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Warum du mich verlassen hast
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. April 2006
Paul Ingendaay lebt in Madrid als Korrespondent der FAZ. "Warum Du mich verlassen hast" ist sein erster Roman. Es geht um die Geschichte des jungen Marko Theunissen, der am Niederrhein in einem humanistischen Internat zur Schule geht. Die katholische Erziehung dort ist streng und als auch sein jüngerer Bruder auf das Internat muss, zweifelt Marko, ob der jüngere Bruder sich dort zurecht finden wird. Er erinnert sich an seine ersten Jahre dort und erzählt welche Gefühlsschwankungen er durchlebte. Zum Glück hat er dort Freunde gefunden und mit Bruder Gregor einen Gesprächspartner, mit dem er viel über Literatur sprechen kann. Neben Büchern und Gott beginnen auch seine ersten Erfahrungen mit Mädchen. Leider bekommt er nicht mit, dass die Ehe seiner Eltern schon seit geraumer Zeit in die Brüche geht und wird hart mit der Scheidung seiner Eltern konfrontiert, was ihn aus der Bahn wirft. Paul Ingendaay hat einen tollen Schreibstil und eine schöne Erzählweise. Und immer ist ein gewisser melancholischer Unterton nicht zu verleugnen. Zwar gibt es auch komische Momente, aber die sind sehr selten. Ein vielversprechendes Debüt.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Internatsgeschichten - die Literatur weist eine ganze Reihe von Erzählungen und Romanen dieses Genres aus: zum Beispiel Hermann Hesses Roman "Unterm Rad" Eine Internatsgeschichte erzählt jetzt auch Paul Ingendaay. Vergleichbar mit anderen und doch ganz anders. Denn sein Roman "Warum du mich verlassen hast" kann genauso gut als ein Bildungsroman im klassisch-modernen Sinne gelesen werden.

"Das war der Sommer vor dem Schuljahr, von dem ich euch erzählen will." Marko, fünfzehn Jahre alt und Schüler eines katholischen Jugendinternats in der Nähe von Xanten, ist in einer Sinnkrise. Einen altersgemäßen Nihilismus versucht der "fühlende Mann" mit Mädchen "in sandfarbenen Wollpullovern", mit Büchern und den Fragen nach Gott zu überwinden. Antworten sucht er im katholischen Gesangbuch "Gotteslob", bei Kierkegaard, Dostojewski und vor allem im "Robinson Crusoe" und bei Marcel Proust. Dreh- und Angelpunkt ist dabei auch Bruder Gregor, der ihn durch lange Gespräche, durch Lektüreempfehlungen wie Seneca und Dürrenmatt und nicht zuletzt durch sein tragisches Ende lehrt, sich seiner Einsamkeit, der Demütigungen und der Verlorenheit sowie des Schmerzes (ebenso wie des Guten) bewusst zu sein.

Das sind die Überlebensstrategien von Marko und seinen Freunde. Auch und vor allem gegen Gebote und Verbote und alle die autoritären Disziplinierungen, die ein katholisches Internat aufzubieten hat. Das Collegium Aureum ist in dieser Hinsicht bestens gerüstet. In der Phase jugendlicher, schmerzhafter Entwicklung ist die Trennung der Eltern für Marko ein zusätzliches und ein sehr verstörendes Moment.

Paul Ingendaay beschreibt diesen Prozess der Suche nach einem Platz in der Welt auf sehr sensible Weise - wohl auch auf der Basis autobiografischer Erfahrungen. Der 1961 in Köln geborene renommierte Literaturkritiker und Kulturkorrespondent versteht es auf bestechende Weise, den Weg des jungen Marko nachzuzeichnen. Dessen Verstörungen allgemein und im besonderen durch das geheimnisvolle "Buch der Ordnungen" nehmen zu, als er sich mit dem Tod von Bruder Gregor und der schrecklichen Wahrheit, konfrontiert sieht. In diesem "letzten Jahr auf dem Collegium Aureum" aber ist Marko gereift. Er wird zwar zum Opfer des "Gottes der Kannibalen", er fliegt aus dem Internat ist - und ist erwachsen geworden.

