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4.0 von 5 Sternen
"Im Irak nicht Neues" ...Leider!!!, 3. April 2006
Es ist spannend festzustellen, dass die Klischees über Soldaten im Krieg, die einem Hollywood immer wieder präsentiert, tatsächlich zutreffen! Chris Ayres reist, als eingebetteter Reporter, für die London Times, in den Irak. Was er dort erlebt, kann sich jeder, der Grundwehrdienst geleistet hat, annähernd denken. Der Umgangston ist rau, die Betten bestehen aus Löcher im Sand und das Essen ist unter aller Sau! Hin und wieder kommt es zu ernsteren Kollissionen mit der echten Kriegsrealität, welche der Grundwehrdienstleistende wohl noch nicht erlebt hat und auch hoffentlich nie erleben wird. Doch sind derartige Passagen eher selten. Ayres beschreibt nicht den Krieg, sondern eine Verkettung "unglücklicher Umstände", die ihn dort hingebracht hat. So kommt es zu einer eher zufälligen Versetzung seines Arbeitsplatzes (von England nach Amerika). Später sagt er, noch fast im Schlaf befindlich, diesem Einsatz erst zu und dem noch nicht genug, nimmt er an einem falschen Vorbereitungsseminar teil. Dabei und auch während seiner 9 Tage im Irak kommen außerordentlich intensiv die Gedanken und Gefühle von Ayres zur Sprache. Diese sind in jeder Hinsicht nachvollziehbar und verständlich, dennoch fangen die auf Grund der Häufigkeit, ab der Hälfte des Buches an zu nerven. Man bekommt den, garantiert nicht gewollten, Eindruck, von zu viel Selbstmitleid Ayres`. Oft mußte ich beim Lesen an "Der Stern der Tennisbälle" von Stephen Fry denken (so viel Mist kann einem doch gar nicht passieren, und wenn...ist man selber bestimmt nicht ganz unschuldig!). Dennoch!! Blickt man über die Tränendrüsedrückerei hinweg, bleibt unterm Strich ein Plädoyer für jeden einzelnen, sich im Kriegseinsatz befindlichen, Soldaten. Soldaten, die ihr Leben für imperialistische Machtansprüche "eigentlich aufgeklärter" Weltmachtsregierungen aufs Spiel setzen. Es ist wohl stark davon auszugehen, dass mehr als die Hälfte der amerikanischen Berufssoldaten, sich niemals freiwillig gemeldet hätten, hätten sie die Kriegspläne ihrer Regierung auch nur geahnt. Demnach müsste es viel mehr Personen und Bücher, vom Schlage "War Reporting for Cowards" von Chris Ayres, geben. Der sich immer stärker abzeichnende Personalnotstand der amerikanischen Streitmacht unterstreicht dies! Derzeitig laufen im amerikanischen TV, riesige Werbekampagnen für eine Verpflichtung bei der Armee! Bush und Co brauchen diese jungen Soldaten und es ist umso verächtlicher, dass sie sich diese forciert in sozialen Brennpunkten suchen...Warum teure Sozaliprogramme zur Reintegration, wenn man sie doch in Krieg schicken kann...und so weiter und so weiter... FAZIT: Der Schreibstil ist nicht immer bestsellerreif, die Idee und Aussage dahinter um so mehr!!
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