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Warum ich kein Christ sein will - Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung
 
 
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Warum ich kein Christ sein will - Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung [Broschiert]

Uwe Lehnert
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (45 Kundenrezensionen)
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Uwe Lehnert
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Giordano Bruno Stiftung, eine "Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung", der zahlreiche sehr bekannte Wissenschaftler, Philosophen und Künstler angehören (Vorstandssprecher: Dr. Michael Schmidt-Salomon) schrieb in ihrem Newsletter vom 31.3.2010: "Zwei Bücher ragen aus der Masse der (religionskritischen) Veröffentlichungen heraus: Uwe Lehnerts 'Warum ich kein Christ sein will' und …". Wörtlich heißt es: "Unser Fazit: Ein überaus kluges, didaktisch hervorragend gemachtes Buch, das es auch interessierten Laien ermöglicht, die zentralen Grundideen einer humanistisch-naturalistischen Weltsicht zu verstehen."

Das Buch wendet sich an Leser, die eine zusammenfassende Darstellung von Argumenten gegen den christlich-kirchlichen Glauben und für ein naturalistisch-humanistisches Weltbild suchen. Die Kapitel I bis IV skizzieren ein naturalistisches Weltbild auf der Basis heutigen Wissens. Die Kapitel V und VI bauen darauf auf und zeigen, dass herkömmlicher Gottesglaube und christliche Lehre sich damit nicht mehr vereinbaren lassen. Aber auch Lebenserfahrung, Vernunftgründe und heutige ethische Maßstäbe widersprechen in eklatanter Weise der christlichen Lehre. In Kapitel VII beschreibt der Autor einen naturalistisch-humanistischen Gegenentwurf. Der Autor hat die Probleme soweit diskutiert, bis er das Gefühl hatte, für sich überzeugende und befriedigende Antworten gefunden zu haben. Dazu hat er die Argumente – klassische, neuere als auch von ihm entwickelte – zusammengetragen, die ihm am einleuchtendsten erschienen und dem entgegenkommen, was man den gesunden Menschenverstand nennt.

Der Autor will sich Klarheit verschaffen über den Stellenwert von Wissenschaft, speziell von Naturwissenschaft, für unser Leben, insbesondere der Geltung ihrer Erkenntnisse für Gestaltung und Deutung unseres Daseins. Es geht um Fragen nach unserer Stellung und Bedeutung im Kosmos, nach der möglichen Existenz Gottes und ob der Gott, der in der Bibel beschrieben wird, für uns heutige Menschen so überhaupt "glaubwürdig" sein kann. Der Autor fragt sich, warum so viele Menschen an Dinge glauben, die so offensichtlich im Widerspruch zu Vernunft und Wissen stehen. Auch versucht er, eine ihn überzeugende, sprich "vernünftige" Antwort nach dem Sinn des und auch seines Lebens zu finden. Der Autor möchte vor sich begründen und möchte anderen erklären können, warum er kein Christ sein kann und auch nicht sein will. Seine Ansichten und Bekenntnisse gründen auf der Überzeugung, dass es richtig und vernünftig ist, soweit es irgend möglich ist, sich seines Verstandes zu bedienen. Weder kirchlicher Glaube noch persönliche Erleuchtung anderer können für ihn Richtschnur seines Denkens sein.

Aus dem Inhalt: "Wenn ich dann fragte, wie man als Mensch des 21. Jahrhunderts glauben könne, nur durch ein göttlich veranlasstes Menschenopfer gerettet zu werden, das vor seinem Tode gefoltert und dann auf die denkbar brutalste Art und Weise hingerichtet wurde, habe ich meistens nur in schweigende Gesichter geblickt. Allenfalls kam als hilflose, aber die christliche Lehre missinterpretierende Reaktion, dass das alles nur symbolisch zu verstehen sei."

