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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
herausragendes Produkt der deutschen Underground-Literatur,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Was übrig bleibt. Social-Beat-Gedichte (Gebundene Ausgabe)
Endlich ist Malornys neuestes Werk beim Schweinfurter Wiesenburg Verlag erschienen. Der Einband (Form und graphische Gestaltung) erinnerte mich als ehemaligen Bürger der untergegangenen DDR ziemlich stark an die Bücher des damaligen volkseigenen und FDJ-nahen Verlages Neues Leben, eine Tatsache, die für mich zunächst einmal ein wenig erschreckend wirkte, aber der Inhalt war dann doch, wie er wartet, so ganz anders die sozialistische Romantik der staatstragenden Jugendliteratur. In 63 Gedichten erzählt der "U-Bahn-Bukowski" (Zitat: ZDF) Malorny (der eigentlich mehr als Straßenbahn- denn U-Bahn-Fahrer in seiner Wahlheimat Dortmund tätig ist) 63 Geschichten, die zwar nicht als sensationell zu bezeichnen, durch ihren Realitätsbezug aber alles andere als langweilig sind. Kurz gesagt, es sind die Gedichte eines Alkoholfreundes (klingt doch besser als Trinker), der sich durch das Leben schlägt und ab und an schlägt das Leben dann auch zurück. Da sind die Querelen und stetige Monotonie im Arbeitsprozeß, die Kneipengeschichten, die Abrechnung mit seinem Vater, Mißverständnisse mit dem anderen Geschlecht und vor allem der ewige Durst nach Alkohol und weiblichen Körperformen ("Immer nur Bier in rauen Mengen / und die Frauen sind fast alle / beinahe darin ertrunken / wenn sie sich in meiner Nähe aufgehalten haben / oder einfach weggespült worden / in die Arme und zwischen die Beine anderer Männer"). Zu letzterem sei noch anzumerken, daß sich Malorny hier keinesfalls als liebestoller und sexhungriger Jäger durch die Schluchten der Proletariermetropole Dortmund bewegt. Hartmuth ist da wesentlich genügsamer. Er ist hier, wie in seinem Schreibstil, Charles Bukowski ziemlich ähnlich, er nimmt das, was gerade abfällt ("Es war eine dieser unsagbar traurigen Nummern..."). Der Leser wird in den Texten auf keine gekünstelten Satzformulierungen treffen, der Autor schreibt ehrlich und geradeaus. Natürlich hat auch der gebürtige Wuppertaler Malorny, wie so viele seiner Zunft, einen Hang zur Melancholie (ob von Geburt an oder durch seine Biographie dazu geworden, sei einmal dahingestellt), aber nie bleibt der ihm eigene Galgenhumor auf der Strecke. Und außerdem ist da ja immer noch ein alkoholisches Getränk, welches das Leben (zumindest für die nächsten Momente) wieder lebenswert macht. Daß Malorny Phantasie und zudem die Gabe besitzt, mit der (teils "schmutzigen") Phantasie seiner Leser zu spielen, beweist sein Abschlußgedicht "Vergleichende Wissenschaft", das ich ganz besonders heraus heben möchte. Allein für dieses Gedicht, das ich nur als nahezu genial bezeichnen kann, hätte Malorny den Pulitzer- oder Ingeborg-Bachmann-Preis oder was auch sonst immer für Literaturpreise verdient. Von Bedeutung dürfte für Hartmuth auch hier lediglich sein, daß das Preisgeld für einen Kneipenbesuch reicht, na ja, und vielleicht noch für die gewesene Schönheit am anderen Ende der Theke. Fazit: Kaufen!!! AnDie Z. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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