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Warum der Mensch spricht: Eine Naturgeschichte der Sprache
 
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Warum der Mensch spricht: Eine Naturgeschichte der Sprache [Gebundene Ausgabe]

Ruth Berger
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1., Aufl. (März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821856874
  • ISBN-13: 978-3821856872
  • Größe und/oder Gewicht: 22,4 x 15,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 147.465 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ruth Berger
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Den Leser erwartet ein hochseriöses, akribisch gearbeitetes Sachbuch, das einen Überblick über den enorm verästelten Untersuchungsgegenstand Sprache gibt. (...) Den Leser erwartet ein Wissenschaftsmarathon auf hohem Niveau, aber die Autorin bekommt den hochkomplexen Gegenstand in den Griff. Trotz der Komplexität der Thematik bleibt das Buch verständlich. (...) Warum der Mensch spricht hat das Niveau eines Standartwerks, das den Leser zwar an seine Grenzen führt, ihn aber auch enorm neugierig macht und ihm die Denkarbeit mit Witz und Charme und amüsanten Beispielen hinlänglich versüßt." (DeutschlandRadio Kultur, 28. April 2008) "Das akribisch recherchierte Sachbuch bietet dem Leser einen wunderbaren Überblick über den endlos verästelten Untersuchungsgegenstand"Sprache". Und wer immer mal wissen wollte, worüber sich Pantoffeltierchen unterhalten würden, wie Genetiker in alten Knochen Sprachspuren entdecken und warum Sprach überhaupt entstanden ist, der ist mit Ruth Bergers Buch bestens bedient." (WDR 5 Leonardo, Michael Stang, 29. April 2008) "Spannend wie ein Sherlock-Holmes-Krimi!" (P.M. History, 8/2008)

Kurzbeschreibung

Wie, wann und warum nur der Mensch zur Sprache kam Der Mensch wird erst durch Sprache zum Menschen. Aber wann war das? Und vor allem: wie und warum passierte das? War es eine Zufallsmutation, wie viele Forscher glauben, die erst vor wenigen Jahrzehntausenden beim modernen Menschen geschah? Oder fanden die Anfänge der Sprachentwicklung nicht schon viel früher statt, nämlich bereits vor rund 2 Millionen Jahren, als aus aufrecht gehenden Menschenaffen die allerersten frühen Urmenschen entstanden? Deren Babys konnten sich wegen der zurückgehenden Körperbehaarung nicht mehr an den Müttern festhalten. Fingen die Mütter damals an, mit ihren Babys über Laute zu kommunizieren, wenn sie sie aus dem Arm legen mussten?   Zum ersten Mal hat die Sprachwissenschaftlerin Ruth Berger populärwissenschaftlich die neuesten Erkenntnisse der Sprachwissenschaft, Paläoanthropologie, Biologie, Archäologie und Neurologie vereint, um die Frage nach dem Ursprung der menschlichen Sprache beantworten zu können. Sie zeigt: Sprache steht nicht am Ende der menschlichen Evolution, sondern hat die Entwicklung des menschlichen Gehirns und Verhaltens entscheidend geprägt.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Einleuchtend 11. September 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Eine der erstaunlichsten Aussagen des Buches steht für mich auf Seite 250. Nach hingebungsvoller Kleinarbeit, auf denen die in Sprachwissenschaften, Biologie, Anthropologie und verschiedenen Sprachen ausgewiesene Autorin Thesen und Fakten klug sortiert und gegenübergestellt hat, kommt sie zu einer Schlussfolgerung, die sie als eines der wichtigsten Ergebnisse dieses Buches bezeichnet: "Es gibt eben tatsächlich keine scharfe Grenze zwischen Tierkommunikation und Sprache."

Um ehrlich zu sein, alles andere hätte mich überrascht; ich staune, dass dies betont werden muss. Die lebende Welt hat sich kontinuierlich über Jahrmillionen entwickelt, immer Neues auf Altem aufbauend. So haben sich Körperformen entwickelt und spezialisierte Organe. So ist auch der Körper des Menschen entstanden. Dennoch tun manche so, als ob Gehirn und Geist nicht von dieser Welt wären. Die Evolution ginge so zu sagen nur bis zum Halse; dränge jedenfalls nicht bis unter die Schädeldecke vor. Was Ruth Berger hier ausbreitet, ist eine einleuchtende und in manchen Details überraschende Geschichte darüber, wie Sprache entstanden sein dürfte. Und sie zeigt, dass unser Gehirn zwar während der Menschheitsgeschichte enorm gewachsen, aber immer noch ein klassisches Wirbeltiergehirn geblieben ist. Es arbeitet mit uralten Lernstrategien, die aber von intelligenten Tieren im Kern ebenfalls beherrscht werden.

