Die Erzählung „Warum, lieber Tod ...?" berichtet von vier Kindern , die sich im Haus ihrer schwerkranken Großmutter aufhalten. Zu ihnen kommt der Tod, um die Großmutter mit sich zu nehmen (woran die Großmutter krankt, erfahren wir nicht) und es ergibt sich ein Gespräch zwischen den Kindern und dem Tod, dessen Fazit lautet, dass der Tod nicht nur Feind des Lebens ist, sondern vielmehr auch dazu gut ist, überhaupt erst verstehen zu können, was es überhaupt bedeutet zu leben. Um diese Auffassung möglichst verständlich zu machen, erzählt der Tod den Kindern eine kurze Geschichte.
Vom Bild/Text-Verhältnis her wendet sich das Buch eher an kleinere Kinder, von der Aussage her eher an größere, ein Widerspruch, der sich nicht auflösen lässt. Obwohl das Buch in knappen Sätzen seine Geschichte erzählt, liefert es viel Stoff zum Nachdenken und miteinander sprechen.
Vier und nicht fünf Punkte gebe ich dem Buch, weil mir nicht so gut gefiel, dass die Trauer der Kinder nach dem Tod der Großmutter nur mit einer Zeile abgehandelt wird. Hier dürften sich die Kinder wohl kaum wiederfinden und verstanden fühlen. Offenbar wollte die Autorin auf jeden Fall noch ein tröstliches Ende hinlegen.
Da das Thema Trauer hier also kaum thematisiert wird, empfehle ich das Buch eher für Kinder, die in bezug auf ihre Trauer bereits Unterstützung gefunden haben. Hier geht es mehr darum aufzuzeigen, dass der Tod zwar Gegenpol des Lebens ist, aber ein solcher, den das Leben auch benötigt, um vollständig zu sein. So eine Aussage wird sich meiner Einschätzung nach wohl kaum Kindern unter 7 Jahren erschließen können. Wieso das Buch ab vier Jahren empfohlen wird, ist mir insofern schleierhaft.
Die Illustrationen von Charlotte Pardi fand ich recht gelungen. Sie vermitteln eine ernste, manchmal auch eine fröhliche, nie aber eine trauerversunkene, depressive Stimmung. Der Tod wirkt fremd und auch traurig, aber nicht grauselig; dafür macht ihn das Mitgefühl, dass er sowohl mit den Kindern als auch der Großmutter gegenüber zeigt, schlichtweg zu sympathisch.
Insgesamt ein empfehlenswertes Buch; für kleinere Kinder wären aber Bilderbücher empfehlenswerter, die noch kürzer sind und in denen Tiere die handelnden Figuren sind (z.B der Band "Leb wohl, Lieber Dachs" von Susan Varley).