Wo ist Mack? Das ist in diesem Thriller die zentrale Frage. Und die zweite lautet: Ist er mit der Serie von Mädchenmorden in Verbindung zu bringen, die vor zehn Jahren begann und sich bis in die Gegenwart fortsetzet?
An der Beantwortung dieser Fragen sind im Wesentlichen zwei Parteien interessiert, die sich mit Misstrauen und Argwohn begegnen: Macks Schwester Carolyn und die New Yorker Polizei. Sowohl die junge Anwältin Carolyn als auch die Dedectives stoßen im Zuge der Ermittlungen auf immer neue Erkenntnisse und damit auch immer wieder auf neue Hauptverdächtige im Fall der Mädchenmorde.
Mary Higgins Clark präsentiert dem Leser eine Vielzahl an Personen und Schauplätzen, die sich immer wieder abwechseln. Manche Kapitel sind aus Carolyns Sicht in der ersten Form Singular geschrieben, wieder andere in der dritten Form Singular, als würde ein Dritter die Romanfiguren beobachten. Dieser Schreibstil hat mir gefallen. Nicht gefallen hat mehr der ständige Wechsel zwischen Orten, Personen und Situationen, auch dass es so viele Beteiligte gab, machte das Lesen etwas mühselig, weil man schon einwenig aufpassen musste, damit man die Figuren richtig einordnete und sich an deren jeweilige Situation erinnerte. Zu viele Köche verderben den Brei", ich denke, dieses Sprichwort greift hier. Ein paar Personen weniger und dafür weniger Ortswechsel und beschriebene Geschehnisse wären mir lieber gewesen. Man kann dem Ganzen zwar folgen, die Freude am Lesen bleibt jedoch ein wenig auf der Strecke. Manchmal kam es mir so vor , als springe die Autorin von einem Ort zum nächsten, ohne, dass dem Leser Gelegenheit bliebe, sich mit der im vorigen Kapitel beschriebenen Figur und deren Situation auseinander zu setzen.
Die Verfasserin präsentiert so viele Verdächtige, dass man beinahe das Interesse an der Auflösung des Rätsels verlieren könnte. Eine solche Vielzahl an potentiellen Tätern kann unmöglich vom Leser ernst genommen werden. Auch hier fällt der Verdacht auf immer neue Personen. Mary Higgins Clark gibt dem Leser jedoch keine Gelegenheit, sich diesen Verdacht genauer anzusehen", denn sie springt schon wieder zum nächsten Kapitel, in dem wir uns dann wieder in bei einer anderen Romanfigur und somit in einer anderen Situation befinden. Es mag ja sein, dass all die Verdächtigungen die Spannung anfangs erhöhen - und eine gewisse Spannung lässt sich bezüglich dieses Thrillers keinesfalls leugnen - aber irgendwann empfand ich diesen ständigen Wechsel und die immer neuen Verdächtigen doch als ermüdend. Immerhin gelingt es der Autorin aber, Beteiligte sowie deren Lebenssituationen und Empfindungen gut zu beschreiben und so dem Leser nahe zu bringen.
Ein Roman mit vielen Figuren und sehr komplexer Handlung. Bei soviel Hin und Her erscheint einem das Ende beinahe lächerlich und vor allem unrealistisch: Ein Geisteskranker, dessen Mordlust von einem Verwandten sozusagen in für ihn selbst profitable Bahnen gelenkt wird und letztlich geht es nur um Geld. Das fand ich dann doch etwas zu lapidar. Plötzlich präsentiert uns die Autorin einen Täter, der sozusagen aus dem Nichts auftaucht. Von ihm ist im Buch kaum die Rede, so dass der Leser eigentlich gar kein Interesse an der Figur entwickelt. Wieder andere lässt sie im Buch so gut aussehen und als so ehrenhaft da stehen, dass man auch das nicht ernstnehmen kann.... .
Fazit: Ein Thriller, indem der Leser an der Nase herumgeführt wird, ,Ein sehr klischeehaftes Buch, dass zwar mitunter spannend ist, aber letztlich nicht empfehlenswert.