Ein heikles Thema, zudem ein Thema über das man über 60 Jahre nach Kriegsende lange nicht gesprochen hat. Es wurde wohl totgeschwiegen aber es war nicht aus der Welt. Mittlerweile haben sich viele Deutsche Frauen aus der damaligen Zeit gemeldet und mit Ihren Berichten die Diskussion angefacht, ob solche Verbrechen ungesühnt und unbeweint sein dürfen. Das Buch WARUM WAR ICH BLOSS EIN MÄDCHEN dürfte schockieren und traumatisieren, denn was Gabi Köpp hier schreibt ist unschön und beschämend.
Ich muss zugeben, ich habe mich ein wenig gedrückt vor dem lesen dieses Buches, doch nun ist es aufgeschlagen WARUM WAR ICH BLOSS EIN MÄDCHEN thematisiert die Vergewaltigungen der Deutschen Frauen nach der Niederlage der Deutschen Armee 1945 und was damals geschah spottet jeder Beschreibung.
Wir wollen nicht aufrechnen und nicht anklagen, denn Verbrechen gab es auf allen Seiten, aber darüber sprechen und schreiben sollte man schon. Dieses Buch ist keine Aufrechnung oder Abrechnung, es ist wie ein stummer Schrei, welcher Gehör verlangt.
So manches Mal ist die Sprache des Buches kindlich und unbeholfen, hat sich Gabi Köpp doch das was ihr da widerfuhr in einem Tagebuch von der Seele schreiben wollen. Vieles deutet sie nur an und gibt nicht preis wie widerlich mit ihr tatsächlich umgegangen wurde.
Das diese ominöse Frau W. sie mehrfach an die Russen verriet und sie als williges Opfer vorschob, mutet zynisch an und lässt tief blicken. Entsetzt musste ich lesen wie Gabi Köpp mehrfach und unter Billigung der eigenen Mitgefangenen vergewaltigt wurde, alles nach dem Credo, lieber die als wir.
Das Nachwort von Dr. Birgit Beck - Heppner versucht sich in einer Analyse der Umstände, dass seit 2002 Vergewaltigung ein Kriegsverbrechen ist mutet wie ein Witz an, dies dürften wohl über 60 Jahre nach Kriegsende Männer entschieden haben. Würden Sie die betroffenen Frauen fragen, wäre es seit Jahrhunderten ein Verbrechen.
Ein schlichtes Buch mit einer großen Wahrheit.
Empfehlenswert!