Nachdem Ice Cube mit Beginn seiner Hollywood-Karriere doch stark an seinem Staatsfeind #1-Immage eingebüßt hatte, brachte er 1998, also 5 Jahre nach seinem letzten Studioalbum, den ersten seiner beiden "War & Peace"-Teile heraus, um zu beweisen, dass er immer noch zu den größten Gangster-Rappern gehört, die es gibt. Leider ging dies ziemlich in die Hose, da "The War Disc" doch etwas übertrieben hart geworden ist, was den meisten Fans nicht besonders gefiel. "The Peace Disc", die 2000 auf den Markt kam, ist zwar auch alles andere als friedlich oder ruhig, doch alles wirkt einfach etwas harmonischer als auf dem Vorgänger, was den Hörgenuss deutlich steigert.
Mit einer Art N.W.A-Reunion auf "Hello" beginnt dieses Album richtig grandios. Dr. Dre bastelte dafür einen harten und treibenden Beat und ist auch am Mikrofon vertreten, sieht aber im Vergleich zu Ice Cube und MC Ren, die grandios rappen, etwas alt aus, da er eben nicht ganz so ausgefeilte Skills wie die beiden hat. Gleich der nächste Track, "You Ain't Gotta Lie (Ta Kick It)", hat ebenfalls ein richtig hart pumpendes Instrumental, das richtig gut ab geht. Cube beweist hier aufs Neue, dass er zurecht eine Rap-Legende ist und spuckt motivierte und bissige Rhymes. Im Hintergrund hört man auch noch Comedian Chris Rock, wie er seine Sprüche klopft - einfach klasse! Weitere Westcoast-Acts gibt es mit Jayo Felony, Gangsta und Squeak Ru auf "The Gutter Shit". Der Beat ist zwar nichts Großartiges, lediglich schlicht, hart und ohne Hintergrundmelodie, doch das macht überhaupt nichts. Im Gegenteil. Es unterstreicht sogar die fantastischen Raps der vier. Dass es auch etwas gediegener geht, bekommt man auf "Supreme Hustle" zu spüren. Das Instrumental ist layed back, dennoch sehr rhythmisch, sodass er einem direkt ins Gehör übergeht. Auch Cube zeigt sich mit seinen Vocals über seine Art und Weise Geld zu verdienen, von seiner besten Seite. Ein richtiges Meisterwerk hätten wir mit "Until We Rich". Es ist ein verdammt chilliger Song, bei dem der entspannt, aber dennoch engagiert rappende Ice Cube von Krayzie Bone unterstützt wird, der mit seiner smoothen Stimme einen super Hook performt. Der ein oder andere sollte den Party-Banger "You Can Do It" feat. Mack 10 und Ms. Toi kennen. Auch dies ist wieder eine echte Bombe, bei der vor Allem Ice Cube, aber auch seine Gäste, lyrisch voll und ganz überzeugen können. Einen perfekten Song zum Cruisen liefert uns Ice Cube mit "Roll All Day". Er wirkt leicht düster, aber hat dennoch eine angenehme Dynamik, was perfekt mit Cube's lässigen Rhymes harmoniert. Weitere Tracks, die ebenfalls nicht von schlechten Eltern sind, gibt es mit dem ruhigeren "24 Mo' Hours", dem schnellen "Gotta Be Insanity", dem etwas härteren "Can You Bounce?" und mit dem chilligen "Record Company Pimpin'", die jedem Fan des Eiswürfels das Herz ein Stückchen höher schlagen lassen. Leider ist an "The Peace Disc" nicht alles positiv. So enttäuschen die sehr schwach gewordenen "Waitin' Ta Hate" und "Nigga Of The Century" auf ganzer Linie. Auch die unnötigen Inserts/Skits, ganze vier an der Zahl, stören eigentlich nur, sodass man sie sofort weiterskippt. Dies waren jedoch die einzigen Mängel, die dieses Album vorweist. "The Peace Disc" ist zwar bei Weitem nicht so gut wie seine Werke "Death Certificate" und "The Predator", dafür aber deutlich besser als der Vorgänger. Man bekommt hier zwar keinen neuen Meilenstein der Rap-Geschichte, dafür aber guten und soliden Westcoast-Hip Hop, weshalb sich jeder Fan von Ice Cube diese Platte nicht durch die Finger gehen lassen sollte.