Es gibt Menschen, für die ist die ganze Welt eine Verschwörung und eine Meinung ist vor allem dann gut und richtig, wenn sie eine Außenseitermeinung ist, die hinter dem, was die Mehrheit glaubt was wittert?--eine Verschwörung natürlich. Dieses Denksystem erhält sich notwendigerweise selbst, hat aber mit der Realität sehr schnell nichts mehr zu tun. Allen Menschen, die so gestrickt sind, auch allen Anhängern von Däniken oder Ercivan etc., kann man das Buch von Tom Appleton (das Pseudonym eines Journalisten übrigens) nur empfehlen. Alle Anderen dagegen seien gewarnt, denn das Bild des Neandertalers und seiner Erforschung, das hier entworfen wird, ist weder annähernd korrekt noch irgendwie originell. Es ist schlichtweg ein Zerrbild, das entsteht, weil Appleton polarisiert und polemisiert, anstatt die Tatsachen zunächst einmal für sich sprechen zu lassen. Dabei verrennt er sich mit traumwandlerischer Sicherheit selbst da, wo es interessant sein könnte, sich über Außenseitermeinungen ernsthafte Gedanken zu machen: Die originelle Idee, die paläolithischen, notorisch verzerrten Menschendarstellungen der Höhlenkunst seien Darstellungen des Jagdwildes" Neandertaler, zitiert Appleton nach der Niederschrift eines Vortrages, die sich leider nirgends im Original auftreiben lässt. Damit versiegt auch diese vielleicht einzige interessante Spur, die Appleton auslegt, im Sand. Der Markt ist voll von seriösen Büchern zum Thema und jedes, wirklich jedes davon, das ich bisher gelesen habe, ist besser als dieses. Mehr gibt es hierzu nicht zu sagen.