Über den Autor

Univ.Prof. Dr. Ing. Uwe Lehnert, Freie Universität Berlin, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, Arbeitsbereich Bildungsinformatik und Bildungsorganisation. Zahlreiche Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen zum Thema Computer und Pädagogik, insbesondere zu Planung und Durchführung von EDV-Qualifizierungsmaßnahmen in der beruflichen Weiterbildung. Seit 1990 maßgeblich in der Ausbildung von EDV-Trainern und in der Beratung von namhaften Ausbildungsinstitutionen der EDV-Branche tätig. Juni 2000 Wiener-Schmidt-Wissenschafts-Preis erhalten für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Bildungstechnologie. Obiges Buch hat er in seiner nachberuflichen Zeit verfasst.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
165 von 188 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Zunächst einmal gefällt mir die Ruhe, Geduld und Sorgfalt mit der Lehnert, der eine Professur für Didaktik an der Pädagogischen HS Berlin inne hatte, später eine für Unterrichtswissenschaft an der FU Berlin, seine glaubenskritischen Ansichten darstellt und ausführlich begründet. Das Buch wirkt insgesamt gepflegt, auch vom Drucksatz her.

Lehnerts Religionskritik ist gut durchdacht, basiert auf umfangreichen Recherchen und berücksichtigt auch neuste Forschungsergebnisse, z.B. aussagekräftige Experimente, die nach Libet von anderen Instituten zum Problem des "freien" Willens durchgeführt wurden. Und es bietet eine Schatzkammer gefüllt mit ausgewählt interessanten Zitaten aus ganz unterschiedlichen Quellen. Wussten Sie z.B., dass Maria am Kreuz dem "Schlachtopfer ihres Sohnes liebevoll zugestimmt" hat? Sie brauchen dazu nicht den Katechismus der RKK durchzulesen. Derartiges hat der Autor mit Fleiß und Übersicht zusammengetragen. Eine didaktisch hervorragende Darstellung der Dimensionen Raum und Zeit gibt es sozusagen als Zugabe. Aber auch sie hat ihren Sinn im Gesamtzusammenhang.

"Warum ich kein Christ sein will" hat autobiographische Züge ("Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung"), ist aber alles andere als selbstverliebt. Das Spektakuläre am Buch ist paradoxerweise seine Unaufgeregtheit, sein nicht nachlassendes Bemühen um Wahrheitsfindung, seine Höflichkeit im Umgang mit dem ideologischen Gegner, sein Verzicht auf Polemik und eine Ausführlichkeit, die nicht langweilt, sondern durch die große Anzahl und gute Qualität der religionskritischen Argumente deutlich macht, dass es mit der angeblichen Vereinbarkeit von Vernunft und Glauben nicht weit her ist. Und dass einer Moral, die auf Vernunft und Tatsachen basiert und nicht auf fragwürdigen Überlieferungen und Interpretationen, die Zukunft gehören sollte.
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39 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von Jedem." Mit diesem Karl-Valentin-Zitat hat Dr. Kahl dieses Buch zu charakterisieren versucht. Allerdings kommt es manchmal weniger darauf an, WAS man sagt als vielmehr WIE. Und das zeichnet dieses Buch aus: es ist unangestrengt, unaufgeregt und einfach gut lesbar. Und durch diese ruhige, gelassene Art und Weise werden Dinge, die wir schon längst zu wissen glauben, in einem neuen Licht dargestellt.

Scheinbar ist die Zeit reif für ein Buch dieser Art, beziehungsweise für Bücher dieser Art. Denn Schmidt-Salomons "Jenseits von Gut und Böse" und Lehnerts "Warum ich kein Christ sein will" wurden unabhängig voneinander geschrieben und behandeln in etwa das gleiche Themenspektrum.

Das Buch ist dreigeteilt. Im ersten begründet der Naturwissenschaftler Uwe Lehnert, dass es zum Verständnis des "Lebens und des Universums" keiner irrationalen Mächte bedarf. Auch wenn er immer wieder betont, dass wir Menschen aufgrund unserer eingeschränkten Sinnesorgane nur einen Teil der Wirklichkeit begreifen und sinnlich erfassen können, so geht er doch auch davon aus, dass in Zukunft diese Lücken in der Wahrnehmung durch wissenschaftliche Arbeit immer weiter geschlossen werden. Bemerkenswert ist, mit welcher sprachlichen Eleganz der Autor diese nicht immer leicht verständliche Materie bewältigt.

