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Was davor geschah: Roman
 
 
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Was davor geschah: Roman [Gebundene Ausgabe]

Martin Mosebach
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 8 (16. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446235620
  • ISBN-13: 978-3446235625
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 63.229 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Martin Mosebach
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Das Spiel um Lüge und Wahrheit ... ist der geheime Antrieb dieses Romans. Ohne Zynismus, aber mit heiterster Ironie, mit großem Erzählwitz und dramaturgischem Geschick zeichnet Martin Mosebach das Sittenbild einer feinen Gesellschaft, die einen Augenblick ganz unentschlossen zwischen Noblesse und Dekadenz schwankt, ehe sie stürzt." Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung, 04.10.10

"Ein Meister auf der Höhe seines Könnens: Martin Mosebachs Roman ‚Was davor geschah' gehört nicht nur zum Besten der neuen Saison, sondern der neuen deutschen Gegenwartsliteratur überhaupt." Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.10 "Ein Porträt der Frankfurter Gesellschaft, nachgeschärft und zum Funkeln gebracht - der Gesellschaftsroman des frühen 21. Jahrhunderts." Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung, 26.08.10 "Ein Glücksfall, ein großer Wurf, ein heiter-zärtliches Vexierspiel von Liebe und Zufall ... Wer es liest, erfährt viel über den eigenen Pulsschlag in der Zeit." Hellmuth Karasek, Hamburger Abendblatt, 28.08.10 "Der große Gesellschaftsroman unserer Tage: Ein Karussell der Eitelkeiten und Affären, in dem wir uns wiedererkennen, so unerbittlich, mit soziologisch analytischem Blick, erfasst er das Milieu. Der überzeugendste und subtilste Roman, den Mosebach bisher geschrieben hat. Er ist einer unserer besten Schriftsteller." Ulrich Greiner, Die Zeit, 02.09.10 "Ein Roman, der mich außergewöhnlich begeistert, weil er glaubhaft darstellt, wie in der Bundesrepublik Deutschland des Jahres 2010 gelebt und gedacht und gehandelt wird. Dieser Roman hält uns einen Spiegel vor, in dem wir uns gelegentlich verzückt, öfter aber erschrocken, selbst erkennen. Dieser Roman gehört auf die Bestsellerliste." Denis Scheck, ARD, 30.08.10 "Man weiß gar nicht, wo man mit dem Loben anfangen soll, so geschickt sind hier alle Erzählstränge eingefädelt, so funkelt und glüht die Sprache. Die große Leistung dieses Schriftstellers besteht auch in diesem Roman darin, dass er unsere banale Gegenwart so behandelt, als sei sie längst Geschichte geworden und also kostbar." Hannes Stein, Die Welt, 04.09.10 "Ein Geduldsspiel, auf das man sich unbedingt einlassen sollte. ... Eine erzählerische Meisterleistung und ein grosses Leseerlebnis." Andreas Tobler, Tages-Anzeiger, 27.09.10

Kurzbeschreibung

Es ist eine gefährliche Frage, die bereits den Keim einer Eifersucht enthält: Wie war das eigentlich mit dir, bevor wir uns kannten? Die beiden sind seit Kurzem ein Paar, und sie stellt ihm jene Frage. Seine Antwort wird zu einem Gespinst aus Wahrheit und Dichtung, einem wahren Lügenpalast, errichtet aus soliden Bausteinen von Wirklichkeit. Auf der Bühne Frankfurts inszeniert Martin Mosebach, mit detektivischer Genauigkeit und meisterhafter Sprachkunst, ein böses Spiel von Liebe und Zufall.

