Die erst 2008 gegründeten Nothgard haben mit "Warhorns Of Midgard" ihr Debütalbum draußen und alles vom Bandnamen, Album, Cover (von Kris Verwimp) und Songtiteln wie "Victory", "Einherjer" oder "Ragnarök" ist total typisch für eine sogenannte Viking / Pagan - Metalband. Andy Classen hat den finalen Schliff der CD in Sachen Mix und Mastering besorgt, was der Scheibe hörbar gut tut. Die nach vorne preschenden Songs sind hymnisch und wurden mit teils folklastigen Keyboardmelodien und Pathosgeplänkel angereichert, was aber wohldosiert wurde. Alte Moonsorrow Scheiben kommen mir hier wieder ins Gedächtnis, bei Nothgard bin ich jedoch froh, dass zu 85 % Prozent Englisch gesungen wird, was für die Verständigung gut ist. Nur "Einherjer" ist in Deutsch, "Blackened Sky" hat deutsche Strophen und "Ragnarök" ist mit teils norwegischen (?) Strophen versehen. Alles ist flott gespielt und insgesamt rockt die Sache besser als manche Schunkelbands aus dem riesigen Becken ähnlicher Bands. Textlich gibt man sich gemäßigt und recht allgemein, so dass ich keine offensichtlichen Historienverweise finden konnte und auch keine peinlichen True Metal Texte lesen musste. Puh, Glück gehabt, Fremdschämen für den Metal ist auch nicht schön. Das gesprochene Zwischenstück "Shadows Arise" riecht aber sehr nach Manowar / Bathory. Insgesamt haben die jungen Wilden hier eine solide Platte mit der hörbaren Unbekümmertheit eines Debüts gemacht, der zwar am Ende etwas die Puste ausgeht, aber Fans des Genres gefallen könnte.