- Taschenbuch: 316 Seiten
- Verlag: Diogenes Verlag (1999)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 325723113X
- ISBN-13: 978-3257231137
- Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,2 x 2,2 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 487.403 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
Produktinformation
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Nicholas Blakes erster Krimi
Mit «A Question of Proof» gab 1935 der englische Lyriker, Essayist und spätere Poeta laureatus Cecil Day Lewis unter dem Pseudonym Nicholas Blake sein Krimidébut. Der Roman liegt jetzt unter dem Titel «Was zu beweisen ist» erstmals auf deutsch vor. Während Blakes berühmter, drei Jahre später erschienener Krimi «Mein Verbrechen» auf virtuose Weise die Detektiv- mit der Suspenseliteratur verbindet, folgt «Was zu beweisen ist» ganz dem Muster des klassischen Detektivromans. Allerdings waren sich viele Autoren der dreissiger Jahre bewusst, dass die Zeit der einfachen Puzzleform ihrem Ende zuging, und Kriminalschriftsteller wie Dorothy L. Sayers oder Nicholas Blake besannen sich verstärkt auf die Tradition des Gesellschafts- oder Sittenromans, die ja nur ausgedünnt war, aber von Anfang an ein Standbein der Gattung bildete.
So führt «Was zu beweisen ist» an eine private Vorbereitungsschule für Knaben, wo Blakes Detektiv Nigel Strangeways den Mord an einem Schüler aufklären muss und die Verdächtigen sich im wesentlichen aus dem Lehrkörper rekrutieren. Mit geschliffenem Humor entfaltet Blake dabei eine kleine Typologie der Lehrerschaft: Da gibt es den Pedanten, den Zyniker, den Ästheten, den «Nervtöter vom Dienst» oder den verachteten Blässling letzterer «eines jener unscheinbaren Wesen, die im Lehrerdasein versinken wie Schlamm, der sich auf dem Grund eines Flusses absetzt, die jedoch bei weitem nicht so leicht aufzuwühlen sind». Der Detektiv durchwandert die Gänge der Schule und lauscht auf die Geräusche hinter verschlossenen Türen, in denen sich die verschiedenen Unterrichtsstile andeuten. Oder er wird eingeweiht in die Mysterien des Schwarzen Punkts, eines Geheimbundes der Knaben, in den Strangeways sich nach schweisstreibenden Mutproben aufnehmen lässt, um an vertrauliche, für den Fall relevante Informationen zu gelangen.
Anders als Sayers jedoch, in deren letzten Romanen die Gattungsform zugunsten der Charakter- und Milieubeschreibung immer weiter in den Hintergrund tritt, hält Blake auch weiterhin an der phantastischen Tradition im Detektivroman fest. Sein Konzept besteht darin, «wirkliche Charaktere in unwirkliche, phantastische oder zumindest unwahrscheinliche Situationen» zu versetzen, wie er 1942 in einem Essay zur Gattung formuliert. Schon in seinem Erstling erschliesst sich das Motiv des Mordes durch psychologische Überlegungen, die Gelegenheit dazu aber durch eine Kombinatorik, die mit dem Unwahrscheinlichen rechnet.
Lutz Krützfeldt
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