Manche Sätze sind so klar und klingen so logisch, dass dem Leser erst später klar wird, welche Ungeheuerlichkeit er da eben las. So, wenn Lehnert schreibt: "Aus philosophischer Sicht macht es einen großen Unterschied, ob alles einen zeitlichen Anfang hatte im Sinne eines absoluten zeitlichen Nullpunktes, der kein Davor kennt, oder ob es die Zeit schon immer gab, also auch eine Zeit vor dem Urknall existierte. In diesem Fall hätte unser Universum keinen zeitlichen Anfang, es existierte dann schon immer und ewig." (Seite 76) Ich finde den Gedanken, dass es eine Zeit vor dem Urknall gegeben haben könnte, viel erschreckender als den daran, dass die Zeit und der Raum dadurch entstanden sind. Eine unendliche Zeit ohne Anfang und ohne Ende ist für mich undenkbar und außerhalb meiner Wahrnehmungsmöglichkeiten. Und ich vermute, das geht nicht nur mir so. Aber diese möglichen Wahrheiten müssen unser Verständnis schon allein deshalb übersteigen, weil sie unserer Wahrnehmung widersprechen. Und diese Theorien - so der Autor - können allein in der Sprache der Mathematik noch dargestellt werden.

Uwe Lehnert setzt sich im Buch auch intensiv mit dem Thema des (vermeintlich) freien Willens auseinander. An dieser Stelle wird die Nähe zu Schmidt-Salomon besonders deutlich. "Eine Willensbildung, in die akausale oder aus der geistigen oder transzendenten Welt einwirkende Faktoren eingreifen, mag als "frei" bezeichnet werden, mein Wille ist es dann jedoch nicht mehr. Eine Willensbildung dagegen, die in ihrer Entstehung vollständig - jedenfalls prinzipiell - mit mich steuernden Gründen nachvollzogen werden kann, kann wiederum nicht als frei bezeichnet werden." (Seite 113) Das ist in zwei Sätzen die Quintessenz der auch beim hpd diskutierten Frage um die Willensfreiheit. Ich halte das gesamte 4. Kapitel des Buches, das sich mit diesem Thema auseinandersetzt, schon allein für so gelungen, dass das Buch empfohlen werden muss.

Ein weiterer Teil des Buches widmet sich der Widerlegung theologischer Theorien. Und findet deutliche Worte gegen den anmaßenden Anspruch der Kirchen, in moralischen Fragen die letzte Instanz sein zu wollen. Es ist ein erstaunlich aktuell gewordenes Thema, wenn man an die derzeitige Missbrauchsaffären und den Rücktritt von Frau Käßmann denkt. Moralapostel, die ihren eigenen Ansprüchen nicht genügen und diese jedoch Dritten als das Maß der Dinge anbieten wollen.

Uwe Lehnert unterscheidet - ganz wie Michael Schmidt-Salomon - zwischen Moral und Ethik und schreibt: "Anders als Bibel und Kirche uns weismachen wollen, sind moralische Prinzipien nicht von Gott dem Menschen in Form offenbarter Texte vorgeschrieben worden, sondern haben sich im Laufe der Menschheitsgeschichte auf evolutionärem Wege von selbst herausgebildet. Es haben sich in Jahrtausenden jene Regeln des Zusammenlebens herauskristallisiert, die das Überleben einer Gesellschaft am besten ermöglichten." (Seite 178) Und diese evolutionär entstandenen Regeln des menschlichen Zusammenlebens nennt der Autor "ethisch".

Lehnert ist in der Lage, seinen Standpunkt und die Unsinnigkeit und Unstimmigkeit religiöser Dogmen und Texte darzustellen ohne dabei polemisch zu werden oder die grobe Keule zu benötigen. Dabei räumt er deutlich, aber freundlich mit den vielen falschen Vorstellungen auf, die in der Öffentlichkeit immer wieder den Kirchen zugesprochen werden. "So bewundernswert und anerkennenswert das Eintreten für den im Augenblick hilfsbedürftigen Mitmenschen ist, ebenso wichtig und langfristig noch wichtiger wäre ein Nachdenken über das, was Not und Elend hervorbringt. An dieser Stelle hat die Kirche über die Jahrtausende versagt, über Ursache und Abhilfe hat sie sich nie Gedanken machen wollen." (Seite 252) und, möchte ich hinzufügen, sie hat gut davon gelebt. Die Kirchen haben nicht nur nicht darüber nachgedacht, was Not und Elend hervorbringt, sondern tatkräftig mitgetan und Not und Elend über die Menschen gebracht. Sei es durch den Zehnt, durch Kreuzzüge oder den Segen zum Völkermord, der noch vom aktuellen Papst nachträglich abgesegnet wurde - ich denke da an die Ausrottung der südamerikanischen Ureinwohner, die - so Benedikt XVI - nur darauf gewartet haben, bekehrt zu werden von der "Religion der Liebe".

