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Warum Krieg?: Ein Briefwechsel
 
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Warum Krieg?: Ein Briefwechsel [Taschenbuch]

Albert Einstein , Sigmund Freud
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 64 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: Neuausgabe. (1972)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257200285
  • ISBN-13: 978-3257200287
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,6 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 33.074 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Alles, was Gefühlsbindungen unter den Menschen herstellt, muss dem Krieg entgegenwirken. Diese Bindungen können von zweierlei Art sein. Erstens Beziehungen wie zu einem Liebesobjekt, wenn auch ohne sexuelle Ziele. Die Religion sagt dasselbe: Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst. Das ist nun leicht gefordert, aber schwer zu erfüllen. Die andere Art von Gefühlsbindung ist die durch Identifizierung. Alles was bedeutsame Gemeinsamkeiten unter den Menschen herstellt, ruft solche Gemeingefühle, Identifizierungen, hervor. Auf ihnen ruht zum guten Teil der Aufbau der menschlichen Gesellschaft." (Pressekritik)
"Wir brauchen eine Friedensforschung. Die Ursachen der Konflikte unter den Völkern sind weniger erforscht als die Gesetze der Ordnung im Atom." (Pressekritik) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kurzbeschreibung

Die Welt ist zu klein für jenen Patriotismus, der zu Kriegen führt. Patriotismus ist nicht einmal mehr in Friedenszeiten nützlich. Die Probleme unserer Welt sind planetarisch. Keine Nation ist ihnen allein gewachsen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Interessanter Gedankenaustausch, 6. Mai 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Warum Krieg? Ein Briefwechsel (Taschenbuch)
Der sehr kurze Briefwechsel zwischen Albert Einstein und Sigmund Freud zum Thema Krieg ist sehr interessant: Einstein wirft für ihn typische und atypische Fragen auf. Freud entgegnet ihnen grösstenteils mit der für ihn eigenartigen psychoanalytischen Form. Erfreulich jedoch ist, dass Freud sich eher in Richtung Carl Gustav Jung bewegt hat, und nicht nur mittels strenger Logik argumentiert; er driftet nachvollziehbar ins Philosophische ab. Auch das empirische Nachwort von Isaac Asimov stimmt, wenn auch ein bisschen zu depressiv, auf die nahende Zukunft unserer Welt ein.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Psychologisches zum Thema Krieg, 25. November 1999
Von Ein Kunde
Zwei Genies des Zwanzigsten Jahrhunderts diskutieren brieflich ueber die Tiefen der menschlichen Seele. Was sind die Gruende fuer unendliche Gewalttaten und die Barbarei menschlicher Zivilisation. Warum gibt es Kriege? Und vor allem: was kann man dagegen tun? Doch leider, so tiefsinnig ihre Analysen auch sind, die Loesung bleiben uns diese beiden grossen Maenner schuldig. Nichtsdestotrotz ist dieser kleine Band ein Lektueregenuss! Elegant und gut geschrieben lesen sich die verschiedenen Beitraege flott und engagiert. Der typische Einstein mit seinen unkonventionellen Argumenten laesst den guten Uebervater Freud dabei zwar etwas alt aussehen. Dennoch sollte man beide Sichtweisen einmal verglichen haben. Ein couragiertes und auch fesselndes Buch! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Das Individuum ist eine äußerst verwundbare Eitelkeit." (Nietzsche), 13. Juni 2009
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Warum Krieg?: Ein Briefwechsel (Taschenbuch)
"Kommunikation unterbricht den Kriegszustand der Welt."

(Thomas Assheuer / Jürgen Habermas)

Im Jahre 1931 hatte das Comité permanent des Lettres et de Arts de la Societé des Nations sein Bestreben, Denker und Forscher mit dem Werk intellektueller Zusammenarbeit zu beauftragen, mit einem Vorschlag eines öffentlichen Briefwechsels in die Tat umgesetzt. Geistige Interessen sollten dem Völkerbund dienen. Die Kommission wandte sich an Einstein, der zusagte. Ihm stellte man anheim, einen Briefpartner auszuwählen - und er wählte Freud, obwohl oder gerade weil sich beide wenig kannten. Freud sagte ebenfalls zu.

