Das vorliegende Buch des ehemaligen Mitarbeiters von Werner Heisenberg, Physikers und Träger des Alternativen Nobelpreises Hans-Peter Dürr ist so etwas wie sein wissenschaftliches und philosophisches Vermächtnis. Es enthält viel Autobiographisches aus dem Leben des Wissenschaftlers, es bietet eine überaus verständliche und wie ein Essay abgefasste Wissenschaftsgeschichte seit der ersten Spaltung des Atoms, es erzählt von der Begeisterung und der darauf folgenden Ernüchterung der Wissenschaftler, es legt Zeugnis ab von dem Engagement eines Bürgers und Zeitgenossen, der noch im hohen Alter überall auf der Welt für Vorträge und Seminare ein gefragter Mann ist.
Und es offenbart die Überzeugung, die Philosophie, ja auch den Glauben eines Mannes, der schon früh erkannt und beschrieben hat, dass es ein neues Denken braucht, soll diese Welt erhalten und weiter entwickelt werden.
Viele Bücher sind in den letzten Jahren erschienen zum Thema Elementarphysik und Kosmologie, viele wurden gedruckt zum Thema globales Denken und lokales Handeln; das vorliegende, dichte und dennoch leicht verständliche Buch gibt zu all dem eine gute Einführung und Information.
Wichtig fand ich vor allem, dass Hans-Peter Dürr nicht nur das politische Handeln einklagt, sondern dass er von allen bewussten und denkenden Menschen ein Umdenken, ein "neues Denken" fordert und sie auf eine sehr einfühlende und sympathische Weise dazu einlädt. Das hat so gar nichts von der urgrünen Askese und dem tierischen Ernst so vieler Mahner und Warner, sondern diesem Buch entspringt die überzeugende Lust am Leben und die Freude an der Welt. Deshalb muss sie auch erhalten werden.
Ein authentisches Buch eines Menschen und Wissenschaftlers, der sich verständlich machen kann und schwierigste Zusammenhänge auch für Menschen ohne Abitur und Studium erklären kann.