Eines vorweg: Jeff Wayne's Musicalversion von "War of the worlds" ist phantastisch. Es ist genaugenommen auch kein Musical, sondern ein Konzeptalbum. Ein melodiöses, bombastisches Werk.
Mit Richard Burton als Sprecher, David Essex, Justin Hayward, Chris Thompson, Phil Lynott oder Julie Covington (und wichtigen anderen) waren hier Größen am Werk die mit Gruppen wie Moody Blues, Thin Lizzy oder Manfred Mann's Earthband schon Geschichte schrieben, die Musicals wie "Don't cry for me Argentina" oder Filmen wie "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" ihren Ausdruck verliehen. Das alleine war's noch nicht, aber es sind ein paar Schlagwörter, die wohl den meisten etwas sagen.
Die Geschichte ist eine Version von H.G.Wells "War of the world", welches schon mehrfach verfilmt und 1938 in den USA in Form eines über Rundfunk ausgestrahlten legendären Hörspiels landesweit Panik auslöste. Sie handelt von bösartigen Marsbewohnern, die die Erde beobachten und dann - eh klar - überfallen (in dieser Version auf London und Umgebung gegen Ende des 19ten Jahrhunderts beschränkt), bis sie letztendlich... ...naja, keine vorweggenommene Pointe.
Auf dem Konzept "War of the worlds" fällt dem Sprecher eine Hauptrolle zu. Es gibt eine Erzählung, es gibt einige Dialoge, und alles in ein musikalisches Bild gebettet. Der Kern der Original-Geschichte wäre - wenn auch abgeändert - mehr oder weniger vollständig, und somit auch für den interessant, der das Buch gerne gelesen hätte.
Wer Soundtracks, Musicals und Hörspiele liebt, aber auch wer eingängige, zum Teil progressive (zumindest vielschichtige) Rockmusik mag, ist "War of the Worlds" wärmstens ans Herz zu legen. Wunderschöne Lieder (forever autumn), melancholische- (Justin Hayward) oder Gänsehautstimmen (Julie Covington), ewig gezogene kristallklare Gitarrenklänge (dead London) und manchmal beklemmende Atmosphären (the red weed). Die Mischung Sprecher, Musik und Geschichte wirken vom Anfang bis zum Ende aufregend aber harmonisch. Ein roter Faden, der nicht verlassen wird.
Es gibt übrigens auch eine sehr empfehlenswerte deutsche Version (glücklicherweise auch in meinem Besitz), mit einem - wie sollte es anders sein - herausragenden Curd Jürgens als Sprecher, die absolut nichts an Faszination einbüßt. Fünf Sterne.