Kurzbeschreibung
Abgesehen von der charmanten Titelfrage, die der Kater Hiddigeigei stellt und die das Buch zum schönen Geschenk in Liebeshändeln macht: Eine muntere Mischung aus Scheffels besten Texten, von den Blödel-Gedichten und Trinkliedern, über Reisebriefe aus Venedig bis zu jenem "Trompeter von Säckingen", der den Literaten zum Bestseller-Autor seiner epche machte.
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"Warum küssen sich die Menschen?", fragt sich der Kater Hiddigeigei im "Trompeter von Säkkingen" des Dichterfürsten Joseph Viktor von Scheffel. Herausgeben haben das Scheffel-Lesebuch mit dem gleichen Titel Professor Klaus Oettinger und Dr. Helmut Weidhase von der Universität Konstanz. Schon 1986 kam das Büchlein bei Faude heraus und ist nun im Bottighofener Verlag Die Libelle erneut aufgelegt worden. Neugierig wird man, wie die Frage wohl beantwortet wird, und neugierig soll man auch auf diesen Bestseller des 19. Jahrhunderts werden, der in verschiedenen Auszügen vorgestellt wird. Da ist der Burschenlied-Dichter, der schwadronierende Briefeschreiber an Familie und Stammtischbrüder, der episch-humorvolle Sänger der Geschichte vom Trompeter und seiner Liebe. Einzig das Mittelalter --
Frau Aventiure und der Roman
Ekkehard -- bleibt, mit Absicht, außen vor. Die Einblicke in Scheffels Werk sind vielfältig und kurzweilig. Ein richtiges Nachttisch-Buch. Neben Scheffels Einfühlungsvermögen in die Mentalität des Hochrheins bringen sie auch sein inniges Verhältnis zum Alkohol recht gut zur Geltung -- so in den Briefen des Gerichtsbeamten Scheffel aus Säckingen an seine Familie. Als Reiseerzähler im Stile Heines präsentiert sich Scheffel im
Gedenkbuch Tobolino, allen
Tod in Venedig-Geschädigten äußerst zu empfehlen. Blödel- und Studentenlyrik, Briefe aus Donaueschingen an die heimatliche Herrenrunde runden die Auswahl ab. Informativ ist das Nachwort der Herausgeber, skizziert es doch die verschiedenen Facetten des Dichters. Einmal Dichterfürst, dann cholerischer Landbesitzer, den enttäuschten 1848-Revolutionär und die Maler- und Dichterseele, die im Beamtenberuf zutiefst unglücklich ist.
--Oliver Gassner