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Was die Erde will: Mensch, Kosmos, Tiefenökologie
 
 
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Was die Erde will: Mensch, Kosmos, Tiefenökologie [Sondereinband]

Jochen Kirchhoff
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Produktinformation

  • Sondereinband: 296 Seiten
  • Verlag: Drachen; Auflage: Durchgesehene Neuauflage. (1. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3927369373
  • ISBN-13: 978-3927369375
  • Größe und/oder Gewicht: 22,8 x 14,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Jochen Kirchhoff
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die gängige Ökologie zielt auf technischen Umweltschutz: Wo die Emissionen zu hoch sind, werden sie durch entsprechende Innovationen reduziert. An der herrschenden Struktur ändert sich damit aber nichts. Alles darf, ja soll beim alten bleiben. Die Tiefenökologie hingegen zielt auf Tiefenbesinnung und fragt nach den Ursachen der ökologischen Krise. Dabei wird die herrschende Bewußtseinsform als eine zutiefst neurotische, abgespaltene, verzerrt-eindimensionale erkannt. In deren Zentrum stehe, so sagt man, eine bestimmte Vorstellung vom Selbst oder Ich. Danach ist das herrschende Ich abgesprengt, isoliert, es setzt sich absolut. Dem halten die Tiefenökologen die Idee des »ökologischen Selbst« entgegen, das mit allem Lebendigen verbunden ist _ ein zutiefst integriertes Selbst (der Mensch ist die Erde, ist das Ökosystem, ist Gaia). Was will die Integrale Tiefenökologie? Integral bezieht sich zum einen auf das Vorhandensein höherer (eben integraler) Bewußtseinsebenen und -stufen, zum anderen auf die zu leistende Integration der Erde im Menschen also von »Erdreich«, Pflanzenreich und Tierreich. Pflanzen-Selbst und Tier-Selbst sind integrale Teile der Ganzheit des Menschen. So gesehen hat der Mensch Erde, Pflanze und Tier in sich. Wenn das Natur ist, dann ist nicht der Mensch Teil der Natur, sondern genau umgekehrt: Die Natur ist ein Teil des Menschen! Daraus ergibt sich zwangsläufig die Frage: Was ist der Mensch? Jochen Kirchhoff sieht den Menschen _ und die Welt als ein holarchisches, subtil hierarchisch geschichtetes Wesen. Diese ganzheitliche Sicht (jenseits modischer New-Age-Vokabeln) bezieht auch die höchsten Entwicklungsmöglichkeiten mit ein. Asiatische Chakra-Systeme werden als Hilfsvorstellungen herangezogen. Der Mensch _ und die Welt _ enthalten Seinsebenen; diese sind in der herrschenden Bewußtseinsformation allerdings heillos durcheinandergeraten. Der Großteil der Gesellschaft wird nur noch von den »unteren Chakras« aus bestimmt. Die herrschende Bewußtseinsform, das mentale Ich/das rationale Ego, ist eine menschheitsgeschichtlich notwendige Stufe, die aber entgleist ist. Der Ablösung von allen früheren Stufen war zu heftig. Die Dissoziation von Ich und physisch-sinnlicher Natur (zugleich des männlichen Mental-Ichs vom weiblichen »Natur-Ich liegt der gesamten technischen Welteroberung zugrunde. Die herrschende Bewußtseinsform, und zwar als sie selbst und ohne Wenn und Aber, ist der Tod der Erde. Von zentraler Bedeutung ist das Mensch-Kosmos-Verhältnis. Jochen Kirchhoff ist bislang der einzige, der eine innere Verbindung herstellt zwischen der modernen Kosmologie (Urknall-Universum, Schwarze Löcher etc.) und der ökologischen Krise, die auch eine psycho-kosmologische Krise ist. Der Autor zeigt den hohen Anteil an Projektionen im gängigen Welt- oder Kosmosbild: Wir deuten den Kosmos so, wie wir sind. (Was Schwarze Löcher wirklich sind, weiß niemand.) Auch unsere Kosmologie ist neurotisch. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Der Philosoph Jochen Kirchhoff (geb. 1944; „Was die Erde will“; „Räume, Dimensionen, Weltmodelle“) hat sich in der kulturell kreativen Denklandschaft einen Höhenweg erarbeitet, von dem aus er versucht, naturwissenschaftliche Sichtweisen mit den anderen Erfahrungsmöglichkeiten des Menschen (Kunst, Meditation, Naturerlebnis etc.) in ein Panorama zu bringen, welches die vielschichtigen Lebenswelten in ihrer ganzen Fülle ausbreitet und erschließt. Es geht ihm um luzide und kommunizierbare Erfahrungen mystischer, transrationaler oder transpersonaler Art, nicht um vage und rein subjektive Traumgespinste. Wie sonst vielleicht nur der amerikanische Philosoph Ken Wilber, vereint Kirchhoff die unterschiedlichsten Lebenserfahrungen zu einer neuen Wahrnehmungskunst der „Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit“. Dass deren Erkenntnis alles andere als esoterischer Luxus ist, vielmehr Bedingung für das Fortexistieren des Lebewesens Erde und der Spezies Mensch, durchzieht jede Zeile seiner Schriften und verleiht auch seinem neuen Buch Weitsicht und einen Ernst, der in unserer an Oberflächlichkeiten reichen Zeit wohltut.

