Immer wieder wird die Frage gestellt, wie sich denn das Fach Informatik gliedern lässt. Um solche Diskussionen abzukürzen, würde ich hierzu das Buch von Peter Rechenberg als das Standardwerk bezeichnen und es in dieser Frage weiterempfehlen. Gerade Studierende haben anfangs falsche oder nur vage Vorstellungen von Studieninhalten und Schwerpunkten dieses Faches. Rechenberg gibt auf 356 Seiten einen breiten, aber gut fundierten Überblick über die Arbeitsweise und Einteilung der Informatik. Natürlich , als deutschsprachiges Buch , lehnt er sich dabei an die an österreichischen und deutschen Universitäten und Fachhochschulen übliche traditionelle akademischen Einteilung, d.h. in Teilgebiete wie
1) Technische Informatik (z.B. Hardware, Computerorganisation, Netzwerke, Mikroprogrammierung),
2) Praktische Informatik (z.B. Algorithmen & Datenstrukturen, Programmiermethoden, Compilerbau, Softwaretechnik, Mensch-Maschine Kommunikation)
3) Theoretische Informatik (z.B. Automatentheorie, Formale Sprachen, Theorie der Berechenbarkeit, Formale Semantik)
4) Angewandte Informatik (z.B. Computergrafik, Künstliche Intelligenz, Datenbanken, Simulation und Modellierung, Büroautomatisierung, und spezifische Anwendungen wie z.B. Medizininformatik, Bauinformatik, Wirtschaftsinformatik, Rechtsinformatik usw.)
Bemerkenswert ist die kompakte, kurze, knappe (fast schon zu knappe), aber ausgewogene Darstellungsweise, ohne ein Teilgebiet zu benachteiligen oder zu bevorzugen. Eine kritische Darstellung von Informatik und Gesellschaft erfolgt im letzten Kapitel. Im Anhang findet sich ein Begriffswörterbuch (Glossar) und eine (meiner Meinung nach gerade für eine Übersicht viel zu kurze!) Literaturliste.
Das Buch ist (auch ohne Vorkenntnisse) leicht lesbar und nicht nur für Laien und Studienanfänger geeignet, sondern auch für Studierende im Grundstudium ' und vielleicht hilft es auch in Diskussionen um das Fach und die Stellung einzelner Teilgebiete selbst. Es verliert sich nicht in der Vermittlung von Detailinformation, sondern schafft eine gute Übersicht. Für Lehrende , in den verschiedensten Bereichen und Ausbildungsstufen , würde ich darüberhinaus aber in jedem Fall den Klassiker von Peter Hubwieser: Didaktik der Informatik zur zusätzlichen Pflichtlektüre machen (A.Holzinger, Graz).