[kaum Spoiler]
Gestern habe ich das Spiel beendet.
Und ich muss sagen, ich bin sprachlos.
So etwas wie Arkham City ist mir seit einiger Zeit nicht mehr untergekommen.
Im allgemeinen sind solche Spiele ja mit Vorsicht zu genießen.
Lizenzversoftungen, deren Protagonisten keine Wurzeln in der Videospielgeschichte haben, setzten nämlich oft auf den großen Namen.
Das eigentliche Spiel ist dann solides Mittelmaß... Bestenfalls.
Anders hier: Arkham City ist ein absolut geniales Spiel!
...ein abgeriegelter Stadtteil von Gotham, in dem sich der gesamte Abschaum des Batman-Universum versammelt hat.
Die Situation gerät außer Kontrolle. Bruce Wayne/Batman versucht, etwas zu unternehmen, doch dann überschlagen sich die Ereignisse.
Batman steckt schließlich selbst in diesem Sumpf fest.
Mehr will ich zur Story nicht verraten, aber ihr könnt euch sicher sein, dass euch eine packende und dramatische Geschichte erwartet.
Technisch ist das Spiel ganz großes Kino.
Grafik, Sound, deutsche Sprachausgabe und Steuerung sind ohne jeden Fehler und suchen genreübergreifend ihresgleichen.
Ich könnte noch stundenlang darüber schwadronieren, welche Offenbarung Arkham City für die Augen, Ohren und Seele des Batman-Fans [und jedes anderen Zockers] sind.
Aber ich hab leider wichtigeres zu tun.
Okay. Alle die den Vorgänger kennen, können diesen Absatz nun getrost überspringen, denn jetzt werde ich das grundlegende Spielprinzip erläutern.
Und das ist gleich geblieben.
Man bewegt sich als Batman [oder Catwoman ;)] durch Arkham City und ist dank der Gleitfähigkeit und dem Bat-Enterhaken auch äußerst mobil.
Abgründe und steile Hauswende werden mit Leichtigkeit überbrückt, Häuserschluchten stellen den Dunklen Ritter vor keinerlei Probleme.
Trefft ihr auf Gegner, könnt ihr sie durch normale Angriffe, Betäubungsschläge und einige saubere Konter ins Reich der Träume schicken.
Wenn ihr dabei von Gegner zu Gegner übergeht, ohne einen Angriff zu vergeigen, schraubt ihr euren Kombozähler immer weiter in die Höhe und erhaltet damit Zugriff auf Spezialfähigkeiten.
Hin und wieder werden zur Auflockerung einige, überraschend clevere, Rätsel gelöst. Die bestehen allerdings zumeist nur aus der Devise: Finde Eingang bzw. Ausgang.
Da Batman keine Schusswaffen verwendet, muss bei Gegnern , die mit Maschinengewehren oder Shotguns unterwegs sind, klug agiert werden. Schleichen ist angesagt.
Eure Widersacher sind jedoch nicht dämlich und merken durch einen Herzfrequezmesser sofort, was Sache ist, auch wenn ihr lautlos einen Feind ausschaltet.
Oder sie kriegen es halt von ihrem Boss durchgesagt.
Um den bösen Jungs zu zeigen wo der Hammer hängt habt ihr außerdem Zugriff auf eine Vielzahl von Gadgets aus Batmans Waffenarsenal, die besonders bei den tollen Bosskämpfen zum Einsatz kommen.
Neben Klassikern wie dem Baterang, der Batclaw oder dem Explosionsgel stehen auch einige neue Items zur Verfügung.
Welche? Das müsst ihr schon selbst herausfinden.
Auch der Detektiv-Modus ist wieder mit von der Partie und kann euch mit seiner Thermalkamera und dem Hinweissystem vielerorts aus der Patsche helfen.
Wie ihr seht ist Arkham City also ein Action-Adventure mit einem ordentlichen Stealth einschlag.
Die größte Veränderung zu Arkham Asylum ist die Tatsache, dass nicht mehr ein linearer Missionsverlauf angesagt ist, sondern ein frei begehbares Arkham City für Stimmung sorgt.
Ihr könnt durch das ganze Areal streifen und dabei ,ganz im Stile eines Sandbox-Games, Nebenaufgaben lösen. Dieses Prinzip funktioniert hervorragend und passt wunderbar zu unserem dunklen Rächer.
Etwas schade ist, dass die Hauptquest doch ziemlich dünn geraten ist. Wenn man sich nur auf's wesentliche konzentriert, dürfte man wohl in 10-12 Stunden fertig sein.
Da hatte der Vorgänger mehr zu bieten.
Das wird dadurch entschädigt, dass viele der abwechslungsreichen Nebenmissionen großen Spaß machen und in die Situation rund um Arkham City sehr gut eingewoben sind.
Durch die fairen Rücksetzpunkte gibt es so gut wie keinen Frust.
Und das Spiel speichert auch dauernd automatisch ab.
Garniert wird das Ganze mit klasse Auftritten vieler Schurken und Helden aus dem Batman-Universum.
Neben Batman, Alfred, Oracle und Catwoman haben auch Robin, Jim Gordon und Talia al Ghul Gastauftritte.
Auf Seiten der Bösewichte sorgen Joker, Two-Face, Clayface, Victor Sasz, Mr. Freeze, der Pinguin, Bane, Hugo Strange, Ra's al Ghul, der Riddler und Deadshot für Furore!
Wahnsinn, oder?!? Und das waren nicht mal alle.
Fazit:
Arkham City ist... Es ist...
Ach, ich sag's einfach!
Das Spiel ist ein Meisterwerk.
Es ist bewegte Kunst, eine Legende, ein spielerischer Segen und ein herzliches Wiedersehen mit einem Superhelden, der endlich das Videospiel bekommen hat, welches er verdient.
Es mag nicht das revolutionärste Spiel überhaupt sein, aber es ist für alle Batman-Fans und Zocker mit Anspruch auf dieser Welt wie ein Geschenk.
Buy it.
Rent it.
Loan it.
Purchase it.
Whatever it!
Just play the game! Just beat the game!
Wer sich diese Perle entgehen lässt, verpasst eins der größten Games der jüngeren Videospielgeschichte!