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Sondereinband
Dieses Grundlagenwerk der integralen Tiefenökologie bildet den Auftakt zu einem vierbändigen Werkzyklus des Philosophen Jochen Kirchhoff, der mit "Räume, Dimensionen, Weltmodelle" und "Die Anderswelt" fortgesetzt und mit "Die Erlösung der Natur" abgeschlossen wurde. Der Zeitpunkt dieser Neuauflage könnte passender nicht sein, denn ein Jahrzehnt nach seinem erstmaligen Erscheinen erhält das Werk durch die jüngsten Schockwellen der ökologischen und ökonomischen Krise eine ganz neue Brisanz.

Ausgehend von einer kritischen Beleuchtung der Tiefenökologie und in der Auseinandersetzung mit Denkern wie Giordano Bruno, Stanislav Grof oder Ken Wilber entwickelt der Autor seine radikale These: Da wir die Wurzeln der ökologischen Krise nicht verstanden haben, sind unsere Lösungsansätze nur kosmetischer Natur. Denn was wir als ökologische Krise erfahren, ist Symptom einer Bewusstseinskrise. Wie ehedem Nietzsche hat Kirchhoff dabei, wenn schon keine Umwertung aller Werte, so doch einen radikalen Perspektivenwechsel im Sinn: Entgegen dem vorherrschenden Menschenbild der Ökologie und Mainstream-Kosmologie betrachtet er die Körper-Seele-Geist-Gestalt Mensch nicht als Teil der Natur, sondern die Natur als integralen Teil des Menschen. Damit gibt er nicht nur dem, was Rilke als "Weltinnenraum" besang, ein naturphilosophisches Fundament, sondern entkräftet nebenbei auch den populären ökomaterialistischen Gemeinplatz, demzufolge die Erde ohne den Menschen, dieser jedoch nicht ohne die Erde existieren könne. Denn das will, ja braucht die Erde: den ganzheitlich-integralen Menschen, der ihr erst ermöglicht, das in ihr angelegte Potential zur Entfaltung zu bringen.

Den wahren Kern der Krise verortet er in der kollektiven Neurose, ausgelöst durch die Abspaltung des modernen Menschen von Natur (Erde) und Übernatur (Kosmos) im Zuge der einseitigen Herausbildung des mentalen Selbst. Durch immer wahnwitzigere Weltvernutzungsprojekte sucht dieser "nur halb geborene" Mensch nun auf der physisch-sinnlichen Ebene seine metaphysische Leere zu kompensieren. Eine um das Attribut "integral" erweiterte Tiefenökolgie müsse somit vor allem eine Bewusstseinsökologie sein. Das Buch geht dabei weit über die Ökologie im engeren Sinne hinaus, denn es eröffnet Ausblicke auf eine neue, erdgemäße Kultur, deren weitreichende Implikationen sich auf sämtliche Sphären der Gesellschaft erstrecken, so auch Wirtschaft, Spiritualität oder das Verhältnis zwischen Mann und Frau. Dabei lässt sich der Autor nicht auf ein bestimmtes weltanschauliches System festlegen, denn den übersättigten Markt der wohlfeilen Ideologien und Weltbilder möchte er nicht weiter bedienen. Eine neue Kultur, wie immer diese auch aussehen mag, wird nicht auf der alten aufbauen, sondern diese transzendieren.

In stets von Dringlichkeit getragenem Tonfall verbindet Kirchhoff seine präzise Formulierungsgabe mit empfindsamer, fast poetischer Diktion, lässt persönliche Betrachtungen einfließen und macht auch vor spitzen Polemiken nicht Halt. Entfaltet dieser Stil mitunter eine sogartige Wirkung mit geradezu bewusstseinsweitendem Potential, so erzeugt er auch eine gewisse - wohl beabsichtigte - Unschärfe, die es nicht immer leicht macht, der zuweilen mäandernder Argumentation zu folgen. Wer sich diesem hoch originellen Werk jedoch öffnet und bereit ist, tradierte Weltbilder einmal beiseite zu schieben, wird durch überraschende Erkenntnisse, erhellende Einsichten und hoffnungsvolle Ausblicke belohnt werden. Vielleicht wird er sich gar ein Stück weit mehr beheimatet im Kosmos und auf der Erde fühlen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von NN TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Kirchhoff zeigt sich mit diesem Buch - ganz offen und direkt gesagt - im Grunde seines Wesens als nicht-genuiner Denker; er ist stattdessen ein Repetierer und Kritiker, also einer, der liest, darüber nachdenkt und dann wiederholt, kritisiert und mit ein paar eigenen Gedanklein würzt. Namentlich sind es vor allem - die üblichen Verdächtigen wie Bateson, Grof, Sheldrake, Duhm ... nicht mitgerechnet - Wilber, Bahro und Heinrichs, bei denen er sich bedient.

