"In den Schmieden Nulns"(IdSN) sticht vom äußerlichen Schein her schonmal wie alle Teile der Kampagne sehr gut hervor. Das Cover hat mir sehr gut gefallen und auch die (wie immer schwarzweiß gehaltenen) Zeichnungen haben wir auch sehr gefallen, auch wenn ich irgendwie die aus AdAM auf die Beispielcharakter bezogenen Bilder vermisse(inzwischen finde ich diese Beispielscharaktere ganz in Ordnung. Es macht die Sache beim lesen irgendwie persönlich wenn sie auftauchen,aber das hat nichts mit meiner Rezension zu tun).
Gleich vorne weg: Ich teile vom ersten Eindruck her die größtenteils positive Meinung der meisten Rollenspieler, die das Abenteuer bisher spielen durften. Der Hauptplot ist recht raffiniert wie ich finde, vor allem da er nicht wirklich hervortritt(je nachdem wie man es handhabt) und die Spieler vom große Nebenplot abgelenkt werden können, bis es dann beim großen Finale richtig kracht. Finde ich persönlich toll!
Aber der Reihe nach.
Den ersten Teil des Buches nimmt wie auch in den vorangegangenen Teilen die Beschreibung der Stadt Nuln an sich ein. Neben einen groben Abriss der Geschichte(welche um einige sehr interessante Details noch ergänzt werden), erfährt man genug über die wichtigsten Gebäude der Stadt und die Eigenheiten ihrer Bewohner um sich insgesamt ein sehr lebendiges Bild zu machen, während gleichzeitig noch genug Raum für eigene Ideen zum gestalten und walten bleibt. Insgesamt wurde hier ein netter Zwischenweg zwischen der Regionalbeschreibung Middenheims und dem Bastelmodulen Altdorfs gefunden.
Der erste Punkt geht also an IdSN.
Das Abenteuer selbst ist tatsächlich komplex und wird wahrscheinlich so manchen die Tränen in die Augen treiben. Dies liegt vor allem am vorgegebenen Zeitlimit, welches aber wohl erst eintritt wenn die Spieler die Stadt betreten(je nach SL kann die Sache aber auch anders aussehen denke ich). Die Haupthandlung dreht sich wie gesagt um die Zerstörung eines weiteren Artefakts und der Einstieg ist diesmal auch weitaus besser gelungen als IdTA, wenn es auch wohl einiges an Arbeit bedarf, es als Einzelabenteuer zu leiten(dazu hat es massig Potential!). Auf jeden Fall ist es wohl wichtig, dass die Spieler vorher massig Kontakt mit den aus IdTA bekannten NPC's hatten, damit er gelingt. Das ist aber auch der einzige große Schwachpunkt an der Handlung wie ich finde, der Rest ist in sich sehr schlüssig gehalten. Sehr nett finde ich auch, dass sich auf NPC aus den vorangegangenen Abenteuern besinnt und so den Gesamteindruck einer Kampagne endlich unterstützt.
Nach einer Reise über den Reik auf dem Kreufahrtschiff Imperator Willhelm landen unsere tapferen Abenteuerer in Nuln, wo das eigentliche Abenteuer beginnt und es auch seine eigentliche Raffinesse entfaltet. Klar der Hauptplot dreht sich um eine Mordserie, aber das dürfte den Spielern gar nicht so klar werden, bis es sie selber betrifft und sie werden sich wohl mehr auf die "Magnus"verschwörung konzentrieren und sich ansonsten wohl nicht näher mit befassen. Jedenfalls ist das meine Sicht der Dinge und je nach SL und Spieler dürfte das anders verlaufen. Insgesamt verzahnt sich das Ganze jedoch ganz gut und dank vieler Hilfestellung seitens des Autors was die Beschreibung der Opfer und der Morde anbegeht, dürfte sich der Plot ganz gut leiten.
Leider gibt es auch ein paar Sachen die mich an dem Abenteuer stören: Jeder zweite oder dritte NPC scheint über eine finstere Vergangenheit zu verfügen die die Spieler wenig interessieren dürfte und den SL angesichts der betriebenen Grausamkeit der Greuel die sie anrichten die Augen rollen lassen(Ein Beispiel: Eine Köchin die ihren Gatten zu Pastetenfüllung verarbeitete, jedoch ansonsten bis auf der Reise auf der Imperator Willhelm keine Rolle mehr im Abenteuer spielt und auch sonst in die Kategorie unbedeutender Nichtspielercharakter fällt), da es in der Summe insgesamt etwas albern wirkt.
Dann finde ich die Idee, das bestimmte NPC's auf Grund der Dramatik ermordet werden und die Spieler dem Mörder bis dahin nicht auf die Spur kommen, ebenfalls nicht so recht gelungen. Denn für Ersatz ist gesorgt und durch eine weitere Konzentration auf die "Verschwörung" dürfte sich der Plot weiter wie geplant abspielen und dann so überraschender sein.
Insgesamt muss ich jedoch sagen, dass mich IdSN sehr positiv überrascht hat. Der rote Faden ist vorhanden und dicht, neigt aber nicht zum Railroading wie AdAM und ist konstant genug um den SL nicht wie bei IdTA alleine im weiten Flur stehen zu lassen. Die Handlung selbst ist relativ klassisch(Böser Kult, Anarchie, böser Kultmörder, CHAOS) gehalten und hat mit den revoltierenden Mobs leichte Anklänge an AdAM wie ich finde, ist jedoch sehr spannend gehalten und dürfte im Grunde Spielern wie auch SL's Freude bereiten, da alles recht spannend und schlüssig gehalten wird, was vor allem auch an dem begrenzten Zeitlimit liegt.