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Was ich liebte
 
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Was ich liebte [Taschenbuch]

Siri Hustvedt , Uli Aumüller , Erica Fischer , Grete Osterwald
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (85 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 9,99 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Was ich liebte, das bleibt", weiß Leo Hertzberg in Siri Hustvedts neuem Roman. Was dem jüdischen Kunsthistoriker nach seiner Erblindung im Alter aber bleibt, ist eigentlich nur mehr die Erinnerung an ein Leben, dessen Verlauf er sich in jungen Jahren anders vorgestellt hatte.

Hertzberg wohnt in New York, in einem Loft in unmittelbarer Nähe zur Familie des befreundeten Malers Bill Wechsler, dessen Frauenakt er einst in einer Galerie erworben hatte. Aus der Retrospektive enthüllt Hustvedt die Lebensentwürfe der Freunde, deren Biografie nicht zuletzt durch die Schicksalsschläge ihrer Kinder eine unvorhersehbare Wendung nimmt. Am Ende bleibt nur die Kunst -- und eine Erkenntnis, dass am Ende allein die Erinnerung an die Liebe überlebt. Nacherzählt klingt das sehr kitschig. Was aber Hustvedt aus ihrer simplen Botschaft macht, ist überaus bemerkenswert.

Hustvedt ist die Frau des postmodernen Erzählgenies Paul Auster, dem sie Was ich liebte gewidmet hat und mit dem sie in New York zusammen wohnt. Tatsächlich scheinen sich viele ihrer Erzählstrategien seinem Einfluss zu verdanken. Wie sie diese allerdings aufgenommen und weiter entwickelt hat, ist sehr beachtlich. Nicht zuletzt der Einfall, einen Erzähler des anderen (hier: männlichen) Geschlechts zu wählen (ein Einfall, der im Titel des Frauenaktes von Wechsler -- "Selbstporträt" -- in postmoderner Manier im Roman gespiegelt wird), ist überaus gelungen und konsequent umgesetzt. So ist Was ich liebte ein stringent erzählter Künstlerroman von hoher Eigenständigkeit geworden. Hustvedt ist eine nicht mehr ganz neue, aber in Deutschland unbedingt noch zu entdeckende Erzählstimme Amerikas. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Amazon.de Hörbuch-Rezension

2002 überraschte uns die Frau des US-amerikanischen Schriftstellers Paul Auster, Siri Hustvedt, mit einem Roman. Seitdem ist sie auch hier zu Lande nicht mehr länger nur die Frau des US-amerikanischen Schriftstellers Paul Auster, sondern als eigenständige Autorin mehr als anerkannt. Denn ihre Bestandsaufnnahme der gehobenen intellektuellen Salon-Kultur New Yorks, in der Kunst und Drogen ebenso eine Rolle spielen wie Ehe, Familie, Scheidung, Tod und Verzweiflung, kam derart wuchtig und episch breit daher, dass Austers Einfluss zwar noch spürbar war, nicht aber überwog. Die postmoderne Frage, ob "ein Roman ein Sack ist, in den man alles stecken kann", wurde in Was ich liebte bravourös mit "Ja" beantwortet. Siri Hustvedt, das merkten jetzt alle, hat ihre eigene Stimme.

Dieser Stimme hat nun Peter Fitz in der von Regisseur Ralf Becher begleiteten SFB-Hörbuch-Adaption kongenial "synchronisiert". Das Stimmengewirr der New Yorker Boheme rund um den emeritierten Kunsthistoriker Leo Hertzberg ist hier derart polyphon wiedergegeben, dass man beizeiten meint, der Schauspieler und Sprecher könne mit mehreren Stimmen sprechen. Was ich liebte ist auch als Hörbuch ein großes Werk geworden, in dem man mit den Ohren schwelgen kann. --Stefan Kellerer

Hörbuch, 5 CDs, ca. 370 Minuten. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 16.01.2003
Es gilt, Großes anzukündigen. Also hat es sich Michael Naumann nicht nehmen lassen, persönlich Siri Hustvedts neuen Roman zu loben. Denn dieser Künstler-Roman, freut sich Naumann, sei ein "ganz unzeitgemäß ernstes Buch über den Kummer des Lebens", eines, das, obwohl es doch von New York erzählt, ganz ohne Zynismus, Satire oder brillante Boshaftigkeit auskomme. Kurz hält sich Naumann damit auf, die Konstellation des Romans zu erklären - der charismatische Künstler und seine gefühlsarmen Frau auf der einen Seite, auf der anderen Seite der Kunsthistoriker und die Anglistin, die eher ein Gemeinschaftsreferat abhalten als eine Ehe führen , um dann seine Lobeshymne fortzusetzen. Und was Naumann an diesem Roman voller Wunder nicht alles begeistert: der schnörkellose Stil, die fotografische Neugier, die kieselkühle Darstellung der Lebensnöte seiner Protagonisten - vor allem aber Hustvedts konservative Sicht einer "bürgerlichen Welt, die in existenzieller Blindheit endgültiger Todesstarre entgegentreibt, eines Milieus, dessen Bewohner sich vergebens nach ewiger Liebe sehnen und doch nicht ahnen, was es gewesen sein könnte, das sie verloren haben".

