Ich kann nicht für mich in Anspruch nehmen, Kino und Film so zu lieben, wie es Michael Althen tut. Nach dem Lesen dieses Buches denkt man, das es kaum jemanden geben dürfte, der ihm diesbezüglich das Wasser reichen kann. Aber auch ich bin ein süchtiger nach jenen Momenten, wie sie der Autor so überaus eloquent und unterhaltsam beschreibt, und der Klappentext erweckte in mir den Eindruck, hier auf die Gedanken eines Verwandten im Geiste zu treffen und beeinflusste mich, das Buch zu kaufen. Ging ich als Jugendlicher noch ein bis zweimal pro Woche ins Kino, schaffe ich heute nur noch alle ein bis zwei Monate. Das Kino hat sich verändert, die Filme, die Technik und natürlich auch alles andere. Die Welt hat sich weitergedreht. In einem Kapitel belegt der Autor dies mit einem Blick auf die Münchener Kinos von 1962. Nicht ein einziges der knapp 50 Lichtspielhäuser hat es in die heutige Zeit der Multiplexe und 3D Kinos geschafft.
Umso wertvoller das Buch, dem es gelingt den erlebten Gefühle an den ehemaligen Orten der Verheißung ein Denkmal zu setzen. Michael Althen geht dabei weder chronologisch noch bewertend vor. Zwar wird schnell klar, dass dem französischem Kino sein Herz gehört, aber egal ob er über die ersten Erfahrungen mit dem Fernsehen, Videos und DVD, die Poesie des Fleisches, James Ellroy oder die traurigen Mädchen in Hollywood schreibt, schafft er es den Leser in seine Welt mitzunehmen. Das ist immer unterhaltsam, sehr oft witzig und manchmal gerade zu brillant formuliert. In einer Lobeshymne über Michelle Pfeifer in die Mafioso-Braut schreibt er: Ein Film, in dem man schließlich rücklings über das Geländer der eigenen Zurückhaltungen kippt und sinnlos lächelnd aus dem Kino tappt. Ein toller Satz wie ich finde und ganz sicher nicht der einzige in diesem Buch. Ich habe viele Filme die Michael Althen beschreibt gesehen und kann die Empfindungen die er beschreibt teilen, aber noch mehr macht dieses Buch Lust darauf, jene Filme für sich zu entdecken, die man noch nicht kennt und die hier so faszinierend geschildert werden. Da Filme und Leben Althens eng miteinander verflochten sind, enthalten die Geschichten zum Teil auch autobiographische Komponenten.
Und warum auch nicht, der Mann hat schließlich vieles interessantes und unterhaltsames zu erzählen
Warte bis es dunkel ist schafft es oft, die Magie zu vermitteln, die das Kino für mich immer noch aus macht. Wer das Kino und Filme mag, wird auch dieses Buch mögen. Mir hat es so gut gefallen, das ich es irgendwann sicher noch mal aus dem Regal nehmen werde, um mich wieder auf die Suche nach weiteren Sätzen der Michelle Pfeiffer Kategorie zu begeben.