Der Kritiker Paul Ingendaay hat mit diesem Buch ein großartiges Debüt gegeben. Ihm ist in der Tat ein eindringlicher, sehr schöner, sehr moderner Bildungsroman gelungen; formal und stilistisch überzeugend.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Januar 2008
Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch auch in 200 Jahren noch mit Begeisterung von Jung und Alt gelesen wird.

Worum geht es?

Freude am Lesen. - Die beiden Hauptfiguren in diesem Roman, der junge Marko und Bruder Gregor, lieben die Literatur. - `Ich habe vergessen, Euch zu sagen, dass ich ziemlich viel las. Ich las dünne Bücher und dicke Bücher. Ich las nicht alles mögliche, wie die Schafsnasen immer sagen ... Alles mögliche heißt, ihr stopft jeden Dreck in euch rein.'

Freundschaft. - Die vier Jungs im Internat sind zwar unterschiedlich in Temperament und Meinungen, halten aber zusammen. `Motte glaubte an jeden Käse, ehrlich. Tilo glaube an wenig, aber er brauchte das auch nicht, er war mit der Welt instinktiv zufrieden. Und Onni, naja, ... man konnte ihm nichts vormachen'.

Leben in einem quasi-'totalitären' System, am Beispiel des katholischen Internats. - `Alles war streng nach Klassen unterteilt, aber Schwester Gemeinnutz sagte nicht Klasse, sondern Gruppe. Man durfte nichts gegen die Gruppe tun. Man musste immer an die Gruppe denken. ... Der Gruppengeist war wichtiger als alles andere. Gemeinnutz geht vor Eigennutz!'

Streben nach Wahrhaftigkeit. Marko und Bruder Gregor versuchen, zwischen `Schein' und `Sein', zwischen Dogma und Wahrheit zu unterscheiden. - `Du redest vom Glauben, als ob es Wissen wäre. Es ist aber Glauben, Mann! Sonst hieße es doch Wissen'

Erste Liebe. - Marko verliebt sich in Margrit. - `Die Größere schüttelte plötzlich den Kopf, das die dunklen Haare zu allen Seiten flogen. Es sah toll aus. Als sie damit aufhörte, lagen die Haare wieder genauso glatt wie vorher.' `Dann lächelte sie ein bisschen, das kleinste Lächeln, das ich je gesehen hatte'.

Die eigene Integrität - `Stell Dir Dein Leben als Kunstausstellung vor. Sind alle Bilder da? Alle in ihren Rahmen? Und gehören alle zu derselben Ausstellung? Das ist besonders wichtig. Das alle zur selben Ausstellung gehören ... Keine Einzelstücke, meine ich.'

Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen. Der Stil ist einfallsreich, prägnant und unterhaltsam. Es regt auf angenehme Weise zum Nachdenken an.
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Februar 2007
Zwischen Gott und Teufel, Kind und Mann: Die Jugendzeit in einem katholischen Jungeninternat am Niederrhein in den 70er Jahren - erfrischend unkonventionelles Lesevergnügen

Jeder kennt sie aus seiner Jugend: die tollen Internatsromane, Jungs-und Mädchenbanden, die die Erzieher und Lehrer immer geschickt austricksen, Streiche spielen(der unnachahmliche Reiz des Verbotenen) und Spaß zusammen haben, Freundschaft und erste Liebe. Anrührende Erinnerung an das leidenschaftliche, wilde, geheimnisvolle Teenieleben. Hier nun: Die Internatsgeschichte für Erwachsene. Marko ist 15 und besucht ein katholisches Jungeninternat am Niederrhein. Er führt mit seiner Clique eigentlich ein richtig schönes Leben, schließlich kennt man ja alle sich bietenden Tricks und Schlupflöcher, eigentlich, weil es da zwei Mysterien gibt, die einer näheren Betrachtung und idealerweise sogar Beantwortung harren:

-Die eine Frage, klar, die Theodizee(gibt es einen Gott, bzw. einen Sinn für dieses irdische Dasein, Gerechtigkeit?), der es wohl auch schwer ist, sich auf einem katholischen Internat zu entziehen, gerade, wenn man sich, wie Marko, gern mit anspruchsvoller Literatur neben den Fußballspielen und dem heimlichen Rauchen vergnügt.

