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Warum die Menschen sesshaft wurden: Das größte Rätsel unserer Geschichte
 
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Warum die Menschen sesshaft wurden: Das größte Rätsel unserer Geschichte [Gebundene Ausgabe]

Josef Reichholf
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 2 (1. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100629434
  • ISBN-13: 978-3100629432
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,8 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 248.814 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Josef H. Reichholf
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wie kam der Mensch aufs Korn? Für die Erfindung des Ackerbaus, die so genannte Neolithische Revolution gab es bislang keine plausible Erklärung: Die Erträge waren viel zu gering. Land musste aufwendig gerodet und Äcker mussten bestellt werden. Das Saatgut durfte nicht angetastet werden, egal wie hungrig die Menschen waren. Man wurde abhängig vom Klima. Und doch entwickelte sich die Landwirtschaft unabhängig voneinander in drei sehr weit auseinander liegenden Regionen - im »fruchtbaren Halbmond«, im Vorderen Orient, in China und in Mesoamerika - und mit der bäuerlichen Lebensweise wandelten sich auch die Sozialstrukturen. Der renommierte Naturhistoriker Josef H. Reichholf schaut auf die Jahrtausende vor Beginn der Geschichte und findet eine umfassende Begründung für diese Entwicklung, die zahlreiche wichtige Kulturtechniken der Menschheit erst möglich machte.

Über den Autor

Josef H. Reichholf, Professor für Zoologie und Naturschutz, lehrt an der Technischen Universität München und ist Leiter der Wirbeltierabteilung an der Zoologischen Staatssammlung München. Viele Bücher, zahlreiche Fach-publikationen und Fernsehauftritte machten ihn einem breiten Publikum als Evolutionsbiologe und Ökologe bekannt. Professor Reichholf gilt als einer der vielseitigsten Naturwissenschaftler Deutschlands. Sein Buch "Eine kurze Natur- geschichte des letzten Jahrtausends", das fünf Auflagen erreichte, war ein großer Erfolg bei Publikum und Kritik. Er ist Träger der Treviranus-Medaille, der höchsten Auszeichnung des Verbands Deutscher Biologen, 2007 wurde Josef H. Reichholf mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa ausgezeichnet.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Erstmal kam das Bier 18. September 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Auf den ersten Blick klingt es kaum glaublich. Der Münchner Ökologieprofessor Josef H. Reichholf behauptet doch tatsächlich: Unsere Urmütter und -väter "erfanden" die Landwirtschaft nicht etwa, weil sie Hunger auf Brot statt Fleisch hatten (so wurde es uns bisher vermittelt), sondern Lust auf das erste alkoholische Getränk der Weltgeschichte. Und sie errichteten die ersten festen Gebäude nicht, um sich im Dorf Nr. 1 rund um einen starken Herrscher zu scharen. Stattdessen bauten sie Tempel (wissenschaftlich korrekt: Kultstätten). Riesige, mit erstaunlich genauen Tierreliefs geschmückte wie Göbekli Tepe in Ostanatolien oder - was Reinhholf nicht anführt - erstaunliche Rundbauten wie Stonehenge in England. Um zu feiern. Und dazu brauchten sie Bier.

"Warum die Menschen sesshaft wurden" ist eine verblüffende, interessante und - teilweise - sogar amüsante Zusammenstellung über das aktuelle Wissen, dass die Frühzeitforscher zur Zeit besitzen. Und da liest sich vieles ganz anders, sehr viel einleuchtender als das, was wir in der Schule lernten. Zum Beispiel, dass nicht Mangel, sondern Überfluss die Menschen zu den ersten Herden und von ihnen zur Landwirtschaft führte; dass es Einhörner tatsächlich gab und (noch) gibt; dass der Mensch "von Natur aus" ein Marathonläufer ist; warum wir immer noch Ostern feiern und weshalb der gemeinsam zu verzehrende Festtagsbraten erfunden wurde.

Die Frage, warum die Menschen sich überhaupt in Dörfer und später in Städten zusammenballten, gerät dabei in den Hintergrund, aber sie ist ja auch nicht so wichtig. Viel spannender sind Reichholfs Erklärungen über den Weg, der uns vom Obst essenden Baumkletterer zum (erst einmal wohl) von Aas lebenden und dann selbst jagenden Savannenläufer führte, dann zum Bier trinkenden Genießer von Lammrücken und Rinderkoteletts machte.

