Das Buch ist schön gestaltet, zeigt zahlreiche farbige Abbildungen und lädt zum Blättern und Schmökern ein. Es wendet sich insbesondere an Eltern, Erzieher/innen, Grundschullehrer/innen und Kunstpädagog/inn/en. Sie alle sollten vor Augen haben, dass jedes Kind eine individuelle bildnerische Ausdrucksweise, eine eigene Bildsprache entwickelt. So wendet sich Philipps in seinen Darstellungen vehement gegen Klischeedarstellungen, wie wir sie aus vielen Malbüchern, aber leider auch aus den Fluren der Kindergärten und Schulen kennen. Es sollte seiner Ansicht nach beim Gestalten nicht darum gehen, vorgegebene Formen nachzubilden, Schablonen auszuschneiden oder in der Gruppe gleichartige Farbübungen durchzuführen. Ergebnis des Ausdrucks sollten vielmehr Sinnzeichen sein, also Darstellungen, in denen jedes Kind seine persönliche und unverwechselbare Sichtweise der Welt formulieren kann.
Gut strukturiert zeigt Philipps die Entwicklung der kindlichen Bildsprache vom Kritzeln zum gegenständlichen Zeichnen auf. Er erklärt die kindlichen Möglichkeiten, Raum und Bewegung darzustellen oder mit Farbe umzugehen. Gleichzeitig macht er mit Phänomenen wie etwa dem Prägnanzdenken oder dem anthropomorphen Denken des Kindes vertraut.
An den Schluss setzt Phillips eine Reihe sehr origineller und ausdrucksstarker Kindermalereien aus dem Archiv für Kinderkunst in Darmstadt, das er mit seiner Frau aufgebaut hat. Die Malereien sind jeweils im Großdruck gezeigt und mit einer kurzen Erläuterung versehen.