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Was ich glaube [Taschenbuch]

Hans Küng
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 2 (November 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492263909
  • ISBN-13: 978-3492263900
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 44.900 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hans Küng
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Hans Küng schreibt für Menschen, die auf der Suche sind.« Deutschlandradio Kultur

Kurzbeschreibung

Hans Küng legt sein persönlichstes Buch vor: die »summa« seines Lebens, sein individuelles Glaubensbekenntnis. Er findet Antworten auf die großen Fragen, die bleiben, wenn man die gelehrte Wissenschaft, die theologische Formelsprache, die kunstvollen Theoriegebäude beiseite lässt: Was kann ich glauben, worauf vertrauen, was erhoffen, wie soll ich leben? Von »Lebensvertrauen« über »Lebensfreude«, »Lebenssinn« und »Lebensleid« schreibt der große Theologe und lässt uns tief in sein ureigenes Wertesystem blicken, in den Kern seines Glaubens.

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119 von 127 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Küng ganz persönlich 17. November 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Hans Küng hat im Sommersemester 2009 an der Universität Tübingen neun Vorlesungen "Was ich glaube" gehalten, die großen Zuspruch gefunden haben. Dies ist erstaunlich, da sonst theologische Vorträge eher in kleinen Kreisen stattfinden. Außerdem hat Küng ja seine theologischen Überzeugungen schon reichlich publiziert und auch autobiografisch vieles beschrieben. So bleiben Wiederholungen nicht aus. Gleichwohl ist interessant, quasi die Summe eines langen Lebens überblicken zu können. Dabei darf man keinen Seelenstriptease erwarten. Zwar spricht Küng naturgemäß immer wieder von sich und seinen Leistungen, aber er reflektiert dies sehr stringent an den zehn Stichworten, die sein Buch strukturieren.

1. Er beginnt mit dem Grundvertrauen, das allein zu einem gesunden Glauben führen kann. Mit großer Souveränität hat sich Küng gegen ungesunde oder krankmachende Formen von Kirchlichkeit durchsetzen können und seinen eigenen Weg gefunden. Dies konnte er sogar dem Papst Paul VI. ins Gesicht sagen, als dieser um Vertrauen bat. Küng antwortete: Ich habe Vertrauen zu Ihnen....., aber nicht zu allen, die um Sie herum sind."

Lebensvertrauen ist gut, Lebensfreude ist besser. Mit diesem Satz beginnt das zweite Kapitel, in dem er sich mit Lebensfreude und Glück auseinander setzt. Hier wendet er sich vor allem gegen Nihilismus und Zynismus heutiger Intellektueller. Er kreiert das neue Wort Hämismus". Solche destruktiven Lebenseinstellungen hat er sogar in Fakultätssitzungen erlebt. Ein Gegenmittel ist die Freude an der Natur und an Tieren. So kann er sogar der kosmischen Religiosität etwas abgewinnen.

Im dritten Kapitel reflektiert er nicht nur seinen eigenen Lebensweg, sondern auch den der Menschheit. Überhaupt gelingt es Küng immer wieder, sehr gelehrte Abschnitte einzuflechten, etwa wenn er sich Gedanken über die Evolution macht. Selbstverständlich wird auch das Weltethos noch einmal ausführlich dargestellt. Auch hier gilt: Viele Lebensentscheidungen lassen sich aber nur gegen Widerstand durchsetzen. .... Ich habe versucht, wo immer möglich, zwischen dogmatischer Sturheit und anpasserischer Weichheit einen Weg zu finden, der Beständigkeit mit Anpassungsfähigkeit verbindet." S. 94

Im vierten Kapitel beschäftigt sich Küng mit dem Lebenssinn. Eigene Krisen und Erfahrungen des Sinnverlustes stellt er ungeschminkt dar. In Auseinandersetzung mit Nietzsche stellt auch Küng seine Fragen und möchte sich mit der Sinnlosigkeit in dieser Welt nicht abfinden: Es muss uns genügen, für das Hier und Heute einen Sinn im Leben zu finden. Und den muss jeder Mensch, jeder Mann und jede Frau für sich selber finden, im eigenen größeren oder kleineren Lebenskreis. Ein jeder Beruf kann, unabhängig von der Position, zu echten Berufung werden, die Befriedigung und Erfüllung zu schenken vermag. Engagement im Ehrenamt - auf sozial, karikativ oder politisch - kann sinnstiftender sein als mancher Broterwerb." S. 124

