Da ich seit 1,5 Wochen durch Krankheit zum pasiv Laufen (drüber reden, lesen, reden, lesen...) verurteilt bin und meine Frau mich gestern zu Ihrem neuen Lauftrainer auserkoren hat, treten plötzlich völlig neue Fragen auf: Wie sieht er denn aus der richtige Plan für absolute Anfänger? Worauf kommt es an? Wie bekämpft man ihn, den inneren Schweinehund, bis das Laufen von alleine Motivation genug ist und die Bewegung RICHTIG anfängt Spass zu machen? Wie nehme ich beim Laufen am besten ab?
Da ich damals einfach losgelaufen bin und bis heute ohne nenneswerte Motivationsprobleme weiter gemacht habe, fehlt mir die Erfahrung, bin eben kein echter "Coach". Matthias Marquard ist einer, seines Zeichens Dr. Med., Sport- und Laufmediziner, mit einem echten Talent für eine lockere Schreibe.
Dieses Buch - "Warum Laufen erfolgreich macht und Grünkernbratlinge nicht - Gesund glücklich und erfolgreich mit dem 16-Wochen-Programm von natural running" ist einfach klasse. Wem "ich-bin-der-weltbeste-laufherbert" Steffny zu selbstbeweihräuchernd und "ich-peitsch-dich-bis-du-lachst" Greif zu sadistisch ist, der findet in Marquard vielleicht seinen persönlichen Laufcoach, immer sachlich, objektiv, ohne erhobenen Zeigefinger, weniger leisungs- als gesundheitsorientiert und mit dem nötigen Schuss Humor.
Der befindet sich in diesem Buch teilweise irgendwo zwichen Achim Achilles und Mario Barth und lockert den sehr fundierten und sachlich wunderbar locker beschriebenen Inhalt ordentlich auf: "Männer duschen zur Körperreinigung. Frauen, weil es so herrlich warm ist", "Tun Sie, was der Verkäufer sagt. Er kommt in friedlicher Mission", "Schatz, ich hab nichts anzuziehen"...
Das Ganze beginnt mit "Das Urteil vor dem Spiegel heute: Das geht doch noch...Mittwoch, halb acht in Deutschland
Sie kennen das, der Wecker klingelt schrill, und nicht viel mehr als die Gewohnheit treibt sie aus dem Bett in Richtung Badezimmer. Es folgt der obligatorische Blick in den Spiegel. Die Bestandsaufnahme ergibt wenig Neues: Müde sind sie, und uncharmante Augenringe bezeugen die Arbeitsbelastung der vergangenen Zeit. Vielleicht eine Falte mehr, schade. Man kann es doch nicht ändern. So ist es eben, wenn man viel arbeitet. Außerdem ist man ja keine 20 mehr. Genau."
Und führt bis zum: "Wieviel Kilometer läufst du denn? Auch bei Regen? - ERWISCHT- SIE SIND LÄUFER".
Die Fortsetzung findet sich dann in Marquardts "Laufbibel - Basiswerk für gesundes Laufen".
Viel Spass!