Nachdem mich der erste Band "In die Wildnis" restlos begeistert hat, war ich gespannt, ob auch Band zwei "Feuer und Eis" meinen hohen Erwartungen entsprechen würde. Und ich muss zugeben, er hat meine Vorstellungen sogar noch übertroffen.
Feuerherz und sein Freund Graustreif sind zu Kriegern ernannt worden. Schon bald wird ihnen eine ehrenvolle Aufgabe zuteil: Die beiden jungen Kater sollen den verschollenen Wind-Clan in sein Revier zurückbringen. Doch nicht alle Clans sind froh über die Rückkehr der Katzen. Es ist die Zeit der Blattleere, Beute ist rar und Hunger und Krankheit beherrschen die Sippen. Das Eindringen in fremde Jagdgründe bringt Streitigkeiten und Rangeleien unter den Stämmen. Während dieser schweren Zeit erhalten Feuerherz und Graustreif das Privileg eigene Schüler ausbilden zu dürfen.
Doch Feuerherz ist beunruhigt, sein Freund schleicht sich heimlich davon um sich mit einer Kätzin aus dem Fluss-Clan zu treffen. Die Freundschaft der beiden droht daran zu zerbrechen und mit einem Mal wird Feuerherz sich seiner Einsamkeit bewusst. So sucht er immer wieder den Kontakt zu seiner Schwester im Zweibeinerort. Diese macht ihm schließlich ein wundervolles Geschenk: Feuerherz soll ihren Erstgeborenen zu einem Krieger ausbilden.
Mit erstaunlicher Leichtigkeit erzählt uns das Autorenteam vom Leben der Katzen: von Freundschaft, Jagd und Kampf, von Liebe, Mitgefühl und Unbarmherzigkeit. Dabei hat man den feuerroten Kater und seine Freunde schon lange ins Herz geschlossen und folgt ihnen gern zu all ihren Abenteuern. Von denen hält das Buch so einige parat und es scheint einfach unmöglich den Roman beiseite zu legen. Vielmehr liest man begierig immer weiter und möchte kein Ereignis an der Seite von Feuerherz verpassen.
Die Autorinnen verstehen es nicht nur ihre Leser kurzweilig zu unterhalten. Sie haben auch einzigartige Katzenfiguren erschaffen, die mit viel Hingabe zum Detail gezeichnet sind. Und nicht nur von den Figuren wird lebensfroh erzählt, auch Verhalten, Gewohnheiten und Umgebung der Vierbeiner werden farbig geschildert.
Man taucht ein in eine andere Welt, so fern der unseren und doch nicht so fremd wie vermutet. In der Welt der Katzen treffen wir ebenso auf Freundschaft, Angst und Hinterlist sowie auf Mitgefühl und Liebe.
Dem Leser gelingt zwischen den Abenteuern kaum eine Verschnaufpause; die Welt der wilden Katzen ist ständig in Aufruhr. So kommt es, dass auch der zweite Band der Warrior-Cats-Reihe zu einem echten Pageturner wird und die Katzen zu Freunden, die man bereits vermisst sobald die letzte Seite gelesen ist.
Fazit: Die Warrior-Cats-Bände sind nicht nur eine gefühlvolle Hommage an die eigensinnigen Vierbeiner, sie verstehen es auch auf ganz besondere Weise von Helden zu erzählen und den Leser bestens zu unterhalten.