Das zweite Buch über die Seelentrinker um ihren Anführer Sarpedon war wieder zügig zu lesen, spannend und wendungsreich geschrieben. Es gefiel mir der tiefe und detailierte Einblick ins Warhammer-Universum, den Ben Counter in seinen bis jetzt vier Büchern immer gewährt hat. Die Maschinerie und Indoktrination des Imperiums und der Inquisition sind immer wieder faszinierend in ihrer "ultima ratio" und dem unfehlbaren Glauben.
Auch erfährt man viel über die anderen Orden des Imperiums, wie zum Beispiel das Adeptus Mechanicus, den Navigatoren und ihre mysteriösen Warpaugen, oder den Wächtern des reinen Glaubens, den Schwestern des Adeptus Sororitas. Sehr bezeichnend für das rigorose Imperium ist der "Löschzug" am Anfang des Buches. Er legt Feuer, um Informationen zu löschen. Köstliche Ironie!
Des weiteren sind Teturact und seine mächtige Armee aus verfaulenden Leichen ein ungewöhnlicher und "blumig" beschriebener Gegner.
In den Schlachten geht es gewohnt heftig zur Sache, wobei man als Leser manchmal den Überblick verliert, wie sich die Armeen und Trupps auf dem Schlachtfeld verteilen. Ich meine, es ist schwer, sich im Kopf eine Vorstellung vom Kampfgeschehen zu machen. Damit hat Ben Counter (oder etwa ich?) des öfteren Probleme, wie ich finde. Manche Beschreibungen des Kampfgeschehens könnten detailierter sein.
Das soll aber meine einzige Kritik bleiben. Alle weiteren Aspekte der Handlung, der Characktere und der Umwelt sind gut beleuchtet und ergeben ein stimmiges Gesamtbild im "Kopfkino". Wer seine "Black Libary" erweitern möchte, oder einfach nur neugierig ist auf profane Literatur, ist mit der Reihe um die Seelentrinker und ihrem ungewöhnlichen Weg den sie wählten bestens beraten.