Während Ken Wilber im Stile eines perfektionistischen Transzendentalphänomenologen - man könnte ihn den Husserl des New Age nennen - bis in den Exzess hinein differenziert und ziseliert, während Bahro, streng marxistisch geschult, in seinem Jahrhundertbuch "Die Logik der Rettung" mit der fast beängstigenden Energie des "Umwerters aller Werte" die sechsstufige "Tektonik des Verderbens" immer tiefer auslotet und über das Industriesystem, die Kapitaldynamik, die Europäische Kosmologie, das Patriarchat und schließlich die Conditio Humana den exterministischen Reaktor auseinander nimmt, um daraus ein theoretisch umsetzbares politisches Programm zu basteln, und während der eigensinnige und wenig bekannte Johannes Heinrichs mit seiner "Öko-Logik" und dem "Sprung aus dem Teufelskreis" immerhin selbstdenkend seine realpolitisch realisierbare "Viergliederung des sozialen Systems" entwirft, nimmt Kirchhoff Versatzstücke dieser Impulse lediglich auf, kritisiert sie (dort wo Wilber "nicht tief genug" ist etc.), übersetzt sie ins eigene Verständnis, verflacht sie sprachlich oder kreiert eigene "kritische" Vokabeln (Erde/ERDE, "Integrale Tiefenökologie", Gaia und Demeter, Eleusis etc.). Das klingt nach was, bringt aber nicht viel und steht zwei, drei Abstraktions- und Konzentrationsstufen unter seinen Vordenkern und der notwendigen Diskussionshöhe.

So erfährt man eine Menge darüber, was man alles müsste, aber wenig, wie! Permanent wird nach mehr Tiefe oder Höhe oder Weitblick usw. gerufen, ohne sie selbst, eigenständig entsprechend auszuloten. Als relativer Eigenbeitrag und Erweiterung des Bahroschen Ansatzes dürfte die Beschreibung der ökologischen Krise als "psycho-kosmologische Krise" noch durchgehen, aus der sich dann ein neues Kosmos- und Erdverständnis ergeben müsste. Hier offenbart sich allerdings auch die Hegelianische Grundfigur dieses wenig strukturierten, eklektischen Buches, nämlich im sich selbst bewusst werdenden Geist = Erde oder - von mir aus - ERDE. Das sich selbst reflektierende Subjekt/Objekt (ERDE oder eben Hegelscher Geist) manifestiert sich selbstredend aber stillschweigend in der Person des Autors höchstselbst.

Außerdem verwechselt Kirchhoff immer wieder die eigentliche Seinsebene mit der Sprachebene, weshalb er insbesondere Wilbers und mythologisches Vokabular wie einen Fetisch benutzt und abstrakte Begriffe zu real existierenden Wesen erklärt, um mit ihnen nach seinem Bilde hantieren zu können. So wird der Wille zur Veränderung leider verschlissen, von seinen hochfliegenden Bahnen hart auf die Erde zurückgeholt. Gut als Gegenteil von gut gemeint - zu viele wollen, aber nur wenige können. Freilich, das schließt nicht aus, dass man jede Menge nachdenkenswerter Einzelideen findet, dafür garantieren ja die Quellen schon. Auch scheut sich Kirchhoff nicht, wissenschaftsproblematische Themen ohne Scheu anzugehen - die Geomantie etwa -; leider ausgerechnet dort nicht immer kritisch genug.

Das alles ändert nichts daran, dass man besser gleich die Originale und Klassiker liest!

Apropos: Wie man Gustav Fechners "Zend Avesta" nicht kennen kann, wenn man sich mit dem Willen der Erde auseinandersetzt und noch dazu seitenlang Jünger zitiert, der Fechner mehrfach bespricht, bleibt ein Rätsel - oder sollte das ein Fehler mit Methode sein?

PS: Kurze Anmerkung zu meinem elogischen Vorredner "Matthias Fersterer". MF ist Redakteur für Kultur und Gesellschaft bei der Zeitschrift "OYA. Anders denken. Anders leben". Die wiederum wird vom "Zukunftswerk Klein Jasedow" gemacht, welches wiederum sich auch für den "DrachenVerlag" verantwortlich zeichnet. Und dort, hier schließt sich der Kreis, erscheinen auch Jochen Kirchhoffs Werke.
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