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Warum die Menschen sesshaft wurden: Das größte Rätsel unserer Geschichte
 
 
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Warum die Menschen sesshaft wurden: Das größte Rätsel unserer Geschichte [Broschiert]

Josef Reichholf
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 315 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: Nachdruck. (20. Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596179327
  • ISBN-13: 978-3596179329
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 73.697 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Josef H. Reichholf
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung


Von Wasser und Fleisch zu Bier und Brot
Wie kam der Mensch aufs Korn? Für die Erfindung des Ackerbaus, die so genannte Neolithische Revolution gab es bislang keine plausible Erklärung: Die Erträge waren viel zu gering. Land musste aufwendig gerodet und Äcker bestellt werden. Egal wie hungrig die Menschen waren: Das Saatgut durfte nicht angetastet werden. Man wurde abhängig vom Klima. Und doch entwickelte sich die Landwirtschaft unabhängig voneinander in drei sehr weit auseinander liegenden Regionen - im Vorderen Orient im »Fruchtbaren Halbmond«, in China und in Mesoamerika - und mit der bäuerlichen Lebensweise wandelten sich auch die Sozialstrukturen. Josef H. Reichholf schaut auf die Jahrtausende vor Beginn der Geschichte und findet eine umfassende Begründung für diese Entwicklung, die zahlreiche wichtige Kulturtechniken der Menschheit erst möglich machte.

