanonfrage

Alles in allem ein gut lesbares Handbuch für alle Literaturinteressierten.

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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wider dem "Laberfach Deutsch" 9. September 2006
Format:Taschenbuch
Ich habe dieses Buch verschlungen. Gelfert führt auf 200 Seiten soviel Wissenswertertes über gute Kunstwerke im allgemeinen und "gute Literatur" im speziellen an, dass ich das Buch am liebsten zum Standardwerk in meinem Deutsch-Unterricht machen würde. Im Zentrum stehen meines Erachtens aber nicht seine Bemerkungen zu den einzelnen Gattungen etc., sondern die zuvor von ihm benannten 13 "Kriterien der ästhetischen Wertung". Diese (z.B. Allgemeingültigkeit, Welthaltigkeit, Komplexität, Originalität) gibt er dem Leser an die Hand , damit dieser sie auf seine Lektüren anwenden kann. Gelfert macht den Otto-Normalleser zum mündigen Leser, der seine Lektüren nun auf ihre Güteklasse hin prüfen kann. Man lernt, nicht einfach nur "cooles/ätzendes/langweiliges Buch" zu urteilen, sondern seine Urteile argumentativ zu begründen. Klasse!
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