Jedes Kapitel des Buches beinhaltet eine Familiengeschichte. Dabei beginnt die Autorin meist damit, den ersten Besuch im Gefängnis zu beschreiben. Sie zeigt, dass jeder Mörder anders ist als der davor, jedoch die meisten von ihnen gebrochen sind durch das, was sie getan haben. Mit einem guten Schreibstil schafft es die Autorin, dem Leser einen guten Allgemeineindruck der Situation zu geben. Es ist erschreckend, wie sie es schafft, dass der Leser sowohl das weibliche Opfer als auch den männlichen Täter versteht. So passiert es sehr leicht, dass man beim Lesen eine Wut in sich empfindet, die auf die Allgemeinsituation und die Gesellschaft gemünzt ist und man dadurch gleichzeitig die Verzweiflung der Täter nachvollziehen kann, die mehrmals in dem Buch deutlich wird.
Dass diese Kultur kein Problem ist, welches weit weg von Europa Zuhause ist, zeigt die Geschichte eines Mädchens, welches mitten in Brüssel ermordet wurde, weil eine Wahrsagerin die Gerüchte aus der Nachbarschaft als Wahrheit ausgab. Das Buch beinhaltet zehn furchtbare Familientragödien. Die einzelnen Geschichten werden dabei meist von Reue und Trauer der Täter abgerundet, die im Gefängnis begriffen haben, dass sie damit die Familie zerstört haben und dennoch die Nachbarn weitere Gerüchte über das Mädchen erfinden, welches oftmals unschuldig gestorben war.
Fazit:
Das Buch bringt dem Leser auf gut geschriebene Weise die Kultur näher, in der Ehrenmorde zum Alltag gehören. Die Autorin schafft es, dem Leser die Augen für diese Kultur zu öffnen. Sie schafft es, dem Leser gleichzeitig den Teufelskreislauf, der zu einem Ehrenmord führt, zu verdeutlichen wie auch die Tatsache, dass dies nicht hilft, den Kreislauf zu durchbrechen.