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Warum der Mensch sich Gott erschuf: Die Macht der Religion
 
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Warum der Mensch sich Gott erschuf: Die Macht der Religion [Restexemplar] [Gebundene Ausgabe]

Wolfgang Schmidbauer
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 198 Seiten
  • Verlag: Kreuz-Verlag; Auflage: 2., Auf. (September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 378312896X
  • ISBN-13: 978-3783128963
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 315.456 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Hat die Religionskritik im 19.Jahrhundert mit Schopenhauer, Nietzsche, Marx und Freud einen Höhepunkt erreicht und befindet sich seither in der Defensive? Das ist schwer zu beantworten; jedenfalls aber lässt sich feststellen, dass die Religion ein stärkerer Gegner ist, als es die frühen Aufklärer mit ihren schlichten Entwertungen wie Opium für das Volk oder Illusion wahrhaben wollten. Jedenfalls bin ich überzeugt, dass die Psychologie bisher zu wenig gründlich und differenziert über die Macht nachgedacht hat, welche die Religion über den Menschen hat. Ein wenig davon will ich hier nachholen, und ich hoffe, dass es so ankommt, wie es beabsichtigt ist: als Bemühen, sich vom Fanatismus in jeder Hinsicht zu distanzieren und Illusionskritiker so gut wie Illusionsproduzenten mit Skepsis zu betrachten. (Wolfgang Schmidbauer)

Über den Autor

Wolfgang Schmidbauer, Dr., geb. 1941, studierte Psychologie und promovierte 1968 über Mythos und Psychologie. Ausbildung zum Psychoanalytiker, Gründung eines Instituts für analytische Gruppendynamik, 1985 Gastprofessur für Psychoanalyse an der Gesamthochschule Kassel, Psychotherapeut und Lehranalytiker in München. Autor zahlreicher Publikationen. Zuletzt bei Kreuz erschienen: Der Mensch Sigmund Freud.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mir hat das Buch viel gebracht, nämlich Antworten, auf meine Frage: warum nur glauben soviele Menschen an einen Gott, warum nur ist der Einfluss der Religion(en) so groß, und das über Jahrtausende. Aus tiefenpsychologischer Sicht habe ich eine Antwort von Herrn Schmidbauer bekommen und verstehe jetzt Anziehung und Macht der Religion für den Menschen.
Sozusagen nebenbei habe ich über S. Freud und C.G. Jung gelernt,fand die Darstellung von deren Differenzen auch interessant,denke aber, dass die Debatte Freud - Jung ein Thema für sich ist oder in diesem Buch in einem Exkurs hätte angelegt werden sollen.
Das Buch hat mich bestärkt,mir weiterhin eigene Gedanken über Gott und die Welt zu machen und zum Beispiel nicht der Haltung zu folgen, "für alle Fälle lieber an einen Gott glauben, wer weiß, was noch kommt, kann ja nicht schaden ... " .
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thomas Holtbernd TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Religion ist ein Thema, dem sich bei der Inflation der Meinungsäußerungen dazu, natürlich auch Wolfgang Schmidbauer stellen will. Er tut dies vor allem aus der psychoanalytischen Sicht und dies wiederum entlang der Auseinandersetzung zwischen Freud und Jung. Quasi konkret erläutert er das religiöse Phänomen an Karl May und Ron L. Hubbard. Stachel der Religionskritik ist dabei wohl die oft angenommene Fundamentalisierung der Religionen.

Schmidbauer versucht, die Neurotheologie und Evolutionstheorien in seine Überlegungen einzubauen. Er verweist dabei auf die Schwierigkeit, dass angenommene Aktivitäten im Gehirn mit Metaphern erklärt werden, die die Metaphern selber erklären. Es finden sich in den neurowissenschaftlichen Entdeckungen viele dieser Zirkelschlüsse. Eine Erklärung von Religion kann von dieser Seite nicht kommen, wohl aber Beschreibungen dessen, was im Gehirn abläuft.

