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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Murakami bekommt beachtenswerte Konkurrenz,
Von
Rezension bezieht sich auf: Warten auf die Sonne: Roman (Taschenbuch)
Dieser Roman entwickelt von Anfang an eine sogartige Wirkung auf mich - ich kann ihn nicht mehr weglegen. Schon der Titel macht es deutlich und im Buch zeigt sich bald, dass die Protagonisten warten, sie alle warten auf etwas anderes: Da ist der junge Patinierer Shiro, der darauf wartet, dass sein krimineller Bruder Jiro aus dem Koma erwacht, da ist der Drogendealer Fujisawa, der darauf wartet, dass Shiro einen mysteriösen Ranzen voller Drogen findet, dann gibt es den berühmten Regisseur Inoue, der seinen letzten Film dreht und darauf wartet, dass die Sonne genauso scheint wie an einem bestimmten Tag viele Jahre zu vor, und schließlich ist da noch Craig, ein amerikanischer Pilot, der in Hiroshima gefangen genommen wurde und darauf wartet, dass die Atombombe vom Himmel fällt.
Geschickt verbindet Hitonari Tsuji diese einzelnen Geschichten und Schicksale miteinander - so bewegt Jiro sich in seiner Welt ohne Bewusstsein in jener Vergangenheit, die auch den Regisseur Inoue immer noch quält, Shiro arbeitet gemeinsam mit Jiros großer Liebe Tomoko an Inoues Film. Die Verbindungen sind teilweise überraschend, sie lassen den Roman vielschichtig und stimmungsvoll werden. Ein großes Thema ist dabei der Krieg: jener zwischen China und Japan sowie jener zwischen Japan und Amerika. Natürlich drängt sich besonders durch die absurden Elemente der Vergleich mit Haruki Murakami auf, dem Hitonari Tsuji aber ohne weiteres standhalten kann. Die Handlung ist stets - trotz der abstrusen Begebenheiten - nachvollziehbar, die Sprache nicht hochliterarisch, aber klar und fesselnd. Ein sehr schönes, sehr japanisches und sehr atmosphärisches Buch. Lieblingszitat: Ich möchte leben wie der Wind. Wie er möchte ich durch alle Länder streifen, mit dem Licht um die Wette laufen und die Welt liebkosen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Japanische Autoren sind lesenswert.....,
Von nihonkurty (Bergisch Gladbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Warten auf die Sonne (Gebundene Ausgabe)
Warten auf die Sonne ist wie der Titel es beschreibt ein Roman über das Warten. Die einzelnen Personen warten auf Ereignisse die mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten werden, oder aber virtuell wahrgenommen werden.
Darüber hinaus wird aber auch der Wandel eines Menschen vom Täter zum Opfer und umgekehrt dargestellt. Beispielhaft wird dies in der Person des Craig Bouchard, amerikanischer Pilot, der freiwillig in den Krieg zieht um die Freiheit zu verteidigen, und dann durch die amerikanische Atombombe über Hiroshima umkommt. Hitonari Tsuji beweist für einen japanischen Schriftsteller sehr viel Mut, indem er die Sinnlosigkeit des japanischen Krieges in China mit den damit verbundenen Grausamkeiten darstellt. Auch zeigt er die Gründe für den Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki auf, die durch die Veröffentlichungen der damaligen amerikanischen Regierung verschleiert wurden. Es wurde dem amerikanischen Volk und der Weltöffentlichkeit nicht mitgeteilt, dass durch den Abwurf der beiden Bomben mehr als 1.000 Amerikaner ums Leben kamen. Jahrzehntelang wurde durch Zensur die wahren Geschehnisse und Leiden der japanischen Bevölkerung nicht öffentlich bekannt. Hitonari Tsuji gelingt ansatzweise, anders als Haruki Murakami der dies exzellent beherrscht, den Leser in Scheinwelten zu führen. Das Buch ist auf jeden Fall des Lesens wert, auch wenn am Ende des Romans einiges als übertrieben empfunden werden kann. Besonders positiv ist festzustellen, dass hier der japanische Text und nicht der bereits ins englische bzw. französische übersetzte Roman Grundlage für die deutsche Übersetzung war. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zauberhaft,
Von
Rezension bezieht sich auf: Warten auf die Sonne: Roman (Taschenbuch)
"Wer Haruki Murakami liebt, muss Hitonari Tsuji lesen!" So steht es auf dem Buchrücken. Da Murakami mit Abstand mein Lieblingsautor ist, waren meine Erwartungen natürlich dementsprechend hoch - und sie wurden nicht enttäuscht! "Warten auf die Sonne" zählt, seit ich es gelesen habe, zu meinen absoluten Lieblingsbüchern und hat auch der Probe, als ich es zum zweiten Mal gelesen habe, standgehalten.
Wie der Titel und die Beschreibung bereits erahnen lassen, geht es in erster Linie um Menschen, die warten. Da ist der Regisseur Hajime Inoue, der auf die Sonne wartet, die genauso scheinen muss wie in seiner Erinnerung. Nur so kann er seinen letzten Film beenden. Dann gibt es Shiro, den Filmrequisiteur, der darauf wartet, dass sein Bruder Jiro - ein Drogendealer - aus dem Koma erwacht; Tomoko, Jiros Exfreundin, die ebenfalls am Filmset mitarbeitet, und Fujisawa, ein Mafiamitglied, der Jiro eine Tasche mit unbekanntem, aber gefährlichem Inhalt anvertraut hat, die er unbedingt zurückbekommen muss. Und letztendlich erfährt der Leser die Geschichte Craig Bouchards (die Geschichte wird in Form von Tagebucheinträgen dargestellt) - ein amerikanischer Pilot, der in japanischer Kriegsgefangenschaft den Abwurf der Atombombe "erwartet". Hitonari Tsuji gelingt es, in einfacher Sprache unglaublich intensiv und bildreich zu schreiben und zu fesseln. Durch die verschiedenen Geschichten, die alle auf die eine oder andere Weise miteinander verwoben sind, wird das Buch sehr facettenreich. Obwohl der Großteil der Geschichte kurz vor der Jahrtausendwende angesiedelt ist, wird der Leser auch tief in die Zeit des Krieges hineingezogen - sowohl in Hajime Inoues Erinnerung als auch in Craig Bouchards Tagebuch. Darüber hinaus tun sich Parallel(?)welten in bester Murakami-Manier auf, die aber keineswegs als bloße Kopie anzusehen sind. Zwar ist das Buch im Großen und Ganzen ein stilles Buch, aber kein so leises, wie man beim Titel und dem zentralen Thema "Warten" erwarten mag. Besonders die Stellen über den Krieg sind teilweise nicht nur furchtbar kalt, sondern auch schnell. Ich kann "Warten auf die Sonne" nur empfehlen. Wer andere Bücher zeitgenössischer japanischer Autoren mag, wird nicht enttäuscht werden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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