Kai Warner, bürgerlich Werner Last und älterer Bruder von Hans 'James' Last, ist wieder da: nachdem sich Universal bereits mit der CD
Jazz Club: The Fantastic Sound of Kai Warner den Aufnahmen aus den 60ern/70ern angenommen hat, gibt es hier nun neues Soundfutter von Kai Warner. Nachdem er 1975 das Label wechselte und von Polydor zu Philips ging, veränderte Warner seinen Sound radikal: er adaptierte den damals populären Discosound á la Barry White und Rhythm Heritage mit deutscher Perfektion, würzte mit vielschichtigen Instrumentierungen und veredelte zuweilen mit seinen eigenen, zeitlosen Melodien. Von Warners ersten Philips-Alben "On The Road To Philadelphia" und "Salsoul Explosion" - die mittlerweile echte Sammlerstücke darstellen - sind hier gleich 7 Tracks vertreten (zusätzliche Titel gibt's auf der ebenfalls lohnenden Scheibe
Disco Jazz (Jazz Club), auch 4 Ausschnitte aus der hammerharten "Disco 78" sind dabei; alle hier zu hörenden Titel stammen aus den Jahren 1975 - 1980.
Was Kai Warner hier abliefert ist zeitloser Discosound in Perfektion - hergestellt ohne technische Spielereien, handgemacht von den besten Musikern, die Hamburg im U-Musik-Bereich damals zu bieten hatte. Unzerstörbare Philly-Klassiker wie "Can't Get Enough Of Your Love, Babe" oder "T.S.O.P." werden geboten, herrlich upgedatete Arrangements globaler Hits wie "Candy", "Caravan", "Cherokee" oder "Eight Days A Week" ertönen. Witzig auch die beiden Bearbeitungen nach Tschaikowsky ("Slavonic March") und Mozart ("A Little Disco Music"). Ganz famos wird es, wenn Warner seine eigene 'Melodientruhe' öffnet, so zu vernehmen bei "Shish-Kebab", "Margie's Hustle" und dem finalen Titel "Surrender"; hier beweist er, dass gut gemachte Discomusik die Melodie nicht 'zukleistert', dass weitläufiger California-Sound in engen Hamburger Tonstudios produziert werden konnte, dass zeitlose Gebrauchsmusik nur ein Geschäft für echte Könner ist - Weltklasse.
20 Titel in knackigstem Stereo präsentierten, fetten Discosounds umfasst dieser Tonträger. Beigefügt ist ein biographischer Essay von Douglas Payne, der sich der Karriere Warners und den Hintergründen der hier gekoppelten Titel widmet. Kai Warner hat seine irdische Disco bereits 1982 geschlossen, seine Musik wird jedoch - dank unbedingt notwendiger Reissues wie diesem - lange weiterleben. "Can't Get Enough Of Your SOUND, Kai"!