The Warlord 3 - Odyssee
Mit der Serie 'The Warlord' hat sich der Cross Cult Verlag einen weiteren Klassiker (neben anderen wie 'Roland, Ritter Ungestüm', 'Torpedo' oder 'Hombre') ins Programm geholt. Diese Serie lief von 1976 - 1989 bei DC Comics in den USA, und brachte es auf 133 Ausgaben und 6 Annuals. Deutschen Lesern ist die Serie aus der Reihe 'Die großen Phantastic-Comics' von Ehapa bekannt, wo 'The Warlord' und andere Serien abwechselnd erschienen. Cross Cult bringt die Neuausgabe nun in 6 Bänden mit jeweils ca. 200 Seiten in Schwarzweiß heraus.
Travis Morgan, ein Testpilot, der später aufgrund seiner Fähigkeiten den Namen Warlord erhalten sollte, geriet durch einen Zufall in die unterirdische Welt Skartaris. Dort gibt es eine Welt, ähnlich dem Wilden Land bei Marvel oder auch der Welt, in der die Geschichten des Barbaren Conan angesiedelt sind.
Eine Welt voller Wunder, in der die Kämpfe noch mit Schwertern und Speeren ausgetragen werden, Dinosaurier nicht ausgestorben sind, aber sowohl Magie als auch technische Apparate existieren.
Der Airforce-Pilot stellt sich schnell um, und entwickelt sich dabei zu einem prächtigen Kämpfer. Er findet viel Freunde, wie die eingeborene Schönheit Tara, die Russin Maria oder den Krieger Machiste, aber auch Feinde wie den bösen Magier Deimos.
Handlung:
Im letzten Band hat sich Travis Morgan aufgrund der tragischen Ereignisse von seinen Gefährten getrennt, und zieht nun allein durch Skartaris. Auf seiner Reise trifft er auf allerhand seltsame, wunderliche aber auf gefährliche Wesen. So muß er z.B. mit einem Werwolf ringen, aus dem Kochtopf von Kannibalen entkommen, gegen Drachen und Riesen sein Schwert schwingen und mit dem zweitbesten Dieb von Skartaris ein Bündnis eingehen. Da er von seiner Partnerin getrennt ist, ist er auch den exotischen Schönheiten nicht abgeneigt. So bändelt er auch mit einer Schönheit aus der Unterwassserwelt an. Doch die größte Gefahr ist ein alter Bekannter... Deimos wandelt wieder unter den Lebenden!
Fazit:
Mit Skartaris hat sich Mike Grell eine Welt geschaffen, in der er unabhängig von den restlichen DC-Serien machen konnte was er wollte, alles war möglich.
Sehr positiv fällt der Aufbau der Geschichte auf. Es handelt sich nicht nur um eine Anhäufung von Einzelepisoden wie in dieser Zeit üblich, sondern Grell verfolgt einen roten Faden, der z.B. durch
die Zwischenepisoden mit Erzfeind Deimos oder auch mit Travis' Freunden.
Wer auf Fantasy im Stil von Conan oder Andrax (ebenfalls bei Cross Cult erschienen) steht, wird hier ebenfalls seine Freude haben. Dabei ist es kein Zufall, daß der Warlord aussieht wie der Kopf von Oliver Queen (Green Arrow) auf den Körper von Conan. Autor und Zeichner Mike Grell hat die Figur bei DC Comics oft gezeichnet. Eine weitere Ähnlichkeit zu anderen DC Figuren erkennt man z.B. bei den Kostümen der Frauen in 'The Warlord'; diese sind eindeutig von Mike Grells Zeit bei der Serie 'Superboy and the Legion of Superheroes' beeinflußt, allen voran das Outfit der Russin Maria, daß dem der Figur Phantom Girl nicht unähnlich ist, die viele deutsche Leser noch aus Ehapa-Zeiten kennt.
Durch die schwarzweißen Zeichnungen kann man sich vollkommen auf das großartige Artwork von Grell konzentrieren.
Im Anhang befindet sich neben allen Covern in Farbe noch der 3. Teil eines Interviews mit Mike Grell, aus dem man viel lernen kann. So erfährt man, daß die Ursprungsidee für die Serie etwas anders war, und bekommt viele Infos zu der Frühphase der Independentverlage, die Milligan mitgestaltet hat.
Eine schöne Umsetzung des Klassikers, die nicht nur für die, die die Serie aus ihrer Kindheit kennen.
(project:equinoX)