Freud erhielt Einsteins Brief im Sommer 1932, ein Monat später erhielt Einstein die Antwort. Einstein beginnt: "Gibt es einen Weg, die Menschen von dem Verhängnis des Krieges zu befreien?" Einstein war klar, dass die Politiker sich ihrer Unfähigkeit bewusst waren und daher durchaus die Wissenschaft an ihr Ohr lassen würden. Bescheiden wie Einstein war, konnte er sich nicht anmaßen die tiefen Schichten der Seele zu erforschen, geschweige jetzt schon zu kennen. Er wolle eben nur äußerer Wegbereiter sein für die inneren Geschicke, die Freud nun mal kenne. So könne er eben erwarten, dass Lösungsvorschläge zumindest jenseits der Politik von Freud angeboten werden können, die die entgegenstehenden psychologischen Hindernisse beseitigen. Einstein bereitet den Boden mit einem Axiom: "Der Weg zur internationalen Sicherheit führt über den Verzicht der Staaten auf einen Teil ihrer Handlungsfreiheit bzw. Souveränität." Was stellt sich dagegen? Und diese Frage führt in das Machtbedürfnis herrschender Schichten eines Staates, die einer Einschränkung der Hoheitsrechte widersprechen. Einsteins optimistischer Appell an Freud, er möge sein Fachwissen zur Lösung des Dilemmas konstruktiv einsetzten, beendet den Brief.

Freud erschrak, wie er schrieb, fast über die beidseitige Inkompetenz in der Frage, weil er die Lösung in der Politik sah. Deshalb könne er Einsteins Anliegen nur so sehen, dass er die Frage eines "Menschenfreundes" stellte und so führt der den psychologischen Selbstdiskurs zur Antwort. Freund analysiert die Interessen- und Meinungskonflikte der Menschen, führt die evolutionäre Bestimmung der anfänglichen Horde und der späteren Verfügbarkeit von Kultur an; spürt einer Rechtsanpassung nach, die bei ständiger Optimierung eine Reduzierung von Interessenkonflikten nach sich ziehen würde. Selbst den Einsatz einer Zentralgewalt hält er als Lösung für möglich, doch allein könne auch diese nichts ausrichten. Eine Gemeinschaft wird durch zwei Dinge zusammengehalten: Zwang mit Gewalt und Gefühlsbindungen (Identifikation). Gedanken, die schon aus den Schriften: "Jenseits der Illusion" und "Über das Unbehagen in der Kultur" formuliert waren, sind ebenso hier verbrieft. Letztendlich kommt er aber an der aggressiven Natur des Menschen nicht vorbei. Diese zu Zähmen durch Kultur hält er für tendenziell machbar und wünschenswert. Der Intellekt muss den Trieb beherrschen, so könne etwas im Sinne des Pazifismus geschehen (vgl. Rousseaus Gesellschaftsvertrag). Nun denn, eines steht für Freud jedoch fest: "Es ist ein Stück der angeborenen und nicht zu beseitigenden Ungleichheit der Menschen, dass sie in Führer und in Abhängige zerfallen." Wir alle sind gleich - unter einem, der führt. Und dieser ist der akzeptierte Eine, der als Seinesgleichen Herr über die anderen ist, wie Montesquieu feststellte.

Ein Diskurs ohne Ergebnis im Sinne der Frage, aber mit Erkenntnis in der Beschreibung des Menschen. Von daher eine deutliche Empfehlung, auch in der Ergänzung zu Norbert Bolz aktuellem Buch: "Diskurs über die Ungleichheit" und Rousseaus Hauptwerk: "Der Gesellschaftsvertrag".

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