*Der Blick über den Tellerrand lohnt*
Imponierend ist, aus wie vielen Blinkwinkeln Ruth Berger das Problem beleuchtet. Die Suche nach den Ursprüngen der Sprache könnte ein Musterbeispiel interdisziplinären Erkenntnisgewinns sein, wenn nur die beteiligten Forscher noch intensiver über den eigenen Tellerrand hinausgeblickt hätten. So ist es vielleicht nur jemand Außenstehendem, in diesem Fall einer Autorin von Science-Fiction- und historischen Romanen, vorbehalten, Fachdünkel zu überwinden und ein stimmiges Bild in klarer Sprache zu entwerfen. Die kleinen Seitenhiebe und der bisweilen etwas schnoddrige Stil machen Spaß zu lesen. Wie Ruth Berger diverse zunächst glaubhaft erscheinende Theorien im Handumdrehen wieder relativiert, zeigt ihre breite Fachkenntnis.

Etliche Fachrichtungen kommen zu Wort. Die Anatomie trägt Knochenformen bei, die Genetik Gene und Datierungen, die Archäologie Werkzeugkultur und alternative Datierungen, die Anthropologie Datierungen von Intelligenz und Lernfähigkeit, die Verhaltensforschung kommunikatives Verhalten von Menschenaffen und anderen Tieren, die Neurologie Gehirnstrukturen und Gehirnscans und die Sprachwissenschaft die Grammatik und den frühen kindlichen Spracherwerb. Theorien aus beispielsweise den Sprachwissenschaften ("angeborene, spezifisch menschliche Grammatikfähigkeit") und der Genetik ("Sprach-Gen") zeigen, wie schnell man auf den Holzweg gerät, wenn man die Erkenntnisse anderer wissenschaftlicher Disziplinen ignoriert.

Ein paar Abbildungen wären angebracht gewesen, um einige der Forschungsergebnisse besser nachvollziehen zu können. Andererseits hat die Autorin Einschübe platziert, die das Verständnis vertiefen, wie beispielsweise über die Erzeugung von Lauten (zum selber ausprobieren). Überblicke zeigen, was bei diversen Sprachversuchen mit Menschenaffen herauskam und dokumentieren Meilensteine der Menschwerdung.

*Bin begeistert*
Auch wenn mich die wesentlichen Schlussfolgerungen nicht überrascht haben, so war das Buch nie langweilig. Ich war teilweise geradezu begeistert von der Art der Führung der Indizienkette. Was können uns bestimmte Löcher in der Wirbelsäule verraten (etwa über die Fähigkeit Konsonanten zu bilden)? Was verraten die Gehörgänge (konnte Homo heidelbergensis Konsonanten hören; Affen können das bis heute nicht)? Wie passen die Befunde verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen zusammen (Werkzeugkultur, Veränderungen von Knochen und Größe des Gehirns, Datierungen von Mutationen und so weiter)?

Einige Theorien werden bis auf weiteres kontrovers bleiben und ich will mich da nicht einmischen. Aber was Ruth Berger hier vorgelegt hat ist aufschlussreich, überzeugend und stimmig. Glaubwürdig, dass Schimpansen nicht sprechen können, weil sie nicht in der Lage sind ihren Atem zu kontrollieren. Der Mensch spricht aber nicht nur deshalb, weil er den Atem kontrollieren kann. Warum aber? Die Liebe - wieder einmal - hat einen nicht geringen Anteil daran. Viel Spaß beim Lesen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Absolut lesenswert 25. März 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Selten liest man ein seriöses Sachbuch so schnell und mit so viel Spaß. Ich konnte gar nicht mehr aufhören. Das Thema wird im ersten Kapitel umrissen: Was ist an Sprache angbeboren, was nicht? Gibt es einen "Sprachinstinkt", und wie sieht er aus? Wann, wie und warum ist er entstanden? Mit journalistischer Schreibe, aber wissenschaftlichem Verstand referiert Berger hier erst "Klassiker" aus den Sechziger- bis Achtzigerjahren zum Thema, um diese teils zu relativieren oder in Frage zu stellen. Dann geht es aber erst richtig los: Berger lässt uns in die Labore heutiger Wissenschaftler sehen und zeigt, was in den letzten Jahren mit neuen Methoden an Indizien über die Entstehung der Sprache zusammengekommen ist. Das geht von dem sogenannten Sprachgen über "Hörtests" an fossilen Menschenschädeln zu den Neurowissenschaften. Dabei hält die Autorin immer alle Fäden wohlgeordnet in der Hand und schafft es, einen als Kopilot mitreisen zu lassen bei einem echten intellektuellen Abenteuer. Sie erklärt so witzig und leichtfüßig, daß man gar nicht merkt, in welch schwierigen Gewässern man sich oft bewegt. Für mich der inhaltliche Höhepunkt ist der vorletzte Teil, wo Berger überzeugend zeigt, wie sich Sprache aus tierischen Kommunikationsweisen entwickelt haben kann und welche Anteile unseres heutigen Sprechverhaltens ihre tierischen Wurzeln noch deutlich zeigen. Unsere Sprache scheint hier als eine hochspezialisierte Form von Tierlauten, ähnlich wie auf ihre Weise auch Fledermäuse ihre Laute spezialisiert haben. In einem Schlußteil wagt die Autorin ein paar gekonnte Spekulationen zum Warum und dem zeitlichen Ablauf und liefert dann eine fulminante Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse des Buches, die eine Antwort auf die Anfangs gestellte Frage gibt: Was genau ist an Sprache angeboren und was nicht, und warum ist das so? Der Schlußabsatz über das durch Sprache geprägte Wesen des Menschen ist so rührend schön, daß sich das Buch beinahe schon dafür lohnt.