"Die unbestreitbare Tatsache, dass die christliche Botschaft bis heute ungezählten Millionen Menschen Trost und Halt bedeutet, kann keine Rechtfertigung sein für die Millionen Opfer, die diese Lehre andererseits im Gefolge hatte. Begründet werden diese Opfer mit der Verpflichtung zur Verteidigung und zum Erhalt der reinen göttlichen Lehre, gefährdet durch Ungläubige und Abtrünnige, verteidigt durch Papst und die heilige Kirche. Das Bewahren der reinen Lehre erkauft durch das Leiden ungezählter entrechteter, gequälter und ermordeter Menschen, das nun mal leider als 'Kollateralschaden' unvermeidlich sei? Das an dieser Stelle schnell vorgebrachte Argument, dass nicht Kirche und Christentum hier versagt haben, sondern fehlgeleitete Menschen, die die wahre Botschaft missinterpretiert und verraten hätten, ist im besten Fall als naiv zu bezeichnen..." (Seite 230)

Im dritten und letzten Teil des Buches versucht Uwe Lehnert, ein alternatives Menschen- und Weltbild zu entwickeln. Eines, das sich nicht an religiöser Moral misst, sondern aus dem (eingeschränkten) Wissen um die Welt und den sich daraus ergebenden ethischen Forderungen herleiten lässt. Es erstaunt nicht, dass er auf etwa die gleichen Ideen kommt wie Schmidt-Salomon; diese ergeben sich vermutlich schlüssig aus einem naturalistischen und evolutionär-humanistischen Weltbild. Neben den Konsequenzen für das Rechtssystem (Wo es keine Schuld gibt, kann es keine Sühne geben) und dem Verweis auf die universellen Menschenrechte liegt ein Schwerpunkt Lehnerts auf dem Selbstbestimmungsrecht am Ende des Lebens.

Ein wenig verwundert mich, dass es im gesamten Buch - auch nicht im evolutionsbiologischen Teil - einen Verweis auf Richard Dawkins gibt. Ist das Zufall oder lehnt der Autor die Bücher des englischen Wissenschaftlers ab? Sicherlich, einen Satz wie diesen: "Die Ablehnung der christlichen Religion bedeutet für mich keinesfalls auch Ablehnung einer Art religiöser oder spiritueller Dimension überhaupt, einer Dimension also, die jenseits unserer Erkenntnis und Erfahrung liegt, unsere Alltagslogik übersteigt und damit über die uns rational zugängliche Welt hinausweist." (Seite 287) wird man bei Dawkins nicht finden. Und gerade dieses "Zulassen" von Spiritualität macht mir den Autoren und sein Buch sympathisch. Doch auch fernab vom "Gotteswahn" hat Dawkins Bedeutendes geleistet.