Als Theologe fügt Küng noch die Frage nach dem Lebensgrund hinzu. Da geht es nun wirklich um die Gottesfrage, um die Funktion von Religionen und ihrer Kritik, wobei sich Küng für eine Spiritualität mit Rationalität" entscheidet. Die Aversionen gegen die Philosophie, wie in der protestantischen Theologie seit Martin Luther immer wieder zu beobachten, war meine Sache nicht." S. 140

So versucht er also den Dingen auf den Grund zu gehen. Seine Gedanken gipfeln in dem Satz: Der ewige Gott verleiht allem Zeitlichen Grund und Sinn, und für einen aufgeklärten Glauben an Gott braucht man sich heutzutage nicht mehr zu entschuldigen. Doch - wie wäre es, wenn am Ende heraus käme, dass ich mich in meinem Glauben getäuscht habe? Dann hätte ich, das ist meine Überzeugung, dennoch ein glücklicheres Leben mit Gott gelebt als ohne ihn." S. 159

Im sechsten Kapitel beschäftigt er sich mit dieser religiösen Grundlegung, die er Lebensmacht" nennt. Es ist der Platz, um sich auch mit mystischer Spiritualität auseinander zu setzen. Hier bringt Küng seine Beobachtungen aus östlichen Religionen ein. Küng hält an dem Glauben an einen Schöpfergott fest. Wir können Gottes Macht und Herrlichkeit und seine Vorsehung" immer erst im Nachhinein erkennen. Wenn ich auf mein Leben zurück schaue, dann kann ich im Nachhinein, im Nach-Sehen" erkennen, dass und wo ich besonders gehalten und geführt war. Das muss mir genügen und es genügt mir auch". S. 201

Im siebten Kapitel stellt er nun verschiedene Lebensmodelle vor, wie sie sich in den unterschiedlichen Religionen heraus gestellt haben. Immer selbstkritisch analysiert er auch das christliche Modell", das gewissermaßen Jesus verkörpert hat. Von außen gesehen, sozusagen religionswissenschaftlich, gibt es verschiedene Heilswege, verschiedene wahre Religionen. Aber von innen gesehen, also für mich als glaubenden Christen, gibt es nur die eine wahre Religion: die christliche, für welche die anderen nur mit Vorbehalt wahre Religionen sind." S. 232

Im achten Kapitel stellt sich Küng der alten Frage nach dem Leid. Die bisherigen Antworten der Theodizee sind unbefriedigend. Aber auch die protestantische Kreuzestheologie ist fragwürdig. Auch in größter Not will Küng sein Vertrauen im Glauben an Gottes Gnade behalten. Das ist ur-evangelisch, und weil es ur-evangelisch ist, ist es auch ur-katholisch..." S. 260

Schließlich geht es Küng um Lebenskunst. Hier wagt er sich auf das Gebiet von Eros und Agape, schreibt von Frieden durch Rechtsverzicht und Macht zugunsten Anderer. Er fordert Konsum mit Maß" und Erziehung im gegenseitigen Respekt". Nicht einmal den Sport und Fairness" klammert er aus. Natürlich möchte er auch Gesundheit ohne Gesundheitswahn". Und zum Ende macht er sich Gedanken über die Kunst des Sterbens. Kaum ein Thema, das Menschen bewegt, wird ausgelassen.

Im letzten Kapitel zur Lebensvision wird Küng noch einmal ausgesprochen gesellschaftskritisch. Er wehrt sich gegen Ideologien und Fortschrittsgläubigkeit, kämpft für ein globales Ethos als neues Paradigma für eine friedliche Weltpolitik und gerechte Weltwirtschaft. Zu seinen Visionen gehören nicht nur die Einheit der Kirchen, sondern auch der Frieden der Religionen und die Gemeinschaft der Nationen. Seine letzte Vision aber ist die Antwort auf die Frage: Was geschieht mit mir? Ich hoffe darauf, dass es auch für mich einmal eine Auflösung aller Widersprüche und ein Dasein in Harmonie, Frieden und Glück geben und mir an meinem Ende das zuteil wird, was in der ganzen christlichen Tradition die Vision schlechthin, die Visio beatifica", die selig machende Schau" genannt wird." S. 314

Es ist in der Tat ein sehr persönliches Buch, das zum Weiterdenken anregt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
In klaren Worten... 3. Februar 2012
Format:Taschenbuch
In klaren Worten bezieht Hans Küng Stellung zu den verschiedenen Lebensbereichen und Lebensfragen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es für mich plausibel und in klaren Worten zu den mich bewegenden Fragen Antworten oder zumindest Antwortvorschläge liefert.