-Die andere Frage gilt dem vielleicht noch viel Unerreichbarerem: Dem weiblichen Geschlechte. Aber wie soll man da rankommen, gerade auf einem katholischen Internat?

Während Marko im Rahmen der Beantwortung der Theodizee interessante, vertrauensvolle Gespräche mit Bruder Gregor führt und zum Zwecke der Annäherung an das weibliche Geschlecht so allerhand ausheckt oder sich seinen Träumen hingibt, lassen sich seine Eltern scheiden und es tritt ein unerwarteter Todesfall ein. Klar, neue Probleme, die in das sehnsuchtsvolle, leidenschaftliche, nachdenkliche Leben von Marko wie eine Bombe einschlagen, aber Marko bleibt mit Charme am Ball.

Extrem scharfsinniger Roman mit guter Beobachtungsgabe für noch so kleine, alltägliche Details, denen sich Marko liebevoll und mit viel Phantasie annimmt. Das eigentliche Bubenstück dieses Romans ist es jedoch, mit dieser Internatsgeschichte flüssig und glaubwürdig, ohne kompliziert zu sein, große Philosophie, ausgehend von bedeutenden Werken bildender Literatur, spielerisch verwoben zu haben.

Ein schönes Buch, das zu lesen es sich wirklich lohnt!
SUPER!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Warum du mich verlassen hast: RomanLesen Sie dieses Buch,wenn Sie glauben, dass eine Kombination aus "Der kleine Nick" und "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" nicht möglich ist. "Paul Ingendaay hat ein sehr persönliches Buch geschrieben: Berührend, brilliant und witzig erzählt er die Geschichte einer Jugend, in der Freundschaften eine ebenso große Rolle spielen wie die Einsamkeit, David Bowie wie Bach, der große Gatsby wie Gott." soweit der Klappentext des Bandes. Dem ist nichts hinzuzufügen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Oktober 2011
Ein leicht zu lesender Roman, der besonders für Internatsschüler mehr als nur unterhaltsam ist. Selbstmord als Konsequenz der Erkenntnis des eigenen Scheiterns; die suche nach Gott und der Wahrheit; Schweineläppchen, die von beiden Seiten nichts als paniertes Fett waren und die ständige Angst, dass aus den Wänden des Klosters im Kreuzgang die überall gegenwärtige Obrigkeit hervorspringt und zur Rechenschaft zieht. Ja - so war es!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Mai 2010
Das Buch ist eine sehr realistische Beschreibung des Lebens auf dem besagten Internat. Als Schüler desselben versucht man Personen wieder zu erkennen und namentlich zu zuordnen, was aber auf Grund des handwerklichen Geschicks des Autors nicht zweifelsfrei gelingt. Aber die grundsätzlichen Beschreibungen und Bilder der Situationen sind real. Interessant ist natürlich, wie jeder Schüler sein eigenes Bild von dieser Zeit hat, und die Dinge auch persönlich verschieden intensiv wahrgenommen hat. Das Buch schildert nachvollziehbar die Situation von kleinen Jungen, die um Ihre elterliche Liebe und Nestwärme gebracht worden sind und diese hoffentlich im weiteren Leben woanders neu erfahren können.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. September 2009
Natürlich eine Fiktion! Trotzdem ein Roman, der mich sehr betroffen gemacht hat! Endlich jemand, der die Dinge so schildert, wie Sie auf dem Collegium Aureum waren und vermutlich auch noch sind! Dieses Buch musste geschrieben werden.

Der Roman ist witzig, spannend wie ein Krimi und sprachlich ein absolutes Highlight!
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3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Juni 2006
Das Buch liest sich so weg. Es ist zum Totlachen witzig und spannend bis zum Schluß. Mit Freude habe ich Marocs Erlebnisse gelesen und mitempfunden. Ein toller Jugendroman und Krimi in einem.
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