In ungewöhnlicher Form begibt sich der Autor Erwin Koch auf die Spuren von Paaren in aller Welt und aus der Schweiz.
In einer Art von Staccato und protokollarisch dicht beschreibt er das Leben dieser Menschen in lakonischem Ton. Mit kurzen und unmittelbaren Sätzen erzählt er die Geschichten ausgewählter Paare vom Beginn des Kennenlernens bis zur Familiengründung und zum Tod. Im Zeitraffer durchschreitet man viele gemeinsame Lebensjahre, die glücklich beginnen und oftmals bald in tragische Schicksale münden. Traurige und glückliche Momente werden auf diese Weise eingefangen. Der Bogen vom Glück über das Unglück bis zum Ende ist gelegentlich kurz und zeigt in scharfen Konturen die Schattenseiten des Lebens.
Da gibt es einmal den sonderbaren Professor Rodrigo Rosenberg in Guatemala, der, nach manchen Irrungen, seine letzte Geliebte heiraten will; doch ein unerwartetes Schicksal raubt ihm das Leben. Wie selbst inszeniert erscheint dieser Tod.
Annely und Alois, zwei brave, liebe Leute in der Schweiz, schlagen sich wacker durch's Leben, bis dass der Tod sie scheidet. Zwei Leben als Abrisse, in denen es nur kleinste Höhepunkte gibt wie Geburt, Hochzeit und Tod, dazwischen Arbeit und kleine Erholungen.
Aus Russland hört man von großer Armut, von aufopfernder Liebe und einem steten Kampf ums Überleben.
Nicht zuletzt eindrucksvoll und beklagenswert ist das Schicksal von Witali und Swetlana. Der tragische Absturz eines Flugzeugs auf dem Flug von Moskau nach Spanien zerstört das Glück einer ganzen Familie.
Bestechend ist die Erzählweise, die nicht analysiert, nicht kommentiert und nicht wertet sondern sich auf die reine Beschreibung beschränkt. In dieser Form entstehen ungewöhnliche Lebensbilanzen von Paaren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Erwin Koch beschreibt die einfachen Menschen, die zuweilen nur dumpf dem Glück nachjagen. Entstanden ist eine Art von Geschichtsschreibung, die in ihrer Echtheit anrührt und der man mit Faszination folgt.
Die Geschichten haben sich so ereignet, denn Erwin Koch ist Reporter aus Leidenschaft. Zu Recht heißt es im Untertitel des Buches "Wahre Geschichten".