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 24.01.2003
Rezensentin Jutta Person zeigt sich fasziniert von Siri Hustvedts New York-Roman "Was ich liebte", in dem sie den Kunsthistoriker Leo Hertzberg rückblickend die Lebensgeschichten zweier Paare im New Yorker Stadtteil SoHo erzählen lässt. Entstanden ist nach Ansicht Persons ein Familiendrama und Psychothriller, ja eigentlich ein "Philothriller". Person sieht in Leos Rückblick vor allem ein Rätselraten über den Ursprung des Wechselbalgs, zu dem sich Mark, Sohn seines Malerfreundes Bill Wechsler und dessen Frau Violet, entwickelt hat. Hinter der glatten Unschuldsmiene des Pillenschluckers Mark verberge sich eine Welt, zu der die alternden Intellektuellen keinen Zugang mehr hätten. Die Differenz, erklärt Person, zwischen der Gewissheit der geistigen Tiefe, die Leo und Violet in der "Kritik", dem "Zweifel", der "Subversion" zu finden glauben und der "puren Oberfläche" oder der "seelenlosen Mechanik", die von Mark und seinem unheimlichen Künstlerfreund verkörpert werden, scheint unüberbrückbar. Insgesamt würdigt Person Hustvedts Roman als "ebenso spannendes wie intelligentes Panorama der Wechselfälle, die das Leben und die Kunst zu bieten haben".

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.2003
Lange Zeit dümpelt dieser Roman nach Ansicht von Rezensent Jörg Magenau zäh dahin. Erst im letzten Drittel gewinnt er für ihn doch noch starke negative Energie und unverhofftes Tempo. Allzu viel nämlich stecke die amerikanische Autorin in ihren Künstlerroman, den der Rezensent im Verlauf "zum Familiendrama und zum Psychothriller" mutieren sieht, herein: "Liebe, Sex, Ehe, Trennung, Kinder, Tod, Verzweiflung, Einsamkeit, Hysterie, Drogensucht, Transvestitentum, New Yorker Boheme, Mord, Lüge und Verrat". Für den Fall, "dass das nicht genug sein sollte", erhalten zwei der Figuren, Magenau zufolge, noch einen jüdischen Hintergrund. Hustvedt schreibe, lesen wir, über eine ihr vertraute Welt, die den naserümpfenden Rezensenten "in ihrem kunstbeflissenen Narzissmus" an Woody Allens "Gesellschaftsstänzchen" erinnert hat. Auch nimmt er leicht genervt die wohl unübersehbaren Spuren des künstlerischen Austauschs der Autorin mit Ehemann Paul Auster zur Kenntnis. Vieles, was in der Handlung eine Rolle spielt, findet Magenau schlicht banal. Zum Beispiel die Bemühungen des Malers Bill Wechsler, die Geschichte von Hänsel und Gretel "in kleinen Schaukästen als Geschichte über Völlerei und Hungern" zu erzählen. "Eine puppenstubenhafte Kunst schlichtester Geistesart", meint Magenau, von der Autorin jedoch mit "großem Ernst und zäher Ausdauer seitenlang referiert".

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

Siri Hustvedts eindrucksvollster Roman. (Frankfurter Rundschau )

Eine meisterhafte Reflexion über das allmähliche Schwinden von Liebe. (Michael Naumann, "Die Zeit" )

Ihr Roman zeigt auf geradezu logische Weise, dass selbst das intakteste Miteinander zweier Menschen nicht gegen den Einbruch des Schicksals gefeit ist. Das Buch ist ein Hohelied auf die Freundschaft, die Siri Hustvedt als großen Trostspender und sogar als Lebensretter zeigt; sie erzählt souverän und mitfühlend, ohne gefühlig zu sein. (Stern )

Kurzbeschreibung

“Siri Hustvedts eindrucksvollster Roman.” (Frankfurter Rundschau) Zwei befreundete Künstlerfamilien im New Yorker Stadtteil Soho. Siri Hustvedt erzählt vom Aufbrechen und Ankommen, von Idealen und Lebensentwürfen, von Eltern und Kindern – und davon, wie ein tragischer Unfall ein sorgsam geplantes Glück jäh zerstört.

Über den Autor

Siri Hustvedt wurde 1955 in Northfield, Minnesota, geboren. Sie studierte Literatur an der Columbia University und promovierte mit einer Arbeit über Charles Dickens. Sie lebt in Brooklyn und ist mit dem Schriftsteller Paul Auster verheiratet, mit dem sie eine Tochter hat. Bekannt wurde sie mit den Romanen Die unsichtbare Frau, Die Verzauberung der Lily Dahl und vor allem mit den internationalen Bestsellern Was ich liebte, Die Leiden eines Amerikaners und Die zitternde Frau.

