Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Interessante Perspektive, 28. Mai 2008
Hoffnungsvoll blicken jene Menschen, für welche die Debatte um den Klimawandel schon längst ins Irrationale abgedriftet ist, nach Kopenhagen. Hier forscht und lehrt Björn Lomborg, der inzwischen zu einem der bekanntesten Gesichter im Kampf um mehr Sachlichkeit beim Thema Klimawandel geworden ist. Der Däne, ehemals Mitglied bei Greenpeace", ist inzwischen von der ganzen Umweltretter-Front kuriert. Mit seiner neuesten Veröffentlichung Cool it! Warum wir trotz Klimawandels einen kühlen Kopf bewahren sollten" wagt er einen mutigen Sprung. Und auch wenn Lomborg der Mut zum Ende seiner Ausführungen verläßt, so erhält der Leser doch viele Informationen. Informationen, die er zuvor häufig unter völlig anderen Vorzeichen präsentiert bekommen hat oder die ihm einfach unterschlagen wurden, denn das Thema Klimawandel sei inzwischen zu einer Art heiligem Überlebenskampf" mutiert. Typische Merkmale sind eine überzogene oder extreme Wortwahl, ein eindringlicher Tonfall und ein filmischer Stil. Man bedient sich eines quasi religiösen Registers von Tod und Verderben, und die Sprache ist geprägt von Beschleunigung und Unumkehrbarkeit", zitiert Lomborg das Institut for Public Policy Research". Ein solcher Umgang mit Sprache macht jeden vernünftigen Dialog über unsere weltweiten Handlungsoptionen unmöglich", klagt der 1965 Geborene, der sich selbst angeblich aufgrund seiner weniger apokalyptischen Thesen wegen bereits einer modernen Art der Hexenverfolgung" ausgesetzt sah.
In einem Wust aus Zahlen erläutert Björn Lomborg, wieso er die in Kyoto beschlossene Kohlenddioxid-Reduzierung für extrem teuer, aber wenig effektiv hält. Auch die Debatten um das Aussterben der Eisbären, mehr Hitzetote und Wassermangel werden von ihm mit seinem Zahlenmaterial als übertrieben abgetan. Da am Ende des Buches ein sehr ausführlicher wissenschaftlicher Anhang ist, ist davon auszugehen, daß er zahlreiche Belege für seine Aussagen hat, zwar hätten die Klimaretter um Al Gore auch ihre wissenschaftlichen Belege", doch im Gegensatz zu diesen, so Lomborg, würde er nicht nur das ihm genehme Zahlenwerk auswerten, sondern alle zur Verfügung stehenden Daten zu Rate ziehen. So schön, so gut, wir müssen ihm vertrauen, aber seine Argumente entbehren nicht einer gewissen Logik: Ich dagegen glaube - mit den allerbesten Absichten -, daß es notwendig ist, unsere Denkweise zumindest auf den Prüfstand zu stellen, bevor wir die größten öffentlichen Ausgaben in der Geschichte der Menschheit beschließen. Wir müssen uns wieder darauf besinnen, daß unser eigentliches Ziel nicht die Verringerung von Treibhausgasen oder der globalen Erwärmung ist, sondern die Verbesserung der Lebensqualität und der Umweltbedingungen ist." Lomborg behauptet sogar, daß auf einer Prioritätenliste Aids, Unterernährung und Malaria mindestens genauso wichtig seien wie Klimaschutz. Ja, er unterstellt sogar, daß man mit dem Geld, das in den Klimaschutz geht, in anderen Bereichen einen viel höheren Nutzen erzielen könnte. Gutes tun statt nur sich gut fühlen, so der Aufruf des Dänen.
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39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannend, 8. März 2008
B. Lomborg bezweifelt nicht, dass es die globale Erwärmung gibt. Er weist jedoch darauf hin, dass es wesentlich sinnvollere Maßnahmen zum Nutzen der Menschheit gibt, als die bisher von den Politikern propagierten Maßnahmen. Sollte der amerikanischen Präsident Bush mit seiner Skepsis gegenüber dem Kyoto-Protokol richtig liegen? Es scheint fast so.
