| ||||||||||||||||||||||||||||||
Produktinformation
|
Es passiert nichts. Nichts von Belang. Man wartet und langweilt sich. Man tauscht Banalitäten aus, Weisheiten... Man nervt sich. Man könnte sich umbringen, dann würde endlich mal was passieren! Man verzichtet darauf. Godot kommt nicht. Man wartet. Vielleicht morgen...
Absurd!
So eine karge Bühne, so eine karge Handlung und so eine karge Sprache! Was der irische Dramatiker Anfang der 50er Jahre auf die Bühne brachte, war eine schallende Ohrfeige für ein Publikum, das gewohnt war, im Theater vor allem eins zu Gesicht zu bekommen: Stücke mit Sinn.
Das hier hatte keinen, und so rauschte man, ohne den zweiten Akt abzuwarten, in der Pause empört aus dem Theater.
Aber die Gemüter beruhigten sich im Laufe der Zeit. Becketts Drama ist längst ein moderner Klassiker, und sein Autor einer der wichtigsten Autoren des absurden Theaters sowie des 20. Jahrhunderts überhaupt.
Es gibt unzählige Deutungsversuche. Eine Warnung vor der Atombombe. Die Darstellung zweier Fellachen, die auf die Bodenreform warten. Die Frage nach Gott. Die Interpretationen sagen stets mehr über den Interpretierenden selbst aus, als über das Drama. Die Antwort des Autors ist karg wie sein Stück: "Wenn ich es wüßte, würde ich es sagen."
Fast fünfzig Jahre nach seiner Entstehung können wir die Empörung, die das Drama einst auslöste, kaum nachvollziehen. Heutzutage ist doch nichts mehr absurd. Oder?
Als eine englische Theatergruppe das Stück 1998 mit einer Besetzung, die nur aus Frauen bestand, inszenieren wollte, wurde es ihr mit der Begründung, das entstelle zu sehr den Sinn, untersagt. Vielleicht morgen... --Anne Hauschild
Geschrieben: aus Frust, aus unerträglicher Nüchternheit in einer stickigen Pariser Vorstadtkneipe. Der dröge Kellner - Garcon - war senil. Die Tristesse der örtlichen Gegebenheit verhalf dem Architekten zum Schimpfwort. Beim Überschreiten der deutschen Grenze mutiert dieser zum Ober...forstistpektor. Amüsant - anders ist es nicht zu bezeichnen - seine rasante Metamorphose, deren volle Entfaltung sich im englischen cccritic widerspiegelt (hingegen ist der Sumpf immer der selbe).
Inhalt: Beckett ist es hier mit Bravour gelungen, aus dem Nichts nichts zu machen. Ein Klassiker - nein das wird dem Werk bei Weitem nicht gerecht - die Bibel - für Nihilisten.
Es hat wohl kaum ein Buch gegeben, über das mehr orakelt wurde. Dieses zwanghafte Etwas-hinein-deuten-wollen gipfelt meiner Meinung nach in Bulatovics Ringen um eine Fortsetzung. Wahrscheinlich war er beim lesen zu vielen Nebengeräuschen ausgesetzt, sonst hätte er's gehört. Also noch mal - und bitte - Ruhe:
Wladimir: Nun wird es wirklich sinnlos.
Estragon: Noch nicht genug. (...sagt ein Gewürz.)
Gehört? Da war es wieder, ein ganz leises Kichern. Das war Beckett. Das ist Galgenhumor.
Dieses Buch gehört zwingend in den Bücherschrank. Einsortieren - gleich neben „Hirnfusseln" von Bruno Friedrich (Dr.pot.idiot.). Schlüssel ... umdrehen - wegwerfen, denn:
Man tritt nicht zweimal in denselben Dreck...ich gehe.
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|