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Produktinformation
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Warum sagen wir, der Wein ist »alle«, wenn die Flasche leer ist, »geben etwas auf« - den Brief wie den Plan oder benutzen »mutterseelenallein« als vermeintlich ur-deutsches seelenvolles Wortgebilde?
Waltraud Legros zerlegt gängige Alltagswörter in ihre Bestandteile, nimmt Wendungen wie »nicht ganz bei Trost sein« unter die Lupe und berichtet von etymologischen Wurzeln. So erfahren wir in diesem äußerst unterhaltsamen und dabei lehrreichen Buch, was die Wörter über die Sprache erzählen und diese wiederum über uns, die wir sie benutzen, verändern und erneuern.
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Auf jeder Seite spürt man, wie Waltraud Legros ihren französischen Studierenden während langer Jahre als Universitätslehrerin versuchte, die deutsche Sprache zu erklären und näher zu bringen.
Für sie wurde deutlich, was uns Muttersprachlern durch alltägliche Routine verborgen bleibt: warum gibt es kein Verb "sehnsuchen", kann man "Schwerarbeit" verrichten, aber keine "Schwerkoffer" tragen usw.
Auch habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, wie kompliziert die Regeln der Verneinung im Deutschen sind. Hier wird die langjährige praktische Erfahrung aktiv: Fehler und Zweifelsfälle von (sehr fortgeschrittenen) Deutschlernenden machen Regeln und Ausnahmen deutlich. Auch gut gewählte literarische Zitate unterstreichen Aussagen zur deutschen Satzkonstruktion ebenso wie zum Gebrauch einzelner Wörter.
Zwei Lücken hat das Buch aber dennoch (deshalb nur vier Sterne):
1) Es fehlen so gut wie alle Quellenangaben, zumindest eine kurze Auswahlbiographie wäre brauchbar.
2) Vor allem auf den Seiten über das scharfe ? (148f.) fällt die alte Rechtschreibung seltsam auf. Ich blättere zum Impressum und lese "6., durchgesehene (!) Auflage, Juli 2003" und wundere mich, denn mittlerweile lässt das Nichtbeachten der Rechtschreibreform ein Buch schon ein bischen alt aussehen.
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