B. Lomborg zeigt mit Hilfe vieler Fakten, wie sich unser Denken in Bezug auf die globale Erwärmung verengt und zur Folge hat, dass wir völlig falsche Schlussfolgerungen ziehen. So werden bei einer allgemeinen Erwärmung im Sommer mehr Menschen sterben, doch im Winter überleben noch wesentlich mehr. So steigen die Schäden durch Stürme in den letzten Jahren, doch liegt dies vor allem daran, dass immer mehr in Regionen gesiedelt wird, die von Unwettern betroffen werden können. Untersuchungen zeigen, dass Stürme, die zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts über die amerikanische Ostküste hinweg zogen unter Berücksichtigung der heutigen Besiedelung größere Schäden verursacht hätten, als die Stürme der letzten Jahre.
Das Buch ist spannend zu lesen. Beinahe auf jeder Seite finden sich Argument, die im Widerspruch stehen zu dem, was uns die Medien und die Politiker beinahe täglich ins Gesicht schreien.
Dies ist schon Grund genug das Buch zu lesen. Darüber hinaus regt es an, darüber nachzudenken, warum sich die Politik so verhält. Es ist natürlich leichter zu behaupten, dass ein Menschheitsproblem gelöst wird, als sich konkret mit der Verarmung ganzer Bevölkerungsgruppen in Deutschland zu beschäftigen. Die Arbeitslosigkeit wird zu einer Marginali,e wenn es um die Menschheit geht.
Das Buch ist nicht nur leicht lesbar geschrieben, sondern beinhaltet zusätzlich noch ein sehr ausführliches Quellenverzeichnis, das für eigene Recherchen als Basis dienen kann.
Wer von sich in Anspruch nimmt, dass er erst nachdenkt, bevor er eine Position einnimmt, muss diese Buch gelesen haben. Wer jedoch wie Mark Lynas der Meinung ist, dass die Leugnung des Klimawandels zur Straftat erklärt werden muss, weil dies letztlich ein Verbrechen gegen die Menschheit sei, wird mit großer Wahrscheinlichkeit von diesem Buch überfordert sein und sollte seine Zeit nicht mit dem Lesen dieses Buches vertun.
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wider dem Aktionismus!, 2. März 2008
Um ein vorwegzunehmen: "Cool it" ist keine bloße Neuauflage von "Apocalypse No!". Es ist im Gegenteil deutlich weniger überfrachtet, ohne jedoch an Fundiertheit einzubüßen. "Cool it" verlegt sich jedoch auf bessere Verständlichkeit, bzw. wird ehrer populärwissenschaftlich und gleicht dies durch einen 70 Seitigen Fußnotenteil aus.
Aber zum Inhalt: Lomborg betrachtet die Klimadiskussion basierend auf einer "coolen" Kosten-Nutzen-Analyse und betrachtete dabei nicht nur "was machbar ist", sondern auch die Langzeitwirkung im Sinne einer Investitionsrechnung, d.h. er fragt, ob die Lösung drängender Probleme, wie Unterernährung, Wassermangel etc. am Menschen zum heutigen Zeitpunkt nicht eine schlagkräftigere Basis in der gesamten Menschheit herstellen würde, um zu einem fiktiven Zeitpunkt in der Zukunft (hier oft 2100) einen wesentlichen höheren Nutzen am Menschen und dessen Weltklima zu erzeugen.
Neben diesem Lösungsansatz kritisiert er ausführlich die Berechungsmodelle von Al Gore und anderen Dramaturgen der Klimakatastrophe und verliert auch in diesem Bereichen niemals das Ziel aus den Augen: Die Verbesserung der Lebensbedingungen auf diesem Planeten - der zur Zeit von Endzeitszenarien erdrückt wird (übrigens genauso wie schon vor 50-25 Jahren wegen der drohenden Eiszeit.....).
Dieses Buch ist absolut lesenswert!!!! Es läßt mich mit der Frage zurück, was das richtige Maß an Maßnahmen zum Klimaschutz ist, läßt mich durchaus an der Motiviation der Protagonisten des Kyotoprotokolls zweifeln und ich stelle mir die Frage, wen wir eigentlich "retten" wollen - Menschen und zukünftige Generationen, oder unser Gewissen.
Lomborg versucht nicht nur einen Kompromisss, er versucht viel mehr eine realistische Betrachtung auch unter Berücksichtigung, dass wir als Gutmenschen viel Gutes wollen und am Ende gar nichts erreichen und mahnt, weniger gut zu reden und mit echten Taten zu beginnen.
Ich hoffe, dass diese Buch ein Erfolg wird - es bringt die Diskussion auf jeden Fall weiter, auch wenn es nicht in jedem Punkt der Weisheit letzter Schluss bleiben wird. Aber genau das behauptet Lomborg auch gar nicht.
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