Fazit: Wer bereit ist, ein so vielseitiges Sachbuch wie dieses nicht nur zu überfliegen, sondern sich auch über schwieriger zu verstehende und zum intensiven Nachdenken auffordernde Seiten hinwegzukämpfen, hat mit "Warum die Menschen sesshaft wurden" eine Fundgrube aktuellen, spannenden und interessanten Wissens entdeckt. Für sich selbst und um jede langweilige Party zu einem Hotspot von aufgeregten Pro- und Contra-Diskussionen zu machen. Zum Beispiel über die Frage, ob wir dank unserer Affenahnen eigentlich Vegetarier sind oder ob uns die evolutionär ererbten Gene eher auf "Fleischfresser" trimmen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Warum lebten unsere Vorväter und -mütter hunderttausend Jahre als Nomaden und wurden vor etwa zehntausend Jahren plötzlich sesshaft, und das nahezu überall auf der Welt? Waren sie müde? Gab es kein Wild mehr? Josef Reichholf schöpft aus dem Vollen seines reichen Hintergrundwissens und setzt sich zum Ziel, plausible Gründe für die Entwicklung des Ackerbaus und für die Sesshaftigkeit zu geben. Das ist ihm gelungen. Die nüchterne Analyse führt zu rauschenden Gelagen.

* Plausible Gründe *
Die Ursache darin, dass der Mensch sesshaft wurde und mit dem Ackerbau begann, lag im Überschuss; nicht in einer Not. In der Not hätten auch die wenigen Körner wilder Gerste die Menschen nicht ernährt. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass es in den Gegenden, in denen der Mensch sesshaft wurde, genügend Wild gab. So viel, dass man von einem erlegten Großwild eine ganze Sippe ernähren konnte. Dies musste gefeiert werden, das Essen diente auch der Zusammengehörigkeit und der Kommunikation. Es ist anzunehmen, dass zumindest den Schamanen bekannt war, dass manche vergärte Beeren und Körner von Wildgräsern eine berauschende Wirkung haben. Gerste wurde als Kulturpflanze Jahrtausende vor dem Ackerbau nachgewiesen. Die ersten Darstellungen zeigen Getreide in Zusammenhang mit Getränken, nicht mit Brot. Es spricht vieles dafür, dass die ersten "Immobilien" nicht Häuser, sondern Kultstätten waren. Bewusstseinsverändernde Drogen sind mit Kultstätten und Kulthandlungen weltweit und bis heute verbunden (der Autor, der aus dem katholischen Bayern stammt, denkt natürlich auch sofort an Weihrauch). Durch den Anbau von Getreide für berauschende Getränke war es möglich, Getreidebrei als Ausgangsstoff für größere Mengen an Getränken herzustellen. Einen Überschuss dieses Breies dann bei Gelegenheit (oder durch Zufall) zu backen, ist wohl kein großer Schritt mehr gewesen.

Der Ackerbauer hat sich letztlich gegenüber dem Jäger durchgesetzt, da pro Fläche sehr viel mehr Menschen ernährt werden können. Pro Kilogramm Fleisch wird nämlich mehr als das zehnfache an Nahrung und Energie verbraucht als pro Kilogramm Getreide. Von Nahrung in Form von Getreide könnten auch heute alle Menschen, und noch etliche Milliarden mehr, leben. Die Rückseite der Erfolgsstory ist allerdings, dass die frühen Ackerbauern Abhängige gewesen sein dürften, welche die Felder auf Auftrag hin bestellten. Sie waren wohl Arbeitskräfte, die sklavengleich das zu erzeugen hatten, was die Herrscher- und Priesterkaste beanspruchte, nämlich Getreide für berauschende Getränke.

* Manche Details sind spekulativ, insgesamt aber ist die Idee stimmig *
Insgesamt ergibt sich ein plausibles Bild. Allerdings sind einzelne Teilargumentationen bislang nicht belegt, lassen sich nicht belegen oder mögen angreifbar sein (Josef Reichholf ist bekannt dafür, dass er dazu auffordert, ihn auf Widersprüche oder Verbesserungen hinzuweisen). Nicht halten lässt sich meiner Ansicht nach beispielsweise der Aspekt, dass das Entstehen von Sprache in die Zeit direkt vor der Sesshaftigkeit falle. Zwar ist es einleuchtend, wenn er argumentiert, dass die Sprache die Vorbedingung darstelle für die Praktizierung des Transzendenten durch die Schamanen. Dies muss aber nicht heißen, dass die Sprachfähigkeit erst vor wenigen zehntausend Jahren entstanden ist. Der von ihm erwähnte genetische Stammbaum, nach dem das Entstehen von Sprache auf etwa 30.000 Jahre datiert wurde, scheint überholt zu sein. Wie Ruth Berger in "Warum der Mensch spricht" darlegt, gibt es gute Gründe anzunehmen, dass unsere Vorfahren bereits vor fast zwei Millionen Jahre begannen, Sprache zu entwickeln.

