Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Was vom Tage übrigblieb
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Was vom Tage übrigblieb [Taschenbuch]

Kazuo Ishiguro
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Was vom Tage übrig blieb
OT The Remains of the DayOA 1989 DE 1992 Form Roman Epoche Moderne
Im Zentrum des Roman Was vom Tage übrig blieb von Kazuo Ishiguro steht die Reise eines alten Butlers durch England, die zur quälenden Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit wird.
Inhalt: Im Jahr 1956 begibt sich der auf Schloss Darlington Hall dienende alte Butler Stevens mit dem Auto seines Arbeitgebers auf eine Reise nach Cornwall, um seine ehemalige Arbeitskollegin Miss Kenton zu besuchen, die er zur Rückkehr nach Darlington Hall zu bewegen hofft. Diese Fahrt ans Meer wird zu einer Reise in seine eigene Vergangenheit und allmählich treten in Rückblenden die Erinnerungen an sein bisheriges Leben zu Tage.
Vor dem Krieg war Stevens Chefbutler auf dem Landsitz des von ihm verehrten Lord Darlington, in dessen Dienst er vollkommen aufging. Würde und Pflicht sind seit jeher seine zentralen Glaubensgrundsätze. Dass sie einhergehen mit Selbstverleugnung und Selbstbetrug, erkennt Stevens jedoch zu spät. Die völlige Zurücknahme seiner selbst macht ihm zwischenmenschliche Beziehungen unmöglich. Obgleich er sich im tiefsten Inneren von der Haushälterin Miss Kenton angezogen fühlt, mit der er harmonische Stunden bei gemeinsamen ›Kakao-Abenden‹ verbrachte, hat Stevens ihre vorsichtigen Annäherungsversuche stets brüsk zurückgestoßen und sich ihr gegenüber förmlich verhalten, bis sie schließlich Darlington Hall verließ, um zu heiraten.
Als ebenso problematisch stellt sich in den Rückblenden die Beziehung des Butlers zu seinem Herrn heraus. Stevens wollte nicht sehen, dass Lord Darlington enge Kontakte mit den Nationalsozialisten pflegte und sich von ihnen instrumentalisieren ließ. Darlington Hall wurde zu jener Zeit zum Ort geheimer Treffen, führende Politiker gingen dort ein und aus. Stevens hinterfragte aus unbedingter Loyalität gegenüber seines Herrn niemals dessen Motive, ihn erfüllte sogar mit Stolz, am Schauplatz großer Weltpolitik gedient zu haben. Mit dem Krieg und dem Tod des Lords ist die alte Welt von Darlington Hall zerfallen, deren Mikrokosmos das Zentrum von Stevens’ Dasein war.
Auf seiner Reise erkennt Stevens die möglichen Wendepunkte, die er ungenutzt hat verstreichen lassen. Ungesagte Worte haben nach seiner Erkenntnis zu einem ungelebten Leben geführt. Als Miss Kenton ihm am Ende der Reise gesteht, dass sie sich ein gemeinsames Leben mit ihm hätte vorstellen können, trifft ihn das zutiefst. Auf dem Pier von Weymouth erkennt er angesichts des hereinbrechenden Abends, dass ihm nur der Versuch bleibt, das Beste aus dem zu machen, »was vom Tage übrig bleibt«.
Aufbau: Der Roman gliedert sich in einen Prolog und sieben Kapitel, die tagebuchartig die sechs Tage der Reise umfassen. Der Prolog spielt im Jahr 1956 auf Darlington Hall. Das äußere Geschehen tritt in den folgenden handlungsarmen Kapiteln nahezu völlig hinter die Reflexionen und Erinnerungen des Butlers zurück. Es wird im Verlauf der Digressionen deutlich, dass es Stevens um die Wahrung seiner Selbstachtung, um die Rechtfertigung seines Lebens und schließlich um die moralische Frage, was ihm von der Überzeugung, ein sinnvolles Leben geführt zu haben, geblieben ist.
Wirkung: Die Bekanntheit des mit dem Booker Prize ausgezeichneten Romans wurde vor allem durch James Ivorys sehr erfolgreiche Verfilmung gesteigert. In dem eng an die literarische Vorlage angelehnten Kinofilm von 1993 verkörpert Anthony Hopkins grandios den alternden Butler, der seiner versäumten Liebe zu Miss Kenton (Emma Thompson) nachreist. E. H.

Kurzbeschreibung

Seit mehr als 30 Jahren dient Stevens als Butler auf Darlington Hall. Er wacht darüber, daß das Silber stets geputzt und der Portwein richtig temperiert ist, und niemals würde er ein Wort über die merkwürdigen Vorgänge im Herrenhaus verlieren. Doch seine Geschichte offenbart mehr, als er erkennt, und so bemerkt der Leser, was dem Butler selbst nicht klar wird: Hier kämpft ein alternder Mann um seine Lebenslüge. "Was vom Tage übrigblieb" ist ein formvollendeter gesellschaftskritischer Roman, erzählt von einem, der sich eine solche Kritik nie erlauben würde, und eine wunderschöne, traurige Liebesgeschichte, erzählt von einem, der nie auch nur ahnte, daß er liebte.

Klappentext

"Seine Romane gehören zum Eindrucksvollsten der neuen englischen Literatur."
Die Zeit

"Eine traurige, distanzierte Liebesgeschichte mit geschichtlichen Einsprengseln aus einer interessanten Zeit."
Bücherforum

"Seufzen, vor Genuss. Auflachen, voller Mitleid. Kopfschütteln, in heilloser Verwirrung innehalten, verwundert, vorsichtig umblättern, langsam, weil so gierig - solcher Art sind die Reaktionen, die sich beim Lesen eines Romans von Kazuo Ishiguro einstellen können."
Die Zeit -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor

Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki geboren, kam 1960 nach London, wo er Englisch und Philosophie studierte. 1987 erhielt er für seinen zweiten Roman, "Der Maler der fließenden Welt" (bei btb in Vorbereitung), den bedeutendsten Literaturpreis Großbritanniens, den Whitbread Award for Fiction. Für seinen Weltbestseller "Was vom Tage übrigblieb", der von James Ivory verfilmt wurde, wurde er 1989 mit dem Bookerprize ausgezeichnet, 1995 wurde ihm der Cheltenham Prize verliehen und 2006 der Belletristikpreis der "Zeit". Kazuo Ishiguros Werk wurde bisher in 28 Sprachen übersetzt. Der Autor lebt mit Frau und Kind in London. 2006 erhält er den Corine-Preis.
‹  Zurück zur Artikelübersicht