Welches Wissen braucht der Mensch, um die komplexe Gegenwart zu bewältigen? Und wie und wo lässt es sich am leichtesten und dauerhaftesten erwerben? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Buch.
Überall stehen uns heute massenhaft Informationsquellen zur Verfügung: Bibliotheken, Zeitungen, Radio und Fernsehen und natürlich das Internet. Blitzschnell durchsuchen Computer heute riesige Datenmengen. Doch wer garantiert, dass die maschinell erbeuteten "Netzfänge" etwas taugen? Es zeigt sich vielmehr, dass nicht pure, isolierte Fakten, sondern Verknüpfungen die entscheidende Kraft des Wissens darstellen.
Im Buch wird das Beispiel Google genannt. Rund 3 Mrd Mal pro Tag klicken Internetnutzer auf der ganzen Welt den Search-Button von Google. Doch die Wissensmaschine, so Skeptiker, verändert den Umgang mit Wissen selbst. Google fördert das schnelle, oberflächliche Durchsuchen von Informationen und verhindert jede tiefe, andauernde Beschäftigung mit einem Argument, einer Idee. Tatsächlich empfiehlt die mächtige Maschine vor allem, was die meisten ohnehin schon gut und richtig finden. Und so schafft nur das Populäre den Weg auf die vordersten Plätze der Ergebnislisten. Das Neue, noch kaum Gedachte, dafür aber möglicherweise umso Wichtigere verschwindet in den digitalen Katakomben. So hilfreich so eine Suchmaschine wie Google also ist, sie hat auch ihre Grenzen.
Man merkt an dem geschilderten Beispiel schon, dass das Buch kein populärwissenschaftlicher Ratgeber darüber ist, was man heute wissen sollte - obwohl der Buchtitel das ja eigentlich verspricht. Nein, es ist mehr eine Sammlung von in Essayform geschriebener Beiträge mehrerer Spiegel-Redakteure darüber, welchen Stellenwert Wissen in unserer Gesellschaft hat, und wie der Einzelne damit umgehen sollte. Jeder Autor hat dabei seine eigenen Vorlieben und Herangehensweisen. Man wird als Leser vermutlich nicht alles gutfinden - manche Beiträge waren mir persönlich zu weitschweifig. Und ob der 20 - seitige Wissentest am Ende des Buches sein musste, sei mal dahingestellt - denn er unterscheidet sich nicht wesentlich von ähnlichen Tests, die wöchentlich in diversen Programmzeitschriften zu finden sind.
Fazit: Das Buch hat seine Längen. Gleichwohl handelt es von einem sehr wichtigen Thema - dem Umgang mit einem ständig größer werdenden Wissensangebot in unserer Gesellschaft. Und hierzu gibt es interessante Denkanstösse. So ist es eine manchmal mühsame, aber doch lohnenswerte Lektüre.