* Ein ideenreiches Buch *
Der Steinzeitjäger steckt noch heute in uns. Wir feiern gemeinsame Feste, bei denen das Trinken wichtiger ist, als das Essen. "Wo sich die Gruppe von dem Kundigen (Schamanen, Medizinmännern, Priestern, Weisen Frauen, Hexen etc.) wohl dosiertem Drogengenuss hingeben kann, entsteht ein heiliger Ort", sagt der in München lehrende Professor. Das Münchner Oktoberfest kann er nicht gemeint haben. Dort servieren weder Schamanen noch Hexen die Maß Bier, sondern Kellner und Kellnerinnen, und der Biergenuss ist oft *nicht* wohl dosiert. Trotzdem, irgendwie scheint von solchen Festen eine merkwürdige Faszination auszugehen. Dieses ideenreiche Buch könnte eine Erklärung geben.
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38 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Spekulationen 29. September 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Das Thema wird auf den letzten hundert Seiten von 300 Seiten behandelt. Davor gibt es eine Nacherzählung der älteren Steinzeit mit einigen Ungenauigkeiten. Die Neandertaler sind nicht etwa 10 000 v. Chr. am Ende der letzten Eiszeit ausgestorben sondern gesichert etwa 28 000 v. Chr.

Das Buch reiht eine Behauptung an die andere. Argumente sind spärlich und abweichende Meinungen werden ziemlich brüsk als Unsinn dargestellt.

Es ist eine bedenkenswerte Vorstellung, daß neue Erfindungen nicht aus der Not geboren, sondern im Überfluß und Muße entstanden sind.

Bei der Beschreibung der Kultivierung von Pflanzen, wird einfach behauptet, in Afrika hätte so etwas nicht stattgefunden. In allen anderen Büchern, die er anführt wird aber berichtet, daß dort Hirse,Yam und afrikanischer Reis kultiviert wurde ( ca. 8000 - 6000 v. Chr.).

Das Thema ist interessant und es gibt auch interessante Einzelheiten, die in dem Buch angesprochen werden, aber im Allgemeinen ist mir die Darstellung zu fehlerhaft und die Idee, daß der Ackerbau von den Altaivölkern in alle Welt getragen wurde, ist nicht nachzuvollziehen. Daß die Menschen, Korn anbauten, um Rauschmittel zu erhalten, mag ein zum Teil zutreffen, kann aber nicht die Sesshaftigkeit erklären.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Sesshaftigkeit und Landwirtschaft aus der Fülle geboren
arum die Menschen sesshaft wurden.
In den letzten Jahren war ich immer wieder versucht, dieses Buch zu lesen, aber immer wenn ich auf der Rückseite des Buches las: 'Am... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Wagner, Martin veröffentlicht
nette ideen, ausführung aber eher dürftig
der grundgedanke, nicht der bedarf an brot sondern der an bier wäre der motor für die sesshaftigkeit der menschen geworden, hat schon was. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von tela veröffentlicht
Fortschritt aus der Fülle
Um es vorauszuschicken - es gibt besser geschriebene Bücher. Wie von anderen Rezensenten schon angemerkt, ist der Stil manchmal holprig, redundant und sprunghaft. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Annette Hofmann veröffentlicht
Wo waren hier die Lektoren?
Ich habe mir dieses Buch in der Hoffnung gekauft, spannendes zum Thema Sesshaftigkeit zu erfahren aber leider ist der Ausdruck machmal so schlecht, dass Sätze ihre Logik... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. März 2010 von Sternenweber
Lehrreich und amüsant
Prof. Reichholf argumentiert nachvollziehbar und zugleich amüsant, dass unsere Vorfahren das süße Leben der Jäger und Sammler aufgaben und zu (Fron)Bauern... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. April 2009 von PST
Am Anfang war der Rausch
Wer eine plausible Antwort erwartet auf die Frage "Warum die Menschen sesshaft wurden" bekommt sie in diesem Buch nicht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Februar 2009 von Floetelei
Am Anfang war das Bier - eine interessante und überaus...
Nach der bisher weit verbreiteten Erklärung sind die Menschen sesshaft geworden, weil das Wild knapp wurde, das sie bisher als Nahrungsgrundlage hatten, als sich gegen Ende... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Januar 2009 von Winfried Stanzick
Geschichte über die Menschheitsgeschichte
Ich schreibe diese Rezension als Fachfremder, für den der Autor sehr anschaulich und gut verständlich, ohne sich im wissenschaftlichen Klein-Klein zu verheddern,... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Oktober 2008 von Alexander Pfab
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