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69 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Martin Schnackenberg TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Ich trau mich, diesem Buch "nur" drei Sterne zu geben, auch wenn ich wahrscheinlich von vielen anderen gleich als Schmalspurleser gebranntmarkt werde, wie es leider in diesem Forum oft der Fall ist. Ich hoffe, dass ihr mir wenigstens die Zeit gebt, meine Meinung zu begründen. Ich räume ein, dass Mosebach sehr gut erzählen kann. Ich räume ein, dass er sehr genau hingesehen hat, dass er ein herausragender Beobachter ist (sonst kann man Menschen nicht so beschreiben), dass die Charaktere gerade in ihrer Überzeichnung zum Teil hervorragend beschrieben werden (köstlich z.B. der ständig den eigenen Sohn degradierende Schmidt-Flex), dass die Kommentare sprachlich nicht selten brillant und dann auch sehr witzig sind und dass ich also oft mindestens schmunzeln musste. Betrachte ich dieses Buch "nur" als Germanist und bewerte ich "nur" den Sprachästheten Mosebach - dann muss ich fünf Sterne verteilen.
Aber das alles ändert nichts daran, dass ich mich über weite Strecken gelangweilt habe und das für mich persönlich die Handlung ab einem gewissen Punkt vorhersehbar und insgesamt banal war. Ein wirklich gutes Buch, ein "Fünfsternebuch", begeistert mich sprachlich und bewegt mich. Über ein solches Buch denke ich noch Tage später nach, es berührt mich und verändert mich vielleicht sogar. Nichts von dem war hier der Fall, ich habe das Buch (am Ende mehr aus Pflichtgefühl) zu Ende gelesen, zur Seite gelegt, vergessen.
Vor wenigen Tagen hat ein Kommentator die Ernennung von Vargas Llosa zum Literaturnobelpreisträger mit den Worten gelobt, da sei nun einer geehrt worden, der hervorragende Literatur geschrieben habe, die sich aber auch noch gut und durchaus spannend lese. Er sprach mir aus dem Herzen - und ich musste an dieses Buch denken; eine Erklärung spare ich mir.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von JKH
Format:Gebundene Ausgabe
Es ist ein Buch voller Widersprüche. Wer sich weit aus dem Fenster lehnen möchte, könnte mit einiger Berechtigung behaupten, Mosebach sei der größte Sprachstilist in deutschen Landen. Ich kann mich nicht erinnern, ein ähnlich kunstvoll geschriebenes Buch gelesen zu haben. Mosebach verfügt über ein schier untrügliches Sprachgefühl, eine überbordende Kreativität und einen endlosen Wortschatz. Seine Metaphern und Vergleiche, mit der er Charakterzüge, Situationen und Gesten einfängt wie kaum ein anderer, lassen den Leser immer wieder staunend zurück. Nur ein, zwei Beispiele: Das Wort "Tod" umschreibt Mosebach an einer Stelle etwa als "abschüssige Bahn ohne Umkehr". Das ist so einfach wie genial - da muss man erst einmal drauf kommen. Auch entlockt Mosebach eigentlich ausgetretenen Themen noch verblüffende, originelle Bezüge, die "Was davor geschah" zu einem Buch der erfrischenden und unverbrauchten Beobachtungen machen. Etwa, wenn Mosebach Zusammenhänge zwischen dem gestenreichen Verhalten des modernen Menschen beim Handy-Telefonat und der ebenso emotionalen Gestik in antiken Theaterspielen herstellt. Das klingt sicher wirr und weit hergeholt - nicht aber, wenn man es bei Mosebach in sprachlicher Vollendung lesen darf.

Was fehlt diesem sprachlichen Geniestreich nun zum wahrhaften Meisterwerk? Ganz einfach: eine Handlung. "Was davor geschah" wird der Einordnung in das Genre "Roman", die auch auf dem Cover vorgenommen wird, nicht gerecht. Der Begriff "Fingerübung" spricht diesem so sorgfältig geschriebenen Buch zwar Hohn, aber alle sprachliche Brillanz kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass zu einem großen Roman eben auch gewisse narrative Elemente gehören. Und diese Komponente vernachlässigt Mosebach leider sträflich - es ist ein Jammer. Wunderbar, wie feingliedrig er den dekadenten Mikrokosmos am Swimming Pool der Hopstens entwirft. Toll, wie behutsam und präzise er seine zentralen Charaktere einführt. Hinterhältig, wie er zaghaft die ersten Brüche unter der glatt polierten Oberfläche andeutet. Es ist alles angerichtet für einen großen literarischen Wurf - doch es passiert: Nichts. Sicher, die Figuren handeln und interagieren - doch die Erzählung, sofern man sie als solche bezeichnen mag, bleibt stets fragmentarisch und sprunghaft; sie lässt einfach keine Entwicklung zu. Man muss dazu sagen, dass sich um den Kern des Buches die im Titel angedeutete Frage als Rahmenhandlung spannt. Ein Mann erklärt seiner Frau, was "davor geschah" - bevor sich das Paar kennen lernte. So weit, so gut. Doch nicht nur die Kernhandlung bleibt - wie eben erwähnt - bruchstückhaft, ohne Gegenwartsbezug und inhaltsarm, auch die Eingangsfrage verkümmert zum eindimensionalen Stichwortgeber. Es wird lediglich angedeutet, dass die Kernhandlung, die der Ehemann seiner Frau also auftischt, nur teilweise korrekt wiedergegeben ist, zum anderen Teil seiner Fantasie entspringt. Das steigert aber leider auch nicht die Identifikation mit dem Stoff. Der Hintergrund der Frage hätte dazu beigetragen, bleibt aber im Dunkeln.