Doch auch was Schmidbauer entwickelt, erklärt wenig. Es mag daran liegen, dass der Autor Religion zu wenig aus eigener Erfahrung her kennt, abgesehen davon, dass er in grauer Vorzeit mal Günter Ammon sehr nahe stand, den er in seinen ersten Büchern noch fließig zitierte. Als es dann obsolet wurde, zum Kreis dieses "Gottes" zu gehören, sparte er sich das Zitieren des Meisters. Hansjörg Hemminger hat das "religiöse" Phänomen dieses Psychogurus in seinem Buch "Das therapeutische Reich des Dr. Ammon" beschrieben. Es ist wohl nicht unerheblich, dass Therapieschulen große Ähnlichkeiten mit religiösen Sekten haben. Schmidbauer erwähnt diese Dimension nur am Rande. Es wäre jedoch spannend, von den "Gesetzmäßigkeiten" solcher Dynamiken auszugehen und dann von den Religionen zu differenzieren. Denn bei der Lektüre von Schmidbauer bleibt unklar, worauf er sich eigentlich bezieht. Religion als Illusion ist nur eine Seite von Religion. Genauer zu analysieren wäre die Identifizierung und Idealisierung mit den Religionsstiftern oder Vertretern und der Theologie. Dabei ist es für Schmidbauer natürlich schwer, geeignete Theologen zu finden, da sich die Theologie mehr und mehr in ein Schneckenhaus zurück gezogen hat. Gerade aber beim Gebrauch der Metaphern ist es unablässig, dass sich Theologen und Psychologen gemeinsam auf die Suche begeben. Auch wenn es "nur" um den Missbrauch der Religion geht, müssen sich beide Gruppen zusammenschließen. Vielleicht ist der freudsche Atheismus aus der Biografie Freuds verständlich und bezogen auf eine mögliche Vereinnahmung der Psychoanalyse durch Theologen auch notwendig, doch erscheint eine gemeinsame Erforschung mehr denn je notwendig zu sein, damit in einer globalen Welt wichtige Voraussetzung zum erwachsenen und reifen Einzelnen geschaffen werden können. Wenn solche Möglichkeiten in den Religionen zu finden wären, sollte man sie belassen. Wenn es Hinweise auf schädigende Strukturen gibt, sollte man auch die ehrlich angehen. Und wenn durch einen solchen Prozess auch Strukturen innerhalb der Psychoanalyse zu finden wären, so müssten auch hier Korrekturen angebracht werden.

Es scheint die Zeit reif dafür zu sein, dass sich Psychoanalyse und Theologie gegenseitig kritisieren und korrigieren. Dafür macht Schmidbauer leider kein Angebot und es scheint ihm auch kein Anliegen zu sein. Um jedoch die Macht der Religion analysieren zu können, kann wohl keine Disziplin nur aus ihrer Perspektive Religion betrachten.
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19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
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Die Menschheit hat drei große Kränkungen erfahren: 1. die Keplersche neue Astronomie, die den Menschen vom Mittelpunkt an den Rand katapultierte, 2. die Darwinsche Lehre der Evolution, die die Schöpfungsgeschichte neu beleuchtete und 3. die Freudsche Psychoanalyse, die ein Leben im Inneren feststellte und Frage zu beantworten hatte, ob dass Ich Herr im eigenen Hause ist. Diese drei Kränkungen sind die Ideen des Sigmund Freud.

Schmidbauer ist ebenso Psychotherapeut und hat sich ein großes Thema auf die Fahne geschrieben. Gut, dass er selber schreibt, er sei auf der Suche, sein Buch sei ein Bemühen, sich vom vermeintlichen Fanatismus der Religionen zu lösen. Er sieht die großen Religionskritiker vergangener Tage verlustig ihrer Botschaft gegenüber der Stärke der Religion. Die plakative Macht als Opium für Volk zu bezeichnen, war scheinbar ebenso wirkungslos wie die Schopenhauersche Dialektik, Religion als menschliches und metaphysisches Grundbedürfnis zu beschreiben, dem die Weltreligionen sich stellten nicht zu dessen Befriedigung, mehr zu dessen Missbrauch. Nun könnte und sollte man annehmen, dass die 200 Seiten Schmidbauersche Logik über diese bekannte Welt hinausgehen. Er jedoch füllt sein Buch mit Nebenkriegsschauplätzen, die zwar interessant sind, denkt man an die Kontroversen von Freud und Jung. Nun, Jung wird bestens zitiert, aber mehr in den bedenklichen Aussagen Richtung NS Zeit. Schmidbauer möchte sicherlich suggerieren, dass diese Zeit die Zeit der Gottlosigkeit war, vergisst aber offensichtlich, das die Parole des Krieges ein "Gott mit uns" war und Hitlers Rede am 10.Febraur 1933 endete mit einem Appell an das "gemeinsam geschaffene, [...] neue Deutsche Reich der Größe und der Ehre und der Kraft und Herrlichkeit und der Gerechtigkeit. Amen." Das "Vater unser" lässt grüßen. Seine Argumentation kommt damit der ursprünglichen Absicht einfach zu kurz.

Sein zweiter Ansatz, dass die Neurologie weitere Aspekte der Selbsterschaffung eines Gottes bringen könnte, schafft interessante Aspekte, verbleibt aber im Vagen. Letztendlich verbleibt seine Meinung psychoanalytisch, dass Religion eine Reaktion ist, sich nicht den Eltern zu unterwerfen, sondern diese Elternrolle selbst zur eigenen Unterwerfung mit vielen zusammen zu schaffen. Dass Religion in den meisten Fällen Männerreligion ist, stimmt, aber sagt nichts Neues. Das Religion neue Beachtung findet, ist richtig konstatiert, es vermag verwundern, dass dieses ohne große Neuerungen möglich ist. Aber so ist sein Buch auch.

Dennoch! Religion wird als Modethema gehandelt. Nirgends wird auf den Ursprung hingewiesen, der da heißt, >relegere< und dieses bedeutet nicht mehr, als eine Unterscheidbarkeit zwischen den Göttern und Menschen beizubehalten. (vgl. Giorgio Agamben; Profanierungen) Wenn nun der Weg der Schöpfung umgekehrt wird, dann ist die Frage nicht unbedingt neu. Wir können uns gerade auf Grund der neuen Hirnforschung vorstellen, dass Gott ein biologisches Zubehör ist. Gott ist Bestandteil der Evolution des Gehirns. Warum? Alle monotheistischen Religionen beschreiben Gott in ähnlicher Weise. Er ist immer liebend und strafend. Die Menschen scheinen daher auf der Suche nach einer Regel fündig geworden zu sein, die die Zukunft in Gemeinschaft prüfend unter moralischen Bedingungen definiert. Geist und Sprache haben damit das Zusammensein bestimmt, auch in der Benennung eines Wesens, welches zur übernatürlichen Observierung des Menschen eingesetzt werden kann. Religion ist damit zur säkularisierten Macht geworden über alle Kulturen, Gott ist geboren aus der Phantasie, (vgl. Wallace Stevens; Final Soliloquy of the Interior Paramour), aus der kognitiven Illusion, damit der Mensch sich selbst leitet und alle anderen ebenso in Linie hält. Dieses war nicht nur nötig, um die Evolution mit Kooperation zu verstärken (vgl. Bauer; Das Prinzip Menschlichkeit), sondern ebenso, um Verhaltensweisen beizubehalten, die die genetische Fitness nicht beeinträchtigt. So wie die angeblich gottlosen Heiden sich mehr fürchteten vor den Geistern ihrer Vorfahren, so wird in der evolutionierten Gesellschaft zunehmenden Geistes das privat eitle der Einzelnen und seiner Vorfahren im Grunde durch die nächste Kränkung in der Art von Marx und der geregelten Gleichbehandlung eliminiert mit der Einführung eines allgemeingültigen, sozialisierten Gottes. Gott erscheint damit als Produkt der Evolution; die Schwerhörigkeit gegenüber Gott, die Benedikt XVI diagnostiziert, kann es damit nicht geben, denn glaubt man den Evolutionspsychologen, gehört er zum angeborenen Phänomen. Sich ihm zu entledigen, sagt Klaus Wilhelm, ist gleichzusetzen mit dem Abschneiden von Ohren, um besser hören zu können. Gäbe es ihn nicht, müsse man ihn erfinden, orakelte schon Voltaire in der Zeit der aufklärenden Zweifel. Und der römische Philosoph Lukrez konstatierte: Furcht gebiert Götter.

Und wenn man die Theorie als Vorbild für den Menschen nimmt, dann lebt man in den selbst geschaffenen Gesetzen, der Mensch ist autonom (auto nomos) und hat sich die Freiheit gegeben, sich zu unterscheiden vom Ideal und dennoch zu werden wie Gott. Da sollten Schopenhauer, Kierkegaard, Dostojewski, und Cioran am Ziel ihrer Reise sein. Schmidbauer bleibt zur Zeit ein hilfloser Helfer.
Anlaß schafft er jedoch hinreichend und vielfältig, sich der Sache weiterhin interessiert anzunehmen. Daher vier Amazonsterne.
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