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Warum muss ich zur Schule gehen?: Eine Antwort an Tobias in Briefen
 
 
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Warum muss ich zur Schule gehen?: Eine Antwort an Tobias in Briefen [Gebundene Ausgabe]

Hartmut von Hentig
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die schlechten Ergebnisse der PISA-Studie haben Ende 2001 mehr als deutlich gezeigt, dass Bildung in Deutschland keinen guten Stand hat. Die schrillenden Alarmglocken klingen noch allen in den Ohren und der Ruf nach einer Bildungsoffensive wird immer lauter. Wie aber lassen sich Lösungen finden, wenn Lehrer, Eltern und Politiker nun anfangen, sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben? Vielleicht kommt da ein Buch, das sich in erster Linie an die Schüler als wahre Betroffene der Bildungsmisere wendet, gerade zur rechten Zeit.

Hartmut von Hentig, renommierter Erziehungswissenschaftler und Schulexperte, versucht seinem Neffen Tobias zu erklären, warum es heute so wichtig ist, in die Schule zu gehen. Dabei hat der Autor eine äußerst ansprechende und persönliche Form der Kommunikation gewählt: Er schreibt Tobias Briefe, in denen er von seinen eigenen Erfahrungen als Schüler und Pädagoge berichtet. Er hat einiges zu erzählen, denn als Sohn eines Diplomaten ist von Hentig schon als Kind in der Welt herumgekommen und besuchte verschiedene Schulen im Ausland. So erfährt Tobias, dass die Schule durchaus ein Ort sein kann, an dem das Lernen Spaß macht und nicht nur lästige Pflicht ist. Schule kann mehr sein als reine Wissensvermittlung, die Schüler können hier auch lernen, selbstständig zu handeln, sich gegenseitig zu respektieren und einander zu helfen.

Von Hentig verzichtet zu jeder Zeit auf den erhobenen Zeigefinger -- anders kennen wir ihn ohnehin nicht. Er gibt lediglich Ratschläge und überlässt es dem Leser, sich ein Bild zu machen. So ist Warum muss ich zur Schule gehen? ein Buch geworden, das jedem Mut macht, der mit der Schule unzufrieden ist. Das gilt nicht nur für enttäuschte Schüler, sondern auch für besorgte Eltern, ratlose Politiker und resignierte Lehrer. Denn es ist ohnehin Zeit, den schiefen Eindruck, den die PISA-Studie vermittelt hat, wieder gerade zu rücken. --Christoph Reudenbach

Pressestimmen

"Leicht verständlich, aber nie leichtfertig nimmt sich Hartmut von Hentig eines schwierigen Themas an: Wie erkläre ich einem Kind die Notwendigkeit des Lernens? Dieses Buch ist ein ebenso warmherziges wie kompetentes Plädoyer für die Nutzung der Chance auf Bildung in all ihren Facetten und damit der Neugier auf das Leben überhaupt; eine Chance, die weder vom Lernenden noch vom Lehrenden vertan werden darf." Walter Kempowski "Es ist ein Lichtblick in der aktuellen Schuldiskussion, daß jemand darauf hinweist, daß ein Kinderleben wichtiger ist als die Schule." Roswitha Budeus-Budde, Süddeutsche Zeitung, 17.12.01

Kurzbeschreibung

Diese Frage stellt auch Tobias seinem Onkel, dem berühmten Pädagogen Hartmut von Hentig. Er bekommt die Antwort in Briefen und erfährt neben vielen Geschichten über Schulen in anderen Ländern und Zeiten, warum Menschen gemeinsam lernen müssen, was eine Gemeinschaft ausmacht und wie man die Schule verbessern kann. Ein Buch für Kinder, Eltern und Pädagogen.

Über den Autor

Hartmut von Hentig, geboren 1925 in Posen, ist ein weltweit bekannter Reformpädagoge. Er war Professor für Pädagogik, erst in Göttingen, dann an der Reformuniversität Bielefeld, wo er die im In- und Ausland berühmte Laborschule und das Oberstufen-Kolleg gründete und bis zu seiner Emeritierung 1987 deren Wissenschaftlicher Leiter war. Zahlreiche Buchpublikationen.

Auszug aus Warum muss ich zur Schule gehen? Eine Antwort an Tobias in Briefen. von Hartmut von Hentig. Copyright © 2001. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Lieber Tobias,

erinnerst du dich? Als ich vor zwei Wochen bei euch war, habt ihr, deine Eltern und du, mich an die Bahn gebracht. Ich war schon eingestiegen, stand in der Tür des Zuges, als du dich plötzlich ganz tief bücktest, um unter den Zug zu gucken. Deine Mutter rief: "Nicht so nah ran, Tobias! Komm lieber zu uns. Onkel Hartmut fährt gleich ab, will dir Auf Wiedersehen sagen, und du interessierst dich für die Bremsen des Zuges!" Zu mir gewandt sagte sie: "Unserm Tobias bekommen die langen Ferien nicht. Ich glaube, er braucht mehr Ordnung und eine festere Hand, als wir sie ihm in unserem Urlaub bieten können." Wir haben alle zu dir hingesehen und du hast dich halb hinter deinem Vater versteckt. Dann bist du plötzlich vorgetreten und hast gefragt: "Onkel Hartmut, warum muss ich eigentlich zur Schule gehen?" Wir waren alle überrascht. Dein Vater lachte: "Da hast du den Richtigen gefragt! Er ist ja Schulmann." Aber da pfiff der Schaffner schon. Die Tür schloss sich, und ich konnte dir nur zurufen: "Das beantworte ich dir ein andermal." Unterwegs habe ich mir klar gemacht, dass "ein andermal" zu spät ist. Du willst die Antwort auf deine Frage haben, bevor du wieder in die Schule gehst. Also jetzt. Ich schreibe dir nun, was ich dir viel lieber sagen würde. Ich kenne zwar deine Frage, aber ich weiß nicht, warum du sie gestellt hast. Vielleicht wolltest du nur sagen, dass du lieber zu Hause bei David bliebest. Oder auch, dass die Gründe deiner Mutter dir nicht schmecken. Wenn wir miteinander sprächen, könntest du mich immer unterbrechen und zum Beispiel sagen: "Das musst du mir nicht erklären, das weiß ich auch." Natürlich kannst du auch mit anderen über deine Frage reden: mit deiner Schwester Lisa, die schon seit zwei Jahren aufs Gymnasium geht, oder mit deinen Eltern. Meine Briefe könnten dabei nützlich sein, vor allem wenn ihr sie gemeinsam lest. Ich werde das deinen Eltern vorschlagen. Aber es sind deine Briefe, und du sollst nach dem zweiten oder dritten Brief entscheiden, wie du es haben willst. Zunächst - so habe ich mir gedacht - schreibe ich dir Geschichten, an denen du sehen kannst, dass es gut ist, zur Schule zu gehen. Danach können wir uns die Gründe dafür ansehen, warum alle Kinder in die Schule gehen müssen. Einverstanden? Es grüßt dich herzlich dein

Onkel Hartmut.

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