Am 8. Februar 2012 ist John Williams 80 Jahre alt geworden. Sein Alter hat sich in keiner Weise negativ auf seine Musik ausgewirkt. John Williams (Der weiße Hai 1 und 2, Star Wars 1 bis 6, Indiana Jones 1 bis 4, Superman 1 von 1979, Close Encounters, Jurassic Park 1 und 2, Schindlers Liste, Saving Private Ryan, Terminal, Far and Away, Memories of a Geisha, The Patriot, Harry Potter 1 bis 3, Tintin 1 von 2011 ...) liefert einen wahrhaft klassischen, zeitlosen symphonischen Hollowood-Score ab. Episch, gefühlvoll, manchmal leicht verspielt, phasenweise sogar beschwingt, mal düster verstörend sowie stellenweise auch packend dramatisch kommt sein Score daher. Die Tracks der CD, welche nahezu den kompletten Filmscore enthält (viele Kriegsszenen im Film sind ohne Musik!), sind weitgehend nach der Reihenfolge des Filmes geordnet. Nur zweimal wird zu Gunsten des Hörerlebnisses die Reihenfolge geändert, wie zum Beispiel innerhalb des Tracks "No Mans land".
Die Musik schafft es, die Story auch ohne die Bilder zu erzählen. Wer das Buch kennt und die CD hört, kann auch ohne den Film gesehen zu haben, die Stationen des Buches der Musik zuordnen. Die CD funktioniert perfekt als gelungenes Hörerlebnis von Beginn bis zum Schluss. Wenn man am Ende ist, will man sofort wieder die ersten Tracks hören. Wer nur ruhige schöne Filmmusik hören will, kommt bei den Tracks 1 bis 7, 10 und 14 bis 16 (Ende) voll auf seine Kosten. Düstere, traurige und dramatische Musik hört man in den Tracks 8, 9, 11 und 12. Der dramatische Höhepunkt im lauten Teil des Scores ist die zweite Hälfte des Tracks "No Mans Land", in welcher das Orchester genau wie das Pferd Joey mit voller Kraft durchstartet. Dieser Track enthält einen kraftvoll heroischen Anstrich bis er sehr düster endet, ganz passend zu dem, was im Buch wie im Film passiert. Die letzten zwei Tracks vor der wunderbaren Abspannsuite "The Homecoming" (14 und 15) sind mit so viel Gefühl komponiert, dass man emotional tief berührt wird. Steven Spielberg, welcher auch sehr begeistert von dem Score ist (siehe auch Stevens Kommentar im Booklet), sagte in einem Interview zu War Horse, dass Johnnys Musik direkt über die Ohren ins Herz geht. Die Musik erhielt im Februar 2012 eine verdiente Oscarnominierung (Tintin war zeitgleich ebenfalls nominiert - Es ist nicht das erste Mal, dass John Williams für zwei Scores nominiert worden ist. Ein irres Ergebnis, wenn man bedenkt, dass nur 5 Scores eines Kinojahres die Nominierung für den Musikoscar bekommen).
FAZIT:
Klassischer, gefühlvoller Hollywood-Score! Inzwischen leider eine Seltenheit im Kino! Von mir gibt es 6 Sterne! ******