Betreffend Bergers Umgang mit Chomsky, der einen meiner Vorredner verärgert hat, möchte ich hier etwas kommentieren. Es stimmt, dass Berger Chomsky extrem verkürzt wiedergibt, dies ist jedoch kein Wunder, da es in diesem Buch in der Hauptsache um ganz andere Themen geht und nicht um eine Einführung Chomskys Syntaxtheorie. Ich fand Berger in ihrer Behandlung von Chomsky respektlos und den Ausdruck "Chomsky-Jünger", den sie einmal verwendet, unangemessen. (Die flapsige Schreibe ist allerdings mit ein Grund, warum sich das Buch wie Butter liest.) Daß sie Chomsky aber sachlich falsch wiedergibt, konnte ich so nicht feststellen. Höchstens, daß sie nicht gleich zu Anfang sagt, daß Chomsky selbst einige der alten Positionen längst aufgegeben hat. Betreffs Chomskys "Principles and Parameters" schreibt sie in der Anmerkung, ihre Formulierung sei polemisch (oh ja!), in der Sache aber hat sie leider Recht. Es gibt diese Ausnahmen, welche die Principles als wichtigen Grundmechanismus einer wie auch immer gearteten "language acquisition device" in Frage stellen. Bergers Urteil zur Universalgrammatik (das sie als Minderheitenmeinung kennzeichnet und in dem sie sich offensichtlich an den Nativismus-Kritiker Sampson anlehnt, der auffälligerweise sowohl in der Literaturliste als auch bei den Danksagungen erscheint) muss man aber nicht teilen, um aus ihrem Buch Gewinn zu ziehen. Ich war am Schluß etwas versöhnt betreffs der herben Chomsky-Kritik zu Anfang, weil Berger am Ende eine Synthese der verschiedenen Positionen und Perspektiven anstrebt, was ihr auch gelingt. Hier entpuppt sie sich eben doch als Nativistin im besten Sinne des Wortes. Daß sie diese komplexe Materie absolut laienverständlich darstellt und auch noch amüsant zu lesen macht, ist ihr hoch anzurechnen. Daher alle Fünfe, obwohl ich nicht überall ihrer Meinung bin.
Sehr recht hat jedoch ein anderer früherer Rezensent, der fehlende Abbildungen moniert.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wer mit der Lektüre dieses Buchs beginnt, läuft Gefahr, die Zeit zu vergessen und es bis zum Erreichen der letzten Seite nicht mehr zuzuklappen, so packend ist es geschrieben - allerdings an keiner Stelle reißerisch. Besonders positiv fällt auf, dass die Autorin zu jeder strittigen Frage die jeweiligen Forschermeinungen anführt und begründet sowie sachlich abwägt, welche davon plausibel ist, sofern nicht ohnehin neuere Ergebnisse manche scheinbar sichere Erkenntnis ad absurdum führten. So lernt der Leser nicht nur die Evolution und Biologie beziehungsweise Physik der Sprache selbst kennen, sondern auch ein Stück Forschungsgeschichte, das sich sehr spannend präsentiert.
Offensichtlich sind auch ganz neue, kurz vor Erscheinen des Buchs veröffentlichte Ergebnisse eingeflossen, sodass der Leser hier mit hochaktuellen Inhalten konfrontiert wird. Wer sich für das Thema interessiert, dürfte sich darüber gewundert haben, wie rasch die Meinungen über die Sprach- und Kulturfähigkeit des Neandertalers in den letzten Jahrzehnten wechselten. Mal schien die Kehlkopfkonstruktion das Sprechen zu verhindern, mal wies das Zungenbein auf Sprachfähigkeit hin. Die Autorin greift auch ältere Forschermeinungen auf und zeigt, dass es sich bei ihnen oft um vorschnell gemachte oder mangels späterer Funde und Analysen auf einer falschen Basis beruhende Interpretationen von im Grunde korrekten Entdeckungen handelt.
Ruth Berger gelingt es, das Puzzle aus zunächst scheinbar widersprüchlichen, verwirrenden Forschungsergebnissen zu einem stimmigen und, wie erwähnt, überraschenden und erstaunlichen Bild zusammenzufügen. Darüber hinaus lernt der Leser eine Fülle an Fakten über die Sprache selbst kennen, ob in neurologischer Hinsicht oder als Ausdrucksmittel bei Mensch und Tier.
Der charmante, aber nicht zu lässige Stil, in dem die Inhalte auf spannende, logische und gut verständliche Weise präsentiert werden, macht die Lektüre zum Vergnügen. Ein außergewöhnliches Buch, das Interessierten bestens empfohlen werden kann: sachlich wie erzählerisch eine wahre Meisterleistung!
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