| ||||||||||||||||||
Produktinformation
|
Tags(Was ist das?)Bei einem Tag handelt es sich um ein Schlagwort, das zum Produkt passt.
Tags erleichtern allen Kunden die Suche und die Sortierung ihrer Lieblingsprodukte. |
Auch die Existenz dieser Publikation wurde an mich durch eine Besprechung im literarischen Quartett an mich herangetragen. Besonders Elke Schmitter und Helmut Karasek äußerten sich über dieses Buch von Robert Bober positiv und weckten dadurch mein Interesse, in diesem Roman mal zu schmökern. Und so lieh ich mir dieses Buch aus der Bibliothek aus und verschlang den Inhalt des Werks quasi im Spaziergang. Denn trotz der ernsten Thematik handelt es sich beim Stil um eine leichte zu verdauende Bücherkost für den Rezipienten. Das Werk "Was gibt´s Neues vom Krieg?" von Autor Robert Bober weiß durch eine sehr bildhafte Sprache zu überzeugen und den Leser in den Bann zu ziehen.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der Autor:
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Robert Bober wurde 1931 in Berlin geboren. Seine Eltern waren polnische Juden und deshalb emigrierte er 1933 zusammen mit seiner Familie nach Frankreich. In seiner neuen Heimat überlebte er eine Razzia des NS-Regimes im Jahre 1942 durch eine lebenswichtige Warnung und arbeitet in der Folge bis zum Jahre 1953 als Näher und Schneider. Auch im vorliegenden Band mit Namen "Was gibt´s Neues vom Krieg?" ist das Szenario einer Schneiderwerkstatt als Handlungsort vom Autor daher nicht zufällig gewählt. Nach diesem Intervall in seinem Leben arbeitet er als Pädagoge für psychisch Verwirrte. Durch das Kennen lernen von Regisseur François Truffaut wurde Robert Assistent bei dessen Filmen "Tirez sur le pianiste" (1960) und "Jules et Jim" (1962) und begann ab 1967 seine Karriere als Dokumentarfilmer.
Seine bekanntesten veröffentlichten Dokumentarfilme sind:
"La génération d´aprés" aus dem Jahre 1971 und "Réfugié provenant d´Allemagne, apatride d´origine polonaise" von 1976. Die primär behandelten Themen sind der Holocaust im allgemeinen und die Flucht vor dem NS-Regime.
Dieses von mir zur Rezension besprochene Werk wurde 1993 veröffentlicht und stellt gleichzeitig Bobers Debütroman dar. In Frankreich erschien dieses Buch, mit der begehrten Auszeichnung des "Prix du Livre Inter" gewürdigt, unter dem Titel "Quoi de neuf sur la guerre?". 1995 wurde es dann auf deutsch übersetzte und erschien bei uns unter dem Titel "Was gibt's Neues vom Krieg?".
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Handlung & Meinung:
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der Ort der Handlung ist wie bereits angedeutet eine Schneiderwerkstatt in der französischen Hauptstadt Paris. Man schreibt das Jahr 1946. Alle sind froh, dass der Krieg beendet ist! Alle? Nein nicht alle! Der Autor Bober beschreibt hier in lose zusammengesetzten Episoden viele verschiedene Geschichten von Leuten und deren Kriegserlebnisse. Die Flucht, die Emigrierung, die Angst, das Hoffen, das Bangen, das Mitfiebern - jeder hat seine eigene Art mit dem Krieg und dessen Resultaten umzugehen. Zudem sind alle vom Krieg Geschundenen sind froh, so glimmlich davon gekommen zu sein.
Die Lage geschildert aus der Sicht des einfachen Mannes. Von der Thematik stark an Heinrich Bölls Werke, die der so genannten Periode Trümmerliteratur zugeordnet werden, auf den ersten Blick erscheinend, steckt doch bei Bobers Werk eine gehörige Portion Zynismus dahinter.
Bober bedient sich dabei einer leicht verständlichen, beinahe heiter anmaßenden Sprache. Die Episoden sind leicht zu lesen und wecken viele Assoziationen beim Rezipienten. Man ist scheinbar richtig tief drin in der Materie als Außenstehender Leser.
Der Schreibstil ist sachlich beschreibend - wenig ausgeschmückt und zielstrebig. Eine geradlinige, nüchterne Erzählform hat Bober als Rahmen verwendet. Doch ist diese Absicht letztendlich nicht nur ein Mittel zum Zweck?
Denn liest man umsichtig, so fällt einem der ironische, mitunter schon fast sarkastische Unterton jedes einzelnen Protagonisten auf. Allein schon der Titel des Romans - "Wann gibt´s Neus vom Krieg?" - ist ja bewusst schon etwas provozierend gewählt. Das Alltagsgeschehen jedes einzelnen musste ja weitergehen, und dem war auch so.
Mich hat die verwendeten sprachlichen Elemente und generell der leicht ironische Unterton stark an die Surrealisten in der Kunst erinnert. Verschwommene Darstellungen und träumerisch, illusionäre Formen wie durch den Meister des Surrealismus - Marc Chagall - und Landsmann Bobers kamen mir beim Lesen dieses Werks vom Autor desöfteren vors geistige Auge. Man fand sich mitunter in einer geradezu träumerisch anmaßenden Gesamtsituation wieder trotz des seichten Untertons. Tranceähnliche, verschwommene Impressionen von einem für jeden Beteiligten einschneidenden Ereignisses - dem zweiten Weltkrieg.
Ich habe dieses Buch in nicht einmal 2 Tage´n förmlich verschlungen und auch nachhaltig in mir aufgesogen. Ich erinnere mich gern an die fesselnden Momente dieses Buchs. Momente, in denen man eine Publikation wie diese gar nicht mehr weglegen will, obwohl es noch so viel für den Leser zu tun gab. Lesen macht Spaß. Das hat mir dieses Werk wieder einmal eindrucksvoll gezeigt.
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|