Über den Autor

Joseph H. Reichholf, geb. 1945 in Aigen am Inn. Der Zoologe, Evolutionsbiologe und Ökologe lehrt als Professor Naturschutz an der Technischen Universität München und leitet die Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung in München. Reichholf ist unter anderem Präsidiumsmitglied des deutschen WWF. 2007 wurde er mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa ausgezeichnet.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bayerische Antwort 23. November 2010
Von Agilo
Format:Broschiert
Auf die Antwort der Frage im Titel muss man bis zum Schluss warten. Bis dahin erfährt man viel über die Entwicklung des Menschen, über seine Ernährung, über die Zähmung von Haustieren. Aber warum wurde der Mensch sesshaft? Der Autor stammt aus Bayern und die Antwort fällt entsprechend aus, wobei seine Schlussfolgerung ernst gemeint und durchaus nachvollziehbar ist: Weil der Mensch nun mal gerne feiert, am liebsten mit gegrilltem Fleisch und vor allem mit gutem Bier! Und für letztes braucht man eben Getreide aus eigenem Anbau.
Ein unterhaltsames und informatives Buch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Am Anfang war das Bier... 12. Dezember 2011
Format:Broschiert
So einfach könnte man das Fazit von Professor Reichholfs neuem Werk über die Gründe für die Sesshaftwerdung des Menschen zusammenfassen.
Ausgehend vom Auftreten der ersten aufrecht gehenden Australopitecinen im inneren Afrikas über die Eiszeitjäger der damaligen mitteleuropäischen Tundra bis zu den ersten Ackerbauern im fruchtbaren Halbmond Kleinasiens reicht die mehrere Millionen Jahre abdeckende Argumentationskette des Autors, welche er mit Belegen aus den verschiedensten Bereichen und einem überreichen Fundus an komplexen Daten und Zusammenhängen sowie teilweiße viel Liebe zum Detail zu stricken versteht. Auch wenn diese Beweiskette zuweilen nicht immer stringent oder unbedingt einleuchtend erscheinen mag und es einige Sprünge und Bezugnahmen auf vorher bereits abgehandeltes gibt, so ist alleine schon der Umfang der rangezogenen Themenkomplexe beeindruckend.
Infrage gestellt wird dabei die "orthodoxe Lehrmeinung", der Mensch sei aufgrund äußerer Umstände und Anpassungsdrucks, d. h. aufgrund der Klimaumschwungs am Ende der letzten Eiszeit gezwungen gewesen sich anzupassen und neue Nahrungsressourcen zu erschließen, also sein Überleben als Ackerbauer zu sichern.
Dem hällt Reichholf entgegen, der Mensch sei schon evolutionär bedingt aufgrund seiner Biologie eher ein "Fleischfresser", dem pflanzliche Kost nur als Beilage dient, und unsere Spezies habe im Laufe ihrer langen Entwicklungsgeschichte schon mehrere, z. T. sogar drastischere Klimaumschwünge er- bzw. überlebt ohne ihre gesamte Lebensweise so drastisch infrage zu stellen oder gar ändern zu müssen.
Anstelle dieser "klassischen" äußeren Umstände sieht er hier eher innere Umstände am Werk: die Entstehung des abstrakten Vorstellungsvermögens und damit auch eines transzendenten Bewusstseins vor ca. 40.000 Jahren, welches zur "Erfindung" der Religion führte. Um an diesen transzendenten Erfahrungen teilhaben zu können, hätten die Menschen nun den Rausch, ausgelöst durch allerlei verschiedene Drogen, für sich entdeckt. Eine Hauptrolle habe dabei von Anfang an der Alkohol, gewonnen in überreifen, vergorenen Beeren, gespielt. Dessen Kenntnis wiederum hätten die weiträumigen Wanderungen ural- altaischer Volksgruppen gegen Ende der letzten Eiszeit aus Zentralasien über den halben Globus, u. a. über die Beringstraße nach Amerika, verbreitet.
Und nun das revolutionär- neue an der These: nicht aus der Not, sondern aus dem Überfluss heraus wurde die Sesshaftigkeit geboren. Gerade nicht Nahrungsknappheit, sondern im Gegenteil Überschuss hätten an der Schwelle zur Jungsteinzeit dazu geführt, dass die Menschen Zeit und Muße hatten neue Formen des fröhlichen Beisammenseins in Form neuer religiöser Kulte zu pflegen, wodurch das Gemeinschaftsbewußtsein gestärkt wurde, wie es z. B. in den frühen Kultanlagen um Göbekli Tepe herum zum steingewordenen Ausdruck kommt. Dabei sei nun eben schon damals, wie heute bei "Massenevents" eben meist auch noch, das Bier in Strömen geflossen. Als Belege hierfür dienen die massenhaft aufgefundenen Becher und Töpfe, der erst spät mögliche Nachweis des Brots, die langsame Ausbreitung der bäuerlichen Lebensform und vor allem die Ineffizienz des frühen Ackerbaus und der noch "wilden" Getreidesorten, deren benötigter Aufwand in keinem vernünftigen Verhältnis zu den erbrachten Erträgen gestanden hätte.
Ist die "Spaßgesellschaft" also überhaupt keine Erfindung unserer Tage, sondern womöglich ein uraltes kulturelles Erbe, welches unsere Zivilisation von Anbeginn an maßgeblich geformt und geprägt hat?
Man kann Reichholfs Buch sicherlich kontrovers diskutieren und für jedes seiner Argumente zehn Gegenargumente heranziehen, es ist nichtsdestotrotz amüsant zu lesen und ermöglicht einem immer wieder faszinierende neue Einblicke in vermeintlich zuvor schon Altbekanntes.
Denn letztlich ist es eben doch, wie der Autor zum Schluss selbst betont: der wissenschaftliche Diskurs lebt vom Aufwerfen neuer Theorien und der kritischen Auseinandersetzung mit ihnen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nicht ganz überzeugend 7. Dezember 2011
Von Niculescu
Format:Broschiert
Ein gut geschriebenes und fachlich recht solides Buch, das steht ausser Frage. Der Erleuchtungsfunke jedoch will irgendwie nicht überspringen; es entsteht vielmehr der Eindruck, dass sich der Autor im Fakten-Kreis dreht, ohne das endgültige Argument zur Sesshaftwerdung des Menschen, eigentliches Thema des Buches, bringen zu können. So ist es eben doch nicht einleuchtend, warum und wie das erste Mal überhaupt Getreide angepflanzt worden ist, denn wir dürfen das ganze Geschehen nicht aus der heutigen Perspektive betrachten, wo wir doch wissen, wozu Landwirtschaft gut ist und wohin welche Arbeitsschritte führen: die Menschen damals wussten es nicht. Weiterhin ist zweifelhaft, ob die Alkohol-Gewinnung aus Getreide (ob nun Bier oder egal was)ein primäres Ziel gewesen sein soll, denn es gibt in der Natur genug Rauschmittel, die sofort und ohne jeden Aufwand zur Verfügung stehen, z.B. Tabak. Soviel ich weiss, kannten viele Kulturen das "Rauchen" (in welcher Form und welchem Zusammenhang auch immer), jedoch überhaupt kein Alkohol. Meiner Meinung nach bleiben viele Fragen offen und dieses Buch kann sie nicht wirklich beantworten, was an einigen Stellen sogar vom Autor zugegeben wird.
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