Ich habe das Buch am Ende zur Seite gelegt mit den Gedanken, dass das eben die Last des Menschen ist, die Frucht des Sündenfalls, der freie Wille, sich für seinen persönlichen Weg und sich für seine persönlichen Antworten frei entscheiden zu dürfen.

Ich habe die Wahl.

Und so möchte ich es mit Hans Küng halten:
"Der ewige Gott verleiht allem Zeitlichen Grund und Sinn, und für einen aufgeklärten Glauben an Gott braucht man sich heutzutage nicht mehr zu entschuldigen. Doch - wie wäre es, wenn am Ende heraus käme, dass ich mich in meinem Glauben getäuscht habe? Dann hätte ich, das ist meine Überzeugung, dennoch ein glücklicheres Leben mit Gott gelebt als ohne ihn."
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. M.
Format:Taschenbuch
Im Grunde, könnte man scherzhaft sagen, ist es piepegal, was Hans Küng glaubt, schließlich ist er nicht der Papst! Aber immerhin ein bedeutender Theologe, der hier eine auch für den Laien verständliche »Summa theologiae« abliefert, ein Buch, das, auch für Nichtchristen, interessant und lehrreich ist. Für Christen lädt sein persönliches Credo ein zu einer Auseinandersetzung und, wie in meinem Fall, Abgrenzung. Unübersehbar ist: Der Theologe hat sich in Abkehr von der katholischen Orthodoxie eine Art Privatreligion zusammengebastelt, die er, belesen, religionswissenschaftlich gebildet und nicht ganz frei von Eitelkeit, philosophisch zu begründen vermag. Dabei scheint es ihn nicht weiter zu stören, dass er sich fortwährend in Aporien, in unauflösliche und für den schlichten Christen eher verwirrende Widersprüche, begibt, so etwa, wenn er zum Absolutheitsanspruch des christlichen Bekenntnisses kommt und bekennt, dass es »von außen gesehen, sozusagen religionswissenschaftlich [...] verschiedene wahre Religionen« gebe; »von innen gesehen« gebe es für ihn aber nur die christliche als »die eine wahre Religion« (S. 232). Kritiker werden mit Recht bemängeln: Mehr »Wischiwaschi« ist kaum möglich. Das größte Paradox besteht freilich darin, dass Küng durchgehend jahrhundertealte Lehren der christlichen Kirche wie die »Trinitätsspekulation« (S. 226) als Legendenbildungen und scholastische Interpretationen ablehnt und im gleichen Atemzug selbst nichts anderes als hochspekulative Theoreme an deren Stelle zu setzen sucht.

