Leider sind es solche "Ärzte" wie der verehrte Herr Dr. Bartens, die mitverantwortlich sind, daß vielen schwerkranken Menschen noch mehr und großtenteils unzumutbares Leiden aufgebürdet wird.
Herr Dr. Bartens ignoriert schlicht weg wissenschaftliche Belege für von ihm in seinem Buch beschriebene Krankheiten und das, was hier als humoristisch bezeichnet wird ist blanker, menschenverachtender Zynismus.
Das ist nicht nur unwissenschaftlich, sondern auch unverantwortlich. Gerade im Hinblick auf das chronische Erschöpfungssyndrom sind es solche Aussagen, die die Krankheit völlig verharmlosen und es massiv erschweren, wissenschaftliche Aufklärung zu fördern und den Erkrankten eine angemessene Umgangsweise zuteil werden zu lassen.
Statt dessen wird dadurch ihre Situation verschlechtert, was meistens zu einem Fortschreiten der Krankheit führt.
So lautet es auf der Website der Immundefektambulanz der Berliner Charite: "Das CFS ist eine schwere Erkrankung, die mit einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität einhergeht. CFS ist meist durch einen plötzlichen Beginn, oft mit einem viralen Infekt, gekennzeichnet.
Leitsymptome sind eine schwere Erschöpfung und körperliche Symptome, u.a. Halsschmerzen und/oder Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Myalgien, Schlafstörungen, und ein Verlauf über mindestens 6 Monate."
So wird beispielsweise CFS auch von der WHO im ICD-10 Code unter G 93.3 als neurologische Erkrankung klassifiziert, nicht als psychosomatische oder gar Modekrankheit.
Nicht selten wählen Betroffene nach jahrelangem Leiden, nicht nur unter der Schwere der Krankhiet sondern noch mehr unter dem Unverständnis und der mangelnden Informiertheit von Ärzten, medizinischem Personal, Behörden und "Gutachtern", den Freitod. Zugegeben, das beendet dann das Leiden äußerst effektiv. Ich sehe darin jedoch einen deutlichen Widerspruch zum hypokratischen Eid. Einem Arzt das hö sollte es doch das höchste Anliegen sein, dem Kranken zu helfen, zu heilen und wenn dies nicht möglich ist, das Leiden zu lindern, so gut es geht. Nicht jedoch über diese Menschen verächtlichen Spott zu treiben und somit ihre Lage noch viel schlimmer zu machen.
Aussagen wie in diesem Buch vermehren nicht nur das Leiden der Patienten sondern zerstören auch die Bemühungen ernsthafter Wissenschaftler und solcher Ärzte, die beim Leisten des Eides nicht die Finger gekreutzt haben.
Ich weiß nicht, ob der Herr Doktor sich für sein Buch mit den internationalen wissenschaftlichen Berichten, Studien und ergebnissen befasst hat oder gar Patienten mit diesen Krankheiten kennen gelernt hat. Wenn nicht, sollte er dies dringend nachholen und falls er noch einen Rest eines funktionierenden Gewissens hat, seine Hypothesen, denn das sind es nur, überdenken.