Ein sehr knapp gehaltenes Buch über Multiple Sklerose, das einen Überblick über das Krankheitsbild liefert.
Es wird in kenntnissreicher und sehr verständlicher Form über den medizinischen Kenntnisstand berichtet.
Der Unterschied zu anderen Lektüren ist, dass man mit diesen Informationen nicht allein gelassen wird.
Während sich sonst auch Ärzte nur unkonkret äußern, überzeugt Weihe hingegen vor allem dadurch, die Fakten systematisch einzuordnen. Er relativiert teils auf wissenschaftlicher Basis, teils auf Basis seiner Erfahrung, den Schrecken der MS. Erhellend finde ich den Zusammenhang zwischen früher oftmals schrecklichen Verläufen und den heutigen meist eher milden Fällen, die wohl vor allem in der viel besseren Diagnostik zu finden sind. Vielen MS Patienten hätte vor einigen Jahren noch gar keiner diese Diagnose ausstellen können. Die harten Fälle, die es nach wie vor gibt, trüben aber das Bild was man auch heute noch von Betroffenen hat. Die Krankheit wird durch Weihe weder verniedlicht, noch künstlich aufgebauscht. Er berichtet über verschiedene Verlaufsformen und auch über psychische Hintergründe, die ebenfalls eine gewisse Rolle spielen. Dabei versteift sich Weihe nicht auf eine rein psychosomatische Sicht der Dinge, aber er lässt diese als einen Teil der Erklärung für die Ursachen zu. Weiterhin geht er auf verschiedene Medikamente und deren mögliche Wirkung ein. Auch hierbei ist er weder besonders euphemistisch noch pessimistisch, was etwaige Wirkungen anbelangt. In kurzer Form werden die Pro und Contra übersichtlich sortiert.
Nach der Lektüre hat man das Gefühl, als Wissen suchender Leser ernst genommen worden zu sein. Dieses Gefühl hat sich bei mir sonst, seien es Bücher, Prospekte oder Internetinformationen, nur selten eingestellt. Vielen Dank dafür.
Alles in allem ist ein sehr guter objektiver Überblick über das Krankheitsbild.