So endet dieses verheißungsvolle Werk als inhaltlich belanglose Demonstration des sprachlichen Könnens. Es ist wie manchmal an Weihnachten - eine kunstvoll und aufwändig verpackte Hülle bedeutet leider nicht immer ein schönes Geschenk. Nur schade, dass dieser Autor mit seinem Talent so verschwenderisch umgeht. Es ist keine Vergeudung - denn "Was davor geschah" ist troz allem ein sprachlicher Hochgenuss, eine anregende Lektüre - und daher auch Lesern uneingeschränkt zu empfehlen, die der verbalen Stumpfheit einiger Unterhaltungsromane überdrüssig sind. Nur: Was würde dieser Autor erst für Meisterwerke erschaffen, wenn er die inhaltliche Relevanz eines Jonathan Franzens erlangte?
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45 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Martin Mosebach darf mit Recht als einer der besten Schriftsteller deutscher Sprache gelten. Die Nominierung seines neuesten Romans für den Deutschen Buchpreis 2010 ist nur ein Hinweis dafür. Dennoch ist er, vielleicht gerade weil er so schreibt, wie er schreibt, umstritten. Nicht nur im Feuilleton, sondern auch bei den Lesern. Viele Menschen können bei Schriftstellern einfach nicht unterschieden zwischen dem, was sie schreiben und dem, wie sie leben, was sie denken und vor allem glauben.

Obwohl in dem vorliegenden neuen Roman von Religion an keiner Stelle expressis verbis die Rede ist, werden viele Kritiker die Tatsache, dass Martin Mosebach ein gläubiger Katholik ist, ein Anhänger der lateinischen Messe, zum Anlass nehmen, auch bei diesem Buch den Finger eher nach unten zu halten.

Und tun ihm dabei wieder Unrecht. Denn "Was davor geschah" ist ein Gesellschaftsroman, der das Lebensgefühl einer bestimmten Schicht Anfang des 21. Jahrhunderts in einer Sprache beschreibt, die an Thomas Mann erinnert und dessen Sprachkunst durchaus ebenbürtig ist.
Denn er erfasst das Milieu,das er beschreibt, so detailgetreu und genau, dass sich viele Leser an irgendeiner Stelle wiederfinden können.

Der 35-jährige Ich-Erzähler beginnt auf die Frage seiner neuen Partnerin, "was davor geschah" ( eine oft für den Beginn von Beziehungen tödliche Frage), mit einer sich über 330 Seiten und insgesamt 33 Kapitel hinziehenden Geschichte, als er über etwa ein halbes Jahr als Dauergast bei den Festen der Familie Hopsten Falkenstein im Taunus nicht nur versuchte, mit der Tochter des Hauses, Phoebe, anzubändeln, sondern auch die anderen Menschen, die im Hause Hopsten aus- und eingingen beobachtete und einschätzte.

Es ist die gehobene Gesellschaft Frankfurts, die da literarisch gekonnt porträtiert und gleichzeitig auch hintersinnig aufs Korn genommen wird. Da ist neben der gastgebenden Familie Hopsten der alte Schmidt-Flex, Minister im Ruhestand mit vielen Beziehungen, sein Sohn Hans-Jörg, von dem der Alte nicht viel hält, dessen junge Frau Silvi, die den Wein lieber mag, als ihr gut tut.

Rosemarie Hopsten ist die ungekrönte Herrscherin des Hauses. Ihr Mann Bernward spielt alles mit. Bis es zu erheblichen Störungen in dem einst so stabilen Gefüge kommt. Dabei spielt Salam eine wichtige Rolle, halb Libanese, halb Österreicher, ein windiger Geschäftsmann und Frauenheld.

Wie eine Patience deckt Mosebachs Erzähler die Karten auf bis zum Ende des Buches. Manches muss er erfinden, anderes schlussfolgern, vieles hat er selbst miterlebt. Seine neue Partnerin unterbricht ihn manches Mal mitten in der Erzählung; er lässt sich aber nicht beirren und folgt geduldig seiner Handlung bis zum Ende, an dem auch klar wird, wer die Frau ist, die den 35-järhrigen von seinem Schwarm Phoebe abgebracht hat.

Mosebachs Sprachkunst ist außergewöhnlich. Schon lange habe ich bei einem Buch nicht mehr gedacht: wie schön kann Sprache sein. Die Lektüre ist ein geradezu sinnliches Vergnügen.
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