Erstes Beispiel: die Trinitätslehre. Es ist zwar zutreffend, dass die Lehre von der Dreifaltigkeit nicht unmittelbar aus den neutestamentlichen Zeugnissen hervorgeht, aber es ist schon ein bisschen viel verlangt, wenn man der Argumentation eines Autors folgen soll, der für sich ein tieferes Verständnis oder eine treffendere Einsicht in Natur und Wesen Christi beansprucht als die Kirchenväter aus dem 5. Jahrhundert, als sei es die logischste Sache der Welt, dass das Verständnis eines geschichtlichen Gegenstandes mit der zeitlichen Distanz von ihm zunehme.
Beispiel zwei: die Auferstehung Jesu. Will man die weitgehend übereinstimmenden biblischen Berichte von Auferstehung und Himmelfahrt Jesu, die das existenzielle Zentrum jedes christlichen Bekenntnisses bilden, in Frage stellen, muss man sich gut wappnen. Küng tut eher das Gegenteil: Er sucht den »unverwechselbaren« historischen Jesus in den einzigen wesentlichen Quellen, den kanonischen Texten des Neuen Testaments, und übersieht völlig, dass gerade durch sie die von ihm apodiktisch als »Gespenstergeschichte« (S. 225) diffamierte leibliche Auferstehung Jesu Christi bestens verbürgt ist, sei es durch Paulus im 1. Korintherbrief, einem der ältesten neutestamentlichen Texte, sei es durch das Johannes-Evangelium, aus dem die älteste erhaltene Handschrift stammt und das der Autor ja auch selbst als Ausdruck »offenkundig alter Quellen« (S. 223) wertet - ein klarer Widerspruch also zu seiner beharrlich wiederholten Hypothese von den »hellenistischen Neuinterpretationen« (S. 230), die mit dem historischen Jesus wenig zu tun hätten. Denn wie will man überhaupt etwas über den historischen Jesus wissen, wenn nicht aus den ältesten Schriften? Und wie will man wissenschaftlich rechtfertigen, dass man in demselben Urtext selektiv dieses für historisch hält und jenes nicht? Mit seinem durch nichts belegten Theorem von Jesu »Auferweckung in Gottes ewiges Leben, das alle menschlichen Vorstellungen übersteigt« (S. 225) fährt Küng dann als Gegenprogramm zum urchristlichen Bekenntnis nur eine dürftige undurchsichtige Worthülse auf, die sich von den »Interpretationen« der Kirchenväter vor allem dadurch unterscheidet, dass sie auf keiner biblischen Schrift fußt, sondern im luftleeren Raum hängt und also genau das ist, was Küng so gerne kritisiert: hochspekulativ. Theologisch gesprochen: Zu den Auffassungen der Kirchenväter verhält sich Küngs krudes Konstrukt von einer »Auferweckung in Gottes ewiges Leben« wie gnostische Pseudepigrafie zu einem kanonischen Paulus-Brief.
Beispiel Nummer drei: Küng beruft sich auf das Paulus-Zitat aus dem ersten Korintherbrief, dass niemand einen anderen Grund legen könne als den der in Christus gelegt sei (1. Kor. 3,11); gleichzeitig postuliert er den Islam als mögliches Korrektiv hinsichtlich der von ihm abgelehnten Lehre vom Sühnetod Christi am Kreuz, negiert also die paulinische Kreuzestheologie, die auf der Wesensgleichheit (Homousie) von Gott und Christus beruht. Wenn ich mich als gläubiger Christ auf Paulus berufe, kann ich eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass ich vom Islam nichts, aber auch gar nichts zu lernen habe, denn spätere oder im Widerspruch zum urchristlichen stehende legitime Zeugnisse von Gott schließt der Apostel Paulus ja gerade aus (Gal. 1,8). Hilfreicher wäre an dieser Stelle der Hinweis gewesen, dass der Islam aus abwegigen Irrlehren hervorgegangen ist, die auf dem Konzil von Nicäa verworfen wurden. Da Küng aber mit den Beschlüssen dieses Konzils auf dem Kriegsfuß steht, rückt der Islam in ein gnädigeres Licht.

Fazit: In Hans Küngs auf der historisch-kritischen Methode basierender Theologie findet sich viel Nachdenkenswertes und Anregendes und dieses Buch bietet einen verständlicheren Einblick in sein Denken als die vielen Fachbücher, die er zuvor veröffentlicht hat. Jedoch begibt sich der Autor, sobald er auf Distanz zu dem geht, was im Apostolischen Glaubensbekenntnis als kirchenübergreifender Konsens festgeschrieben ist, auf so dünnes Eis, dass man das Knirschen vor dem Einbruch in die kühlen Fluten blanker Spekulation bis in die tiefste theologische Provinz hören kann. Seine Kritik an den Kirchenvätern, die sich enger am verlässlichen urchristlichen Zeugnis orientieren als er, erweist sich als eine Art Selbstschussanlage, die beim Autor selbst die meisten Treffer landet.

Vielsagend und bezeichnend finde ich, obwohl ich Protestant bin, die direkte Gegenüberstellung dieses Buchs von Küng mit dem seines Edel-Rivalen Joseph Ratzinger alias Benedikt XVI., dessen zweiter Band einer ebenfalls von persönlichen Glaubensüberzeugungen geleiteten Auseinandersetzung mit der Figur des Jesus von Nazareth fast zeitgleich mit Küngs »Was ich glaube« erschienen ist. Mein Fazit fällt zugunsten des Papst-Buches aus, das ich als gründlicher, bibelzentrierter und vor allem wesentlich weniger spekulativ empfand. Letztlich wird aber immer das persönliche Bekenntnis ausschlaggebend dafür sein, wessen Theologie man eher zu folgen geneigt ist.
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