Bücher vom Typ "Pleiten, Pech und Pannen" enden meist in purer Peinlichkeit. Dieses nicht, was vor allem am geschliffenen Schreibstil und einem gewissen Anspruch des Autors liegt. Ein hochwissenschaftliches Werk darf man sicher nicht erwarten, aber der inhaltliche Standard ist solide und die Schreibe ist feiner Feuilleton. Also immer etwas ironisch, nie platt, interessiert und doch nicht ohne Distanz. Schmunzeln kann man oft, gelegentlich reizt auch eine überraschende Formulierung tatsächlich zum Lachen.
Das kleine Panoptikum der tierischen Schwächen (und ihrer Überwindung im animalischen Alltag) bietet viele Detailinformationen - von denen man wohl die meisten schnell wieder vergessen wird. Auch aus dem Grund, dass es sich zumeist um sehr exotische Arten handelt, denen man kaum woanders begegnen wird. Das kann man dem kleinen Werk vielleicht zum Vorwurf machen: Hätte der Autor weniger nach den extremsten Kuriositäten gesucht als nach unerwarteten Details in der heimischen Tierwelt, hätte man letztlich einen größeren Lerneffekt. Ob sich das auch verkauft hätte, wage ich allerdings nicht zu beurteilen.
Dass das ganze Buch zum Beleg einer These herangezogen wird - die Evolution optimiert nicht, sie spielt - wirkt etwas gezwungen, denn einen so missionarischen Charakter hat das Büchlein gar nicht. Infotainment mit sauberer Trennung von Fakten und Interpretation, gehobene Unterhaltung, das aber gekonnt - reicht doch. Es passiert unterwegs nur sehr selten, dass der Autor mal die Logik der Pointe opfert. Schwächere Kollegen tun das dauernd, um nur irgendwie witzig zu sein, und das wird schnell unerträglich.
So hat man immerhin ein nettes Buch, das sich gut (und schnell) liest, ohne die Intelligenz des Rezipienten zu beleidigen - es gibt viele populärwissenschaftliche Bücher, von denen man das nicht sagen kann. Die Illustrationen sind überdies wirklich schön. Als gebundene Ausgabe ist es dennoch etwas teuer, beim Taschenbuch kann man sich nicht beschweren.