Auszug aus Was ich liebte von Siri Hustvedt, Uli Aumüller, Erica Fischer, Grete Osterwald. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Am folgenden Sonntag tauchte Mark in der Wohnung seiner Mutter auf. Bill und Violet sagten, er habe darauf beharrt, das Haus vorher nie verlassen zu haben. Die Geschichte mit Rafael deklarierte er zu "totalem Mist". Er erklärte, er sei abgehauen, um ein paar Freunde zu treffen, weil er sich "gelangweilt" habe. Eine Woche später war er wieder in der Wohnung seiner Mutter und ging zur Schule. Jeden Freitag holten Bill oder Violet ihn von der Bahn ab, fuhren mit ihm mit der U-Bahn zur Therapie zu Dr. Monk, warteten auf ihn und brachten ihn zurück in die Greene Street. Sein Hausarrest wurde fortgesetzt.
In den folgenden Monaten nahm Marks Verhalten ein erkennbares Muster an, für das ich die Bezeichnung "Kreislauf des Schreckens" erfand. Wochenlang schien alles gut zu gehen. Er bekam hervorragende Noten in der Schule, war kooperativ, hilfsbereit und nett und zahlte mir seine wöchentliche Rate von seinem Taschengeld. Bill und Violet berichteten, dass ihre langen Gespräche mit ihm über Vertrauen, Ehrlichkeit und das Einhalten des Vertrages Wirkung zu zeigen schienen, ihm halfen, "bei der Stange" zu bleiben. Er erleichterte sich bei Dr. Monk, die mit seinem "Fortschritt" zufrieden war. Und dann, gerade als die Leute um ihn herum so weit eingelullt waren, dass sie sich einen vorsichtigen Optimismus erlaubten, machte Mark alles zunichte. Im Oktober fand Violet sein Bett mitten in der Nacht leer vor, und in ihrem Portemonnaie fehlte das gesamte Bargeld. Am Sonntagvormittag tauchte er wieder auf. Im November bemerkte sein Stiefvater Philip, als er zur Arbeit fahren wollte, eine große Delle in seinem Auto. Im Dezember lud Bill Mark zum Mittagessen ein. Nachdem sie Hamburger bestellt hatten, entschuldigte sich Mark, um zur Toilette zu gehen, und tauchte drei Tage später bei Lucille wieder auf. Im Februar fand ihn sein Geschichtslehrer in der Jungentoilette, als er sich übergab; in seinem Rucksack fand sich ein Liter Wodka, und in seiner Hosentasche hatte er Valium.
Jeder Zwischenfall spielte sich nach derselben Vorlage ab. Erstens: das Entdecken der Tat; zweitens: der Wutausbruch der geschädigten Person; drittens: Marks Wiederauftauchen und leidenschaftliches Leugnen. Ja, er sei durchgebrannt, aber er habe nichts wirklich Schlimmes getan. Er habe in der Stadt herumgelungert. Sonst nichts. Er habe allein sein müssen. Er habe Philips Auto nicht mitten in der Nacht genommen. Wenn die Tür eingedrückt sei, dann müsse jemand anders den Kombi gestohlen haben. Ja, er sei in jener Nacht von zu Hause abgehauen, aber er habe kein Geld gestohlen. Violet müsse sich irren. Sie habe es vielleicht selbst ausgegeben oder sich verrechnet. Marks empörte Unschuldsbeteuerungen waren erstaunlich irrational. Erst wenn er mit eindeutigen Beweisen konfrontiert wurde, gab er seine Schuld zu. Rückblickend waren Marks Handlungen zum Erbrechen vorhersehbar, aber keiner von uns blickte damals zurück, und obwohl sein Verhalten zyklisch verlief, merkten wir nichts. Der Tag des nächsten Ausbruchs konnte nicht vorhergesagt werden.
Mark wurde zu einem schwer deutbaren Rätsel. Es gab nach meinem Empfinden zwei Möglichkeiten, sein Verhalten zu erklären, beide dualistisch geprägt. Die erste war manichäisch. Marks Doppelleben ähnelte einem Pendel, das zwischen Hell und Dunkel hin- und herschwang. Ein Teil von ihm hatte die ehrliche Absicht, gut zu sein. Er liebte seine Eltern und seine Freunde, doch in regelmäßigen Abständen wurde er von einem plötzlichen Drang überwältigt und handelte danach. Bill glaubte fest an diese Version der Geschichte. Das andere Modell für Marks Verhalten könnte mit geologischen Schichten verglichen werden. Die so genannten guten Impulse bildeten eine hoch entwickelte Oberfläche, die das, was darunter lag, größtenteils verbarg. Von Zeit zu Zeit drängten die darunter liegenden ruhelosen Kräfte vulkanartig hervor und brachen aus. Ich gewann den Eindruck, dass das Violets Theorie war, oder vielmehr die Theorie, die sie ängstigte.
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