Fazit:
Ein sehr persönliches Buch, das ich wirklich sehr empfehlen möchte. Es sollte in keinem säkularen Bücherschrank fehlen, denn es gibt nur wenige so kluge und dabei freundliche Bücher wie dieses. Es ist ihm eine weite Verbreitung zu wünschen.
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77 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Die Reife einer Gesellschaft ist ohne Zweifel nach der Qualität der Denkmodelle zu beurteilen, die innerhalb der Gesellschaft gepflegt werden. Da ist es erfreulich, ein Buch wie das von Uwe Lehnert in die Hand zu bekommen, in dem man zur christlichen Religion zusammenfassend lesen kann: "...habe ich für mich die feste und wohl kaum noch zu erschütternde Überzeugung gewonnen, dass es sich um eine vom Menschen erdachte Lehre handelt, deren Wahrheitsgehalt dem eines frommen Märchens entspricht."
Uwe Lehnert formuliert diese Überzeugung am Schluss seines Buches unter der Überschrift "Mein Credo". Sie wird nicht einfach postuliert sondern im Buch entwickelt. Für mich waren besonders jene Teile im Kapitel VI des Buches wichtig, in denen UL an Hand der wahren Quelle, der Bibel, den Kern der Konstruktion der christlichen Religion erläutert.
Die Zitate und Erläuterungen belegen klar, dass das Wesen der christlichen Religion nicht an Hand der im Alltagsgebrauch der Kirche üblichen Zitate bestimmt werden kann. UL reduziert die Bibelgeschichte auf die eigentliche Story. Die fundamentale Bedeutung dieser Geschichte für das Selbstverständnis der Christen ist ungebrochen. Um so unfassbarer ist es, dass immer noch so viele Menschen dieser brutalen Geschichte anhängen.
UL bringt das Groteske u.a. bei der Betrachtung der Rolle des Abendmahls auf den Punkt.
Seite 267
"Sehr aufschlussreichin diesem Zusammenhang ist auch hier wieder ein Blick in die Religionsgeschichte. Kultische Mahlzeiten als Ausdruck der Gemeinschaften des Menschen mit Gott und der Menschen untereinander gibt es in vielen Religionen. Sinn eines solchen Mahles ist eine Opferung, die der Verbindung zu Gott dient und dem ein Teil des Opfers übergeben wird. Andere Mahlkulte gehen von der Vorstellung aus, dass die Opfernden sich göttliche Kraft aneignen, wenn sie die Gottheit verspeisen..."
Und weiter:
"Kann man nach diesen Ausführungen über Opfertod und Abendmahl noch der Auffassung sein, dass diese Kernelemente christlichen Glaubens geringere Akzeptanzprobleme heraufbeschwören als die Jungfrauengeburt, die Existenz der Hölle, die Wiederauferstehung Jesu und dessen Himmelfahrt? Die ... katholische Theologin Ute Ranke-Heinemann spricht offen aus, was ich bisher allenfalls zu denken wagte. Sie spricht in Bezug auf das Abendmahl vom <christlichen Kannibalismus des Menschenblut-Trinkens>."
Auf Seite 264 ff geht er von folgendem Zitat aus dem Katechismus aus, an dem auch der derzeitige Papst Ratzinger mitgewirkt hat:
"Auch die selige Jungfrau ging den Pilgerweg des Glaubens. Ihrer Vereinigung mit dem Sohn hielt sie die Treue bis zum Kreuz, wo sie nicht ohne göttliche Absicht stand, heftig mit ihrem Eingeborenen litt und sich mit seinem Opfer in mütterlichem Geist verband, indem sie der Darbringung des Schlachtopfers, das sie geboren hatte, liebevoll zustimmte."
UL fährt fort: "Diesen letzten...Halbsatz muss man zweimal lesen, um ihn in seiner Abartigkeit voll zu erfassen - oder sind meine Maßstäbe verrückt, dass ich nicht in der Lage bin, die Erhabenheit dieser Worte zu begreifen? Modern gesprochen könnte man sagen: Gott funktionalisiert seinen Sohn. Er zeugt ihn, lässt ihn ein paar Jahre seine Botschaft verkünden und der Versöhnung mit der Menschheit wegen später foltern und abschlachten.(ein Begriff, den der katholische Katechismus ausdrücklich verwendet!) Danach lässt Gott entgegen seiner Liebeslehre mit viel Gewalt aber nur relativem Erfolg unter Verwendung des Bildes des hingerichteteten Sohnes die Botschaft von seiner himmlischen Existenz in der Welt verbreiten. Grotesker und abartiger geht's nimmer!"
Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen. In Zeiten, da immer auf's Neue in diesem Land jungen, wehrlosen Menschen dieser Schwachsinn eingetrichtert wird, ist es wohltuend, die klaren Worte in diesem Buch zu lesen.
Mitunter wird der Kirche selbst von ihr fern stehenden Menschen ein Hoheitsrecht in Sachen Moral zugestanden. Die Betrachtungen im Buch reichen über das Aufzeigen der Widersprüchlichkeit der christlichen Lehre und des im Grunde abstoßenden Wesens dieses blutrünstigen Werkes hinaus. Dadurch ist es auch für denjenigen von Interesse, der keine Nähe zum Christentum empfindet. Die Auseinandersetzung mit der christlichen Religion wird zur Plattform der Formulierung eines Lebensansatzes, welcher ohne abenteuerliche Konstruktionen auskommt.
Das Buch empfehle ich dringend zur Lektüre.
Achim Rosenhahn
Brandenburg
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Vollkasko durch Placebo
Dem Buch von Uwe Lehnert würde ich gerne sechs Sterne (6 ******) geben.

Den Theologen und Philosophen (siehe insbesondere die Rezension von <fsteinle v. Lesen Sie weiter...
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