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Produktinformation
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Aus der ebenso lehrreichen wie in manchem Detail verblüffenden und glänzend geschriebenen Darstellung Martin Urbans lernen wir, dass das Wunder Mensch ganz wesentlich im Suchen nach und im Glauben an einen Sinn des Lebens besteht, der über dieses Leben selbst hinausweist. Urban, der selbst einer Theologenfamilie entstammt und dessen eigenes akademisches Studium mit den Fächern Physik, Chemie und Mathematik zumindest vordergründig eher diesseitigen Zusammenhängen galt, zeigt unter anderem, dass die Bedeutung der Religion für den Menschen bei genauer Betrachtung kein "Wunder", sondern eine evolutionäre Notwendigkeit ist: Das dem Menschen ureigene Bedürfnis, hinter allem Sein und Handeln Gründe anzunehmen, musste in Verbindung mit seiner Fähigkeit, unvollständige Informationen interpretierend zu ergänzen, geradezu zwangsläufig zum Gottespostulat führen.
Zu den ganz großen Vorzügen dieses spürbar aus der Fülle einer lebenslangen Beschäftigung mit den hier verhandelten Themen schöpfenden Buches gehört der wahrhaft interdisziplinäre Blick des Autors, der sich in Theologie und Kulturanthropologie ebenso umgetan hat, wie in den Naturwissenschaften. So berichtet er auch von außerordentlich bedenkenswerten neurowissenschaftlichen Forschungsergebnissen, die besagen, dass sich im menschlichen Gehirn die Bereiche religiösen Erlebens recht genau lokalisieren lassen und sich spirituelle Erfahrungen hier auch mit Hilfe schwacher Magnetfelder auslösen lassen. Äußerst lesenswert! --Andreas Vierecke
Da Urban den neurologischen Erklärungsansatz nicht für den einzig möglichen hält, argumentiert er auch kulturhistorisch, psychologisch und theologisch, was das Buch abwechslungsreich und spannend macht. Wo er Spekulatives vermutet, spricht er es aus, so dass der Leser sein Glaubensgebäude letztlich selber zimmern muss und kann. Und wie wir es von diesem Autor und seinem Verlag gewohnt sind, geizt er nicht mit Bildmaterial, um das Geschriebene zu veranschaulichen.
Im Gehirn findet sich kein Religionsmodul, kein christliches Neuron und kein meditatives Molekül. Aber es finden sich Areale, die bei religiösen Vorstellungen stärker aktiviert sind als andere. Diese zu lokalisieren und Zusammenhänge mit anderen Funktionen herzustellen kann zu Einsichten führen, die einige Leser beunruhigen, andere aber besänftigen werden. Zum Denken regt die Lektüre auf jeden Fall an.
Mein Fazit: Eines der besten Bücher zum Thema Hirnforschung und Religion. Urban schaut unter die Schädeldecke, über wissenschaftliche Grenzen und in die Vergangenheit, weshalb er zu Resultaten kommt, die wir in so